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Delitzsch Gemeinden bereiten Ehen vor
Region Delitzsch Gemeinden bereiten Ehen vor
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18:30 15.07.2010
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. In Nordsachsen sind die Möglichkeiten damit überschaubar. Die Kreiszeitung hörte sich in einigen Rathäusern um.

Die Stadt Bad Düben mit ihren 8356 Einwohnern ist eine Kommune, die im Zuge der Gemeindegebietsreform am wenigsten zu befürchten hat. Denn sie muss mit niemandem zusammengehen aufgrund ihrer Einwohnerzahl. Dennoch ist die Gemeindegebietsreform auch Thema in der Kurstadt, denn die Umlandgemeinden wie Laußig oder Löbnitz sind zu einer Hochzeit verpflichtet. Und da käme Bad Düben als Braut durchaus in Frage. „Wir Bürgermeister sprechen schon über dieses Thema", sagte Bad Dübens Stadtchefin Astrid Münster (FWG). Doch Konkretes gebe es bislang nicht. Nur so viel: „Wir als Stadt haben kein Interesse an Löbnitz und Löbnitz sicher auch nicht an uns. Da könnte ich mir noch eher eine Kooperation mit Zschepplin vorstellen, zumal wir im selben Abwasserverband schon Seite an Seite arbeiten und jeder weiß, wie der andere tickt", sagte Münster. Bad Düben liebäugelt außerdem mit Laußig, zumal im Bereich Pass- und Meldewesen Kooperationen bestehen. „Mir ist wichtig, dass wir den Bürgern nichts überstülpen", so Münster. Deshalb habe sie die Idee der Linkspartei im Dübener Stadtrat „ausdrücklich begrüßt", demnächst in die Gemeinden zu gehen, um ein Stimmungsbild einzufangen. Ähnlich will es auch Laußigs Bürgermeister Lothar Schneider (parteilos) handhaben. „Wir haben zurzeit noch nicht den Druck und können das in Ruhe vorbereiten", sagte er. In Laußig sollen zum Thema Einwohnerversammlungen stattfinden.

Krostitz und Schönwölkau bilden momentan eine Verwaltungsgemeinschaft. Wenn daraus eine Einheitsgemeinde entstünde, wäre sie mit über 7000 Einwohnern überlebensfähig. „Für mich eine realistische Perspektive. Aber uns hat auch Löbnitz angesprochen. Das sind Überlegungen über die noch gesprochen werden muss, auch im Gemeinderat. Ich kann mir auch eine Einheitsgemeinde mit Löbnitz und Schönwölkau vorstellen", sagte der Krostitzer Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU). Sein Löbnitzer Amtskollege Axel Wohlschläger (CDU) bestätigte diese Variante. Löbnitz wolle ländlich bleiben und orientiere sich darum nach Krostitz. „Als weitere Optionen halten wir aber auch ein Zusammengehen mit Bad Düben oder Delitzsch, in dieser Reihenfolge, für möglich", so der Löbnitzer.

Doberschütz ist mit 4300 Einwohnern zum Handeln aufgefordert. „Wir wollen mit Laußig oder Mockrehna einen Verwaltungsverband schmieden. Diese Verbände sind zwar nicht gewollt, aber wir möchten den Freistaat mit Zweckvereinbarungen davon überzeugen, dass es funktionieren und der ländliche Raum leben kann", sagte Roland Märtz (CDU), Bürgermeister von Doberschütz.

Der Verwaltungsverband Wiedemar, dem neben Wiedemar auch Zwochau und Neukyhna angehören, bereitet bereits eine Rathaus-Fusion mit Rackwitz vor. Das derzeitige Verbandsgebiet umfasst rund 5600 Einwohner auf etwa 94 Quadratkilometern, mit Rackwitz würden weitere 5000 Leute und 40 Quadratkilometer hinzukommen. Nächste Woche steht das Thema auf den Tagesordnungen aller vier Gemeinderäte, wobei Wiedemar, Zwochau und Neukyhna Zustimmungserklärungen zur Aufnahme von Rackwitz formuliert haben. Dass der erweiterte Verband dann deutlich mehr Fläche als vom Freistaat angeregt hätte, wird dabei in Kauf genommen.

Frank Pfütze

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