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Delitzsch Genossenschaftsstadt Delitzsch nimmt langsam Formen an
Region Delitzsch Genossenschaftsstadt Delitzsch nimmt langsam Formen an
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00:20 10.12.2017
Kurator Philipp Bludovsky mit Schulze-Delitzsch. Das Team im Museum hat unter anderem der Schülergenossenschaft auf die Beine geholfen. Quelle: Wolfgang Sens LVZ
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Delitzsch

Nur weil eine Idee schon fast 200 Jahre als ist, muss sie noch lange nicht überholt sein. Die Genossenschaftsidee, 1849 von Hermann Schulze-Delitzsch ins Leben gerufen und seit vergangenem Jahr Teil des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit, ist gerade gut im Rennen. Weltweit boomen die kooperativen Betriebe. Agrargenossenschaften rund um die Loberstadt und sogar eine Friseur- und Kosmetik-Genossenschaft sind die schon fast 30 Jahre alten Zeugnisse, dass die Idee von Schulze-Delitzsch nie recht aus der Mode gekommen ist. Seit diesem Jahr aber, dem Jahr nach der Unesco-Ehre, gibt es in Delitzsch einen neuerlichen kleinen Aufschwung.

Delitzsch ist idealer Ort

Die Devise ist klar auch im Sinne des „Wo, wenn nicht hier?“ ausgerichtet. In der Wiege der Genossenschaft entstehen neue. So ist erst vor Kurzem und nach gut einem Jahr Vorbereitung die Energie-Genossenschaft gegründet worden. Zu den 14 Gründungsmitgliedern zählen die Stadt, die Stadtwerke und die Wohnungsgesellschaft, in wenigen Monaten sollen verstärkt die Bürger einbezogen werden. Die neue Genossenschaft will auf kommunalen Dächern Fotovoltaikanlagen errichten, der erzeugte Strom wird in den Schulen und Kindertagesstätten verbraucht oder ins Netz der Stadtwerke eingespeist.

Absolutes Neuland in Sachsen haben erst in diesem Frühjahr die Schüler des Delitzscher Gymnasiums betreten, als sie die erste Schülergenossenschaft des Freistaats gründeten. Die Idee war aus einem Besuch im Schulze-Delitzsch-Haus in der Kreuzgasse entstanden, das Team um Kurator Philipp Bludovsky dort unterstützte und unterstützt die Gymnasiasten bei der Arbeit. Mit dem Bedrucken und dem Verkauf von Schul-Shirts und mehr will die Schülergenossenschaft am Markt agieren und so ganz praktisch was über Wirtschaft lernen.

Neue Hoffnung für alte Schule

Dass Genossenschaften der Wirtschaftsbelebung dienen können, ist die Hoffnung für die Alte Schule im Delitzscher Ortsteil Schenkenberg. Dort spielt man mit dem Gedanken, eine Genossenschaft zu gründen, mit der dann eine Verkaufsstelle und ein Café fürs Dorf einhergehen könnten – die Prüfungen laufen.

Unterdessen hat der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) im Zuge der Diskussion um die Erhöhung der Elternbeiträge für Kita-Plätze eine neue Genossenschaftsidee ins Spiel gebracht. „Wie wäre es denn mit einem genossenschaftlichen Kindergarten?“, fragte er Kritiker, „ich werde sogar Mitglied, als Privatperson.“ Zumindest eine Bürgerinitiative für bezahlbare Kitaplätze in der Loberstadt formiert sich bereits.

Von Christine Jacob

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