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Delitzsch Genscher verkündet Ausreise
Region Delitzsch Genscher verkündet Ausreise
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13:38 14.10.2009
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Delitzsch

Bis Sonnabend bleibt das Fahrzeug mit der Exposition „Eine bewegende Geschichte auf Tour“ in Delitzsch. Die Dokumentation über die friedliche Revolution ist detailreich. Von Alltags-Gegenständen aus DDR-Zeiten, über Informationstafeln und Videofilme beziehungsweise Fernsehsendungen von 1989 bis hin zu Demo-Plakaten wurden die Darstellungsregister gezogen. Zum Teil sind Leihgaben zu sehen, die ein besonders anschauliches Bild der Wende vermitteln.

Der 18 Meter lange Gelenkbus der Sächsischen Regierung und des Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen tourt seit Mai dieses Jahres durch den Freistaat. Nach der Eröffnung der Ausstellung „Wir sind das Volk“ im Museum Schloss Delitzsch in der vergangenen Woche bietet die Schau auf dem Roßplatz nun eine zweite Möglichkeit, die Ereignisse im Herbst 1989 nachzuvollziehen.

Einer der ersten Besucher war gestern Vormittag der Delitzscher Lothar Bauz, der sagte: „Ich bin auf die Schnelle reingekommen. Man braucht da schon ein bisschen mehr Zeit. Aber die Ausstellung ist sehr informativ. Es ist schon beeindruckend, zu sehen, was gewesen ist und sich alles entwickelt hat.“

Die Schau gliedert sich in drei Teile. Neben der Bestandsaufnahme des DDR-Alltags, sind die Chronologie der Umbruchereignisse und eine Bilanz der friedlichen Revolution festgehalten. Fragen der Besucher beantwortet ein dreiköpfiges Ausstellungsbegleit-Team, zu dem auch Iris Rehklau gehört. „Kürzlich war sogar jemand über vier Stunden hier“, erzählte sie gestern. Und an zwei Informationsständen, die bei entsprechendem Wetter vor dem Bus stehen, habe sich auch schon so manches Gespräch von Besuchern über die Wendeereignisse entwickelt.

100000 Besucher sahen die Ausstellung bereits, heißt es in einer Mitteilung der Sächsischen Staatskanzlei.

Dass in der Dokumentation Sachsen und Leipzig eine nicht zu übersehende Rolle spielen, liegt auf der Hand, war doch die Leipziger Montagsdemo am 9. Oktober 1989 ein entscheidendes Datum für das Geschehen. Doch auch zentrale Aussagen wie die Verlesung der Ministerratsnachricht über die Reisefreiheit beziehungsweise den Mauerfall durch SED-Politbüromitglied Günter Schabowski, die Flucht der Ostdeutschen nach Ungarn und in die Prager Botschaft sowie später die Jubel auslösende Mitteilung über die Ausreiseentscheidung, die der damalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher in der Botschaft überbrachte, laufen als Filmschleifen über die fünf Multimedia-Bildschirme.

Die nächsten drei Tage noch steht der Ausstellungsbus im Delitzscher Stadtzentrum. Er ist an allen Tagen von 10 bis 18 Uhr offen. Auf Wunsch gibt es auch Führungen durch die Schau.

Lutz Schmidt

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