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Geplatzte Sportlerträume: Karate-Verein in Wiedemar gibt Hallenneubau auf

Pläne verworfen Geplatzte Sportlerträume: Karate-Verein in Wiedemar gibt Hallenneubau auf

Der Kampfsportverein Shintai Wiedemar hat sich nach anderthalb Jahren von der Idee verabschiedet, im Ortsteil Wiesenena eine neue Sporthalle zu bauen. Als Grund wird das hohe finanzielle Risiko angegeben. Jetzt bemüht sich der Verein um das zum Schuljahresende frei werdende Grundschulgebäude.

Die Kindersportgruppe des Vereins Shintai Wiedemar. Sie und auch die anderen Gruppen trainieren im Saal der ehemaligen Gaststätte in Wiedemar. Die Bedingungen werden dort nicht besser,die Suche nach einer Lösung geht jetzt anderthalb Jahre.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Wiedemar. Die Ideen waren großartig, das Engagement des Wiedemarer Kampfsportvereins Shintai überragend. Eine neue Sporthalle sollte in Wiesenena entstehen, es gab genaue Vorstellungen, wie sie aussehen sollte. Doch jetzt, etwa anderthalb Jahre nach dem Start des Projekts, ist das Vorhaben vom Tisch. Geplatzt wie eine Seifenblase. „Einen Neubau einer Halle wird es in Wiesenena nicht geben“, teilte jetzt Peter Großmann, einer der Organisatoren, mit.

Ohne Schule keine Einnahmen

Der Neubau sollte rund 200 000 Euro kosten, teils mit Fördermitteln sollte das Geld auch zusammenkommen. Anfangs schien das auch gut zu klappen. Ein Grundstück wurde mit Unterstützung der Gemeinde Wiedemar gefunden, die Baugenehmigung eingereicht. „Ziel war es, die Halle auch der dortigen Grundschule zur Verfügung zu stellen, um damit letztlich Einnahmen zu generieren“, sagte Großmann. Allein aus Mitgliedsbeiträgen, auch wenn die schon moderat erhöht wurden, sei das Projekt nicht zu stemmen. Die Grundschule gibt es im nächsten Schuljahr aber nicht mehr. Für den Verein wurde das Vorhaben offenbar zu heiß, die Verschuldung zu riskant. „Wir haben deshalb davon Abstand genommen.“

Ausweichquartier dringend benötigt

Nichtsdestotrotz braucht der Verein mit gut 150 Mitgliedern bald einen alternativen Trainingsort. Bislang wird im Saal der ehemaligen Gaststätte trainiert. „Die Bedingungen werden nicht besser, was wir an der Substanz des Hauses tun konnten, haben wir bereits gemacht“, erklärte der 29-jährige Großmann, selbst heute als Karate-Trainer im Verein aktiv, früher kämpfte er auch in der deutschen Nationalmannschaft. Seine Partnerin, Karo Schmitz, stärkte ihm den Rücken, weiß um die Wichtigkeit des Projekts. Neue Ideen wurden geboren, auch der Gemeindeverwaltung vorgestellt.

Bald leere Schule im Blick

Wenn die Schule als solche nicht mehr gebraucht wird, dann könnte sie doch so umgebaut werden, dass aus Klassenräumen Trainingsräume entstehen, dachten sich die Karatesportler, die über Zulauf, vor allem im Kinderbereich, nicht klagen können. Die Vorstellungen gehen sogar noch weiter. Zum Beispiel könnte auch ein Café eingerichtet werden, das als sozialer Treffpunkt im Dorf genutzt werden kann. Die Shintais fühlen sich quasi als kleiner Motor für das Dorfleben. Sie bieten nicht nur Karate an, auch Kindersport, Fitness und Yoga sind im Angebot. „Wir nehmen unsere Verantwortung schon ernst“, betonte Großmann. Allerdings passten die Bedingungen derzeit nicht optimal.

Fördermittel beantragt

Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos) sieht derzeit aber keine Möglichkeit, dem Verein ein Trainings-Ausweichquartier zu stellen. Der Idee mit der Schule sei sie prinzipiell nicht abgeneigt, aber dafür müssten nicht wenige Voraussetzungen erst erfüllt werden. Beispielsweise muss die Eigentumsfrage geklärt sein. Fördermittel fließen erst dann, wenn der Verein auch Besitzer des etwa 5000 Quadratmeter großen Geländes und des Gebäudes wird. Dass an der Verwaltung vorbei Fördermittel über das Leader-Programm beantragt wurden, fand sie nicht fair. Ob das Vorhaben vom Verein weiter verfolgt wird, hängt von einer Fördermittelzusage ab. Dazu falle erst am 14. Juni die Entscheidung. Geklärt werden müsse auch, ob Kauf oder Erbbaupacht möglich ist.

Noch einiges zu prüfen

Am liebsten wäre es dem Verein, wenn er zum 1. September bereits einen Raum nutzen kann. Vorher ist aber wohl noch einiges zu prüfen: Das Schulgebäude ist Wahllokal und Dorfbegegnungshaus, zudem gibt es noch einen Mieter im Schulgebäude.

Von Ditmar Wohlgemuth

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