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Delitzsch Gesucht. Gefunden. Delitzscher Supermarktaushängen auf der Spur
Region Delitzsch Gesucht. Gefunden. Delitzscher Supermarktaushängen auf der Spur
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00:19 30.07.2017
Verkäuferin Ilka Grandt ist unter anderem auch für die „Gesucht Gefunden“-Tafel im Rewe-Markt zuständig. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Das schwarze Brett ist meistens dicht gefüllt mit kleinen Zetteln. Schlagworte wie gesucht, gefunden, ich suche, ich verkaufe, suche und biete steht darauf. Ob nun im Rewe, im Konsum oder bei irgendeinem Discounter, überall finden sich die Zettel mit den Abreißern für Telefonnummern. Es geht um Nachmieter für Wohnungen, Sammelleidenschaften, Kleingartenparzellen, Autos und mehr. Wir haben uns unter Suchenden und Findenden umgehört.

„Manchmal passiert wochenlang nichts“, sagt der 63-Jährige. Der private Sammler aus Leipzig, der seinen Namen lieber nicht nennen möchte, hat seine Zettelbotschaften in verschiedenen Delitzscher Märkten ausgehangen. Ab und zu hat er in der Stadt zu tun, wenn er einen Freund besuchen fährt. Er hofft auf Armbanduhren, Ferngläser, Postkarten aus DDR-Zeiten, auf Münzen und Keramik aller Art. „So ein Aushang bedeutet nicht gleich, dass einen zehn Leute anrufen“, weiß er nach all den Jahren. Am Ende zähle allein der Zufall, ob Suchender und Bietender zusammenfinden und oft genug würden Leute mit Angeboten anrufen, die ihn so gar nicht interessieren. Ein Aushang maximiert also die Chance auf den Zufall.

Meister Zufall hilft

Der war Alexander Kuhnert immer mal gnädig. Der 31-jährige Bad Dübener ist leidenschaftlicher Modelleisenbahner und aktuell wieder auf der Suche nach verschiedenen Spurweiten. „Es kommt immer mal was rum“, erzählt er. Immer mal konnte er dank Aushang seine Sammlung erweitern, nur Geduld müsse man haben. Da seine Freundin in Delitzsch arbeitet, hängt sie für ihn die Kärtchen aus. Ein „Ich-verkaufe-Schild“ ist seine Sache nicht, der Bad Dübener tauscht Eisenbahnen und Utensilien eher mit anderen privaten Sammlern und Bekannten.

Zum ersten Mal probiert es Karin Dams mit einem Aushang und möchte ihren Kleingarten in Kyhna samt Bungalow und Geräteschuppen verkaufen, sie hat auch schon Anzeigen in Medien geschaltet. „Ich dachte, wir versuchen es einfach mal an so einem schwarzen Brett“, erzählt die 54-Jährige. Sie selbst hat nämlich längst einen kleinen Narren an den Kärtchen gefunden. Dort, wo man nach dem Einkauf die Waren in Korb und Tüten verstaut, nimmt sie sich immer mal die Zeit und liest sich die Zettelchen durch. Das aber einfach nur aus Neugier, nicht einmal auf der Suche nach konkreten Gegenständen. Unter all den Zettelchen finden sich mitunter auch die Inserate von Profis, die zum Beispiel auf der Suche nach Autos sind, die sie noch gewinnbringend ausschlachten können. Auch Händler gehen regelmäßig auf die Suche nach bei Sammlern beliebten Utensilien.

Gut vernetzt in Delitzsch

Einer der beliebtesten Orte für die Aushänge ist der Delitzscher Rewe-Markt. „Wir sind gut frequentiert und gut vernetzt“, erklärt es sich Inhaber Jens Geidel. Das Brett in seinem Markt sei immer dicht gefüllt und nie leer. Zudem will der Delitzscher helfen, wann immer hiesige Vereine Aushänge machen wollen, ist Jens Geidel gerne bereit. Und all die Privatleute, die das schwarze Brett nutzen? Die reichen laut Jens Geidel vom Teenager bis zum Senior. „Das ist so breit gefächert wie das Angebotene“, schmunzelt der Marktbetreiber. Immerhin: Aktuell kann man von der Propangasflasche bis zum Nachhilfeunterricht so ziemlich alles an den schwarzen Brettern der Loberstadt finden.

Von Christine Jacob

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