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?Getragen von der Leidenschaft?

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Die Stadt des Engels bot gestern einen würdigen Rahmen für die Eröffnung des 20. Deutschen Mühlentages für die Region Nordsachsen. Das Technische Denkmal aus dem Jahr 1686 lockte hunderte Besucher auf das Bad Dübener Burggelände.

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Immer schön der Reihe nach strömen hunderte Besucher ins Innere der Bergschiffmühle, wo sie die alte Technik in Augenschein nehmen. Mitglieder der Mühlengruppe des Heimatvereins beantworten Fragen und machen die Gäste mit der Geschichte des Technischen Denkmals vertraut. Fotos (3): Frank Pfütze

Quelle: Frank Pfütze

Bad Düben. Und die erwartete ein festliches Programm mit Musikalischem, Gegrilltem, Gebackenem und Flüssigem. Vor allem aber stand die Tür zur Bergschiffmühle für Besichtigungen und Führungen offen. Kurz nach 10 Uhr stellte Schirmherr und Landrat Michael Czupalla (CDU) fest "Wer sich in Deutschland Mühlen anschauen will, der kommt nach Nordsachsen!" und wünschte "Glück zu!"

 

 

Am Morgen säuselte noch leicht der Wind über das wolkenverhangene Gelände. Fässer wurden angesteckt, Brote aufgetürmt, Kuchen geschnitten, Holzkohle angezündet. Ein Korbmacher drapierte seine Ware auf der Wiese, für die Hüpfburg neben der richtigen Burg gab es Luft. Die Musi aus Halle probte die Klassiker: "Das Wandern ist des Müllers Lust" und "Ja, wir san mit'm Rad'l da", als immer mehr Radler das Gelände erreichten.

Bange Blicke richteten sich gen Himmel. Aber die Kurstadt hat ja bekanntlich einen Engelskopf im Wappen, der auf die große kirchliche Bedeutung Dübens hinweist. Düben war Sitz eines Erzpriesters. Der Draht nach oben glühte. Als Bürgermeisterin Astrid Münster (FW) 10.13 Uhr das Mikrofon in die Hand nahm, riss plötzlich der Himmel auf und die ersten Sonnenstrahlen erreichten wie bestellt das Burggelände. Die Bürgermeisterin bedankte sich bei ihrem Heimatverein und den vielen fleißigen Helfern und allen Ehrenamtlichen, die insgesamt fünf Mühlen in Bad Düben am Leben erhalten.

"Der Mühlentag hat eine hohe Relevanz für die Region und weit darüber hinaus. Mühlen sind kulturelles Erbe und Innovationsträger, sie sind ein Beispiel kulturhistorischer Entwicklung", so der Landrat. Auf dem Festgelände hatten sich inzwischen die ersten Würstchen gefärbt, Gläser wurden gefüllt und geleert. Die Band war sehr beweglich und ständig auf Achse: Dixieland, Swing und Blues begleiteten allerorts das Geschehen.

Zu den ersten Besuchern gehörten gestern Gisela (66) und Jürgen (70) Wegener aus Leipzig, die dem Wave-Gotik-Trubel entflohen waren. "Ein sehr angenehmes und friedliches Völkchen, wir sind nicht wirklich abgehauen. Aber der Termin hier in Düben stand schon lange für uns fest. Ich bin begeistert, wir haben hier viel erfahren. Ich wusste gar nicht, dass Holzräder und Gussräder kompatibel sind, eine sehr schöne Anlage, alles gut organisiert", lobte Gisela Wegener. Auf dem Tagesplan standen auch noch die Burg und weitere Mühlen.

1994 gab es den ersten Mühlentag in der Region. "Der Mühlentag ist für uns ein Wagnis. Er wird von der Leidenschaft der Menschen getragen und es ist Freude, Tradition zu bewahren", sagte Heidrun Kräger, die Vorsitzende des Vereins Mühlenregion Nordsachsen. Die Dübener Mühle ist die letzte Schiffmühle, die in Deutschland in Betrieb war. 1956 wurde sie stillgelegt und 2002/2003 umfassend saniert. Seit dem 10. Deutschen Mühlentag zeigt sich die Bergschiffmühle (Infos unter www.heimatverein-bad-dueben.de) wieder ihren Besuchern.

@Weitere Fotos vom Mühlentag unter www.lvz-online.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 21.05.2013

Frank Pfütze

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