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Gewagte Sprünge und ein Weltrekord

Gewagte Sprünge und ein Weltrekord

Die Schladitzer Bucht ist nicht nur bei Spaziergängern oder Joggern beliebt. Vor allem für Wassersportler entpuppt sich der See zwischen Delitzsch und Leipzig als wahres Paradies.

Rackwitz. Nicht umsonst hat die Firma All-on-sea dort ein Wassersportcenter eingerichtet. Doch allein der Verleih von Surf- und Tauch-Utensilien sowie Kurse zum Erlernen der Sportarten reichen dem Team nicht mehr. Am vergangenen Wochenende veranstaltete All-on-sea bereits zum zweiten Mal das Seebeben-Festival. Ein Event, bei dem Sport und Musik in Strandatmosphäre vereint werden.

Insgesamt 65 aktive Sportler hatten sich angemeldet, um in verschiedenen Disziplinen anzutreten. Ganz oben stand der Wettbewerb im Wakeboarden: Der Sportler wird hinter einem Boot hergezogen und versucht dann möglichst viele spektakuläre Sprünge mit dem an seine Füße gespannten Brett zu zeigen. Dafür wurden im See mehrere Rampen aufgestellt. Unter den Augen der am Wochenende rund 1000 anwesenden Zuschauer und vor allem auch vor ihren Sportkollegen bewiesen die Akteure ihr Können und ernteten dafür jede Menge Beifall.

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Rackwitz. An der Schladitzer Bucht ist am Wochenende ein Weltrekord aufgestellt worden. Dem Leipziger Karsten Zinner gelang ein Fallschirmsprung aus der Minimalhöhe von nur 18 Metern. Allerdings war der Rekordversuch nicht das einzige publikumswirksame Ereignis während des Festivals Seebeben.

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Aber nicht nur die Sprünge auf dem Wasser wurden mit tobendem Applaus honoriert, sondern auch die von Karsten Zinner. Der 39-Jährige ist Profi im Base-Jumping. Bei dieser Extrem-Sportart gilt es – anders als beim üblichen Fallschirmspringen – nicht aus einem Flugzeug aus Tausenden Metern Höhe zu springen, sondern sich von festem Untergrund in die Tiefe zu stürzen. Der Name Base steht dabei für vier mögliche Varianten von stabilen Böden: Building (auf dem Englischen übersetzt: Gebäude), Antenna, Span (Brücke) und Earth (Erde, im Sinne von Felsen).

In genau dieser Disziplin, in der es darum geht, aus möglichst geringer Höhe mit dem Fallschirm zu springen, hat Zinner bereits Mut bewiesen. Im Juli 2009 sprang er im Leipziger Hauptbahnhof aus einer Höhe von 24,8 Metern. In nicht einmal fünf Sekunden Flugzeit musste er bei jedem Sprung seine Flugbahn finden und hoffen, dass der Fallschirm sich in der kurzen Zeit öffnet. Am vergangenen Wochenende am Schladitzer See wollte es der Leipziger, der bereits über 3500 Fallschirmsprünge erlebt hat, mit einem neuen Weltrekordversuch probieren. „Mein Ziel sind 19 Meter, gesprungen von der Hubbühne. Dafür brauche

ich allerdings mehrere Anläufe, bei denen ich mich ab 26 Metern langsam nach unten taste und dann hoffe, dass ich es schaffe“, erklärte Zinner seine Strategie.

Ihm sei durchaus bewusst, welche Risiken sein Hobby mit sich bringe, aber genau das mache für ihn den Kick aus. „Es ist eine ganz andere Herausforderung als normales Fallschirmspringen. Man weiß genau, man hat nur verdammt wenig Zeit, und wenn es nicht klappt, schlägt man auf hartem Boden auf.“ Zudem sei Base-Jumping eine tolle Attraktion für das Publikum. Dieses könne, anders als bei Flugzeugsprüngen, ganz dicht am Geschehen sein.

Wohl wahr, doch nicht jeder der zahlreichen Gäste auf dem Seebeben-Festival konnte sich diesen Nervenkitzel angucken. Viele standen mit halb zusammengekniffenen Augen da und warteten gespannt, dass sich Zimmer in die Tiefe stürzt. Erst, als das Aufgehen des Fallschirms einen Knall verursachte und der Profispringer sanft landete, konnten alle wieder aufatmen. Am Sonntag gelang dem Extremsportler, der in der Szene Turbo genannt wird, dann das Unglaubliche. Mit nur 18 Metern stellte er einen neuen Weltrekord auf. Niemand sonst sprang sonst einen so kurzen Sprung, bei dem sich der Schirm noch öffnete. Dem Publikum stockte der Atem, dann folgte der verdiente Applaus.

Anerkennung erntete auch Ariam Blanik. Der 13-Jährige betreibt bereits seit sieben Jahren täglich Wassersport auf der Wasserskianlage in Rossau und wird von seinen älteren Kollegen im Wakeboarden schon jetzt als „großes Nachwuchstalent“ bezeichnet. Beim Wakeboard-Wettbewerb am Samstag mischte der jüngste Teilnehmer schon ganz vorne mit. In seinem Durchlauf beeindruckte der Schüler die Jury mit einer Vielzahl verschiedener Tricks, also Sprüngen. Unter anderem zeigte er einen so genannten Backroll, einen Rückwärtssalto, bei dem er sich im Sprung um

180 Grad mit seinem Brett drehte, und einen Three-Sixty, eine Drehung von 360 Grad um die eigene Achse.

„Ich bin wirklich zufrieden, es ließ sich gut fahren und hat Spaß gemacht“, resümierte Ariam im Anschluss. Mehr als nur zufrieden waren die Preisrichter mit seiner Leistung. Sie kürten ihn am Ende zum besten aller teilnehmenden Fahrer und setzten ihn auf den ersten Platz. Im Wakeboardcontest der Frauen konnte sich Carolin Krauspe vom Team „No Limit“ durchsetzen.

Schließlich gab es an diesem Wochenende noch einen weiteren Programmhöhepunkt. Lake-Jump kann als Disziplin betrachtet werden, die Erde und Wasser miteinander vereint. Mit einem handelsüblichen BMX-Fahrrad fahren die Sportler einen Berg herunter, an dessen Ende eine steile Rampe aufragt. Gelandet wird im kühlen Nass. Die Idee zu dieser ebenfalls nicht ganz ungefährlichen Sportart hatte Leipziger Dirk Härtel. Der 34-Jährige kennt die Veranstalter von All-on-Sea bereits seit dem gemeinsamen Sportstudium und fand bei ihnen tatkräftige Unterstützung. „Ich wollte das schon so lange mal machen, weil ich es mir einfach unglaublich spaßig vorgestellt habe“, erzählte Härtel. Allerdings durften beim Lake-Jump aus Sicherheitsgründen nur erfahrene Radfahrer von der Bike-Community Leipzig teilnehmen. So stellten sich insgesamt 23 Sportler in zwei Kategorien der Herausforderung. Neben der sportlichen Bestleistung, die der Leipziger Vincent Peters erkämpfte, gab es auch den Titel für das beste Outfit zu gewinnen. Letzteren holte sich Christian Scarl mit seinem Tankini, wie ihn „Borat“ im gleichnamigen Hollywood-Film trug.

Julia Wick

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