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Delitzsch Gewalt in fünf Akten – Oberschüler in Delitzsch werden mit Tätern und Opfern konfrontiert
Region Delitzsch Gewalt in fünf Akten – Oberschüler in Delitzsch werden mit Tätern und Opfern konfrontiert
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09:39 13.09.2017
Fünf Menschen – fünf Geschichten, die von Gewalt berichten. Erzählt werden diese von Schauspielern. Das es sich um ein Theaterstück handelt, erfahren die Becker-Schüler erst zum Schluss. Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Unter dem Motto „Tour gegen Gewalt“ erlebten am Dienstag drei 8. und eine 9. Klasse der Artur-Becker-Oberschule Delitzsch eine ganz besondere Unterrichtsstunde, bei der die Schüler vorher nicht wussten, was sie erwartet. Ziel war es, Schüler und Lehrer zu sensibilisieren, mit dem Thema Gewalt offen umzugehen und sich mit der Frage zu beschäftigen, wie Gewalt vermieden werden kann. Was die Jugendlichen als Vortrag oder Diskussionsrunde erwartet hatten, entpuppte sich als Konfrontation mit fünf Menschen, die auf verschiedene Weise mit Gewalt in Berührung kamen. In einer Podiumsdiskussion der „Agentur Mensch, aber wie?“ erzählten sie ihre Geschichten.

Ziel war es, Schüler und Lehrer zu sensibilisieren. Quelle: Wolfgang Sens

Der Deutsch-Türke Memed aus Düsseldorf überraschte die Jugendlichen mit der Aussage „Wer mir mit Gewalt kommt, kriegt von mir Gewalt zurück“. Seine Geschichte dahinter: Sein syrischer Arbeitskollege wurde von fünf rechten Schlägern zusammengetreten und sitzt seither im Rollstuhl. Nicole ist von der Schule geflogen, nachdem eine Mitschülerin aus dem Fenster sprang, wegen „cooler Sprüche“ und Mobbing.

Kathrin Wollschläger wird beim Versuch, eine Vergewaltigung zu verhindern, selbst zum Opfer. Quelle: Wolfgang Sens

Der Lehrer Harald Baumann verliert die Nerven und schlägt auf einen Schüler ein. Kathrin Wollschläger wird beim Versuch, eine Vergewaltigung zu verhindern, selbst zum Opfer und resümiert: „Nie wieder mische ich mich ein.“ Klaus Lützek schlägt einen ausländischen Ladenbesitzer krankenhausreif, weil dieser seine Mutter entlassen hat. Dann dürfen die Schüler die fünf Personen befragen, um sie zu beurteilen. Am Schluss outen sich die Akteure als Schauspieler, deren gespielte Biografien aber auf realen Fällen beruhen. Mit dem Projekt unterstützen die Unfallkasse und das Theatertill Schulen bei der Gewaltprävention.

Von Thomas Steingen

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