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Delitzsch Gift-Alarm im Paketzentrum Krostitz: Kein Zusammenhang mit DHL-Erpressung
Region Delitzsch Gift-Alarm im Paketzentrum Krostitz: Kein Zusammenhang mit DHL-Erpressung
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13:18 05.12.2017
Gefahrguteinsatz am 4. Dezember auf dem Gelände eines Logistikers in Krostitz. Quelle: Feuerwehr Krostitz
Krostitz

Großeinsatz am Montagabend auf dem Betriebsgelände des Paketzulieferers DPD in Krostitz: Dorthin wurden verschiedene Feuerwehren wegen eines unklaren Gasgeruchs alarmiert worden. Wie das Unternehmen am Dienstag bestätigte, war im Paketzentrum ein schwefelähnlicher Geruch festgestellt worden. „Daraufhin haben wir – so wie es unsere Prozesse vorhersehen – gegen 18.30 Uhr den Betrieb unterbrochen und evakuiert sowie die Rettungskräfte alarmiert“, so DPD-Sprecher Peter Rey.

Die Schnelleinsatzgruppe (SEG) aus Taucha kümmert sich um die Mitarbeiter. Quelle: SEG Taucha

In einer benachbarten Firma wurde ein Betreuungsplatz eingerichtet. Um die Mitarbeiter der Firma nicht länger der Kälte auszusetzen, kam auch die Schnelleinsatzgruppe (SEG) aus Delitzsch zum Einsatz, die sich unter anderem mit heißen Getränken um die Mitarbeiter kümmerte – Unterstützung kam zudem von der SEG aus Taucha. Neben Feuerwehr und Polizei war auch eine ABC-Einheit vor Ort.

Experten untersuchen Paketzentrum

Die Kameraden des Gefahrgutzugs, darunter Ehrenamtliche aus Delitzsch, Schenkenberg, der Feuerwehr Selben/Zschepen und aus der Gemeinde Löbnitz, sowie die Kräfte aus Krostitz und Zschortau untersuchten die Lage. Hilfe kam zudem vom sogenannten Erkunder aus Torgau und einem Fachberater. Bis in den Abend liefen Messungen.

In Zeiten der Aufregung um die DHL-Erpressung wurde auch ein beschädigtes Paket untersucht, aus dem der seltsame Geruch möglicherweise stammen konnte. Dieser Verdacht habe sich jedoch nicht bestätigt, teilt das Landratsamt Nordsachsen mit und verweist darauf, dass am Dienstag vorsorglich noch die Gasleitungen auf dem Betriebsgelände überprüft werden sollten.

Um welchen Stoff es sich genau gehandelt hat, konnte wegen der zu geringen Menge des Stoffes nicht festgestellt werden. Noch am Montagabend wurden verschiedene Messungen im Gebäude durchgeführt, aber es war keine nachweisbare Konzentration mehr messbar. Weil keine Gefahr mehr bestand, endete der Einsatz für die meisten Feuerwehren gegen 22 Uhr. Die Krostitzer Kameraden blieben vorerst vor Ort.

In Absprache mit den Behörden konnten gegen 22 Uhr auch die Mitarbeiter des Betriebes wieder ihre Arbeit aufnehmen. „Die Ursachenforschung läuft noch. Einen Zusammenhang mit der aktuellen DHL-Erpressung schließen wir aus, es gibt keinerlei Hinweise auf einen kriminellen Hintergrund“, so DPD-Sprecher Peter Rey am Dienstagvormittag.

Zweiter Großeinsatz in Krostitz

Vor etwa einem Monat war es in Krostitz schon einmal zu einem großen Gefahrgut-Einsatz gekommen, als auf dem Gelände der Brauerei Salzsäure aus einem Lkw ausgetreten war. Am Freitag hatte eine Paketbombe am Potsdamer Weihnachtsmarkt einen Großalarm ausgelöst. Erpresser fordern von der DHL einen Millionenbetrag und drohen mit weiteren Paketbomben.

Von Christine Jacob und Thomas Steingen

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