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Delitzsch Glocke geht in Verjüngungskur
Region Delitzsch Glocke geht in Verjüngungskur
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17:21 27.12.2009
Selben

Dazu werden rund 6000 Euro benötigt. (wir berichteten). Gegen 13.30 Uhr war Uwe Kirsten mit dem Radlader auf das Gehöft von Erhard Marx nahe der Selbener Kirche gefahren, wo die Glocke zurzeit ausgelagert ist. Dort wurde sie an den Haken genommen, vorsichtig hochgezogen und im Schritttempo vor die Kirche gefahren. Und während in dieser Zeit Gemeindepädagogin Katja Schmiedecke gerade das Heiligabend-Krippenspiel mit zehn Kindern aus Selben und Zschepen vorbereitete, brachte draußen Dirk Kirsten Radlader und Glocke in Position. Im Hintergrund kündete der noch eingerüstete Turm von den umfangreichen Reparaturarbeiten an der Kirche. Das spätgotische Gebäude stammt aus dem 15. Jahrhundert. Und auch ein sogenannter Sakramentsschrein ist Beleg für die frühe Entstehung. Doch die Baufälligkeit schritt unübersehbar fort, die Gottesdienste wurden schon 1985 eingestellt. Bis 1996 läutete man zwar noch die Glocke. Doch dann verstummte sie, das Bauwerk war zu desolat geworden. Zehn Jahre später gab es dann die erste Versammlung eines gegründeten Förderkreises zur Instandsetzung der Kirche. „Die Einwohner sind auf mich zugekommen und haben gesagt, dass mit der Kirche etwas geschehen muss“, berichtete damals Pfarrer Gregor Heimrich. Bald war eine Förderung durch das Regierungspräsidium über 43000 Euro klar. Und auch Vertreter der Deutschen Stiftung Denkmalschutz besuchten Selben wegen solcher. Insgesamt machen die Restaurierungskosten 87000 Euro aus. Und immerhin waren auch 30000 Euro Eigenkapital notwendig. Inzwischen leuchtet das neu eingedeckte Dach weithin und im Frühjahr des nächsten Jahres sollen die Arbeiten auch an dem Turm beendet werden. Dann kommt die Glocke wieder an ihren ursprünglichen Platz. Zuvor jedoch muss diese in einer Spezialwerkstatt im bayerischen Nördlingen restauriert werden. Der Selbener Fuhrunternehmer Uwe Meyer will sie nächsten oder übernächsten Monat dorthin transportieren. In der Werkstatt müssen vor allem die durch das über Jahrhunderte Anschlagen dünn gewordenen Stellen des Glockenrandes repariert werden, erläuterte Pfarrer Heimrich. Am 24. Dezember erklang sie kurz vor 14 Uhr jedoch erst einmal auf ungewöhnliche Weise und rief zum weihnachtlichen Gottesdienst. Ortschaftsrat Roland Kirsten nahm nämlich den halben Meter langen Eisenklöppel in die Hand und schlug fünf Minuten auf die Glocke. „Ich hätte noch länger durchgehalten“, sagte er danach. 100 Schläge sind es aber gewesen, Ich habe mitgezählt.“ Im Innern der Kirche war indes kaum noch ein Platz frei und nach den Begrüßungsworten von Pfarrer Heimrich erklang zum Auftakt das Lied „Vom Himmel hoch, da komme ich her“. Die Kollekte galt am Heiligabend sowohl der Aktion Brot für die Welt als auch der weiteren Finanzierung der Glockenreparatur.

Lutz Schmidt

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