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Großer Bahnhof an der Theaterakademie

Großer Bahnhof an der Theaterakademie

Sie wollen, dass noch mehr den Oberen Bahnhof kennenlernen, ihn als Kulturstätte wahrnehmen, den großen Bahnhof kulturellen Lebens in der Kleinstadt erfahren - das Team der Theaterakademie Sachsen will das laufende Sommersemester für die nächste große Öffentlichkeitsoffensive nutzen, Allianzen vor Ort und darüber hinaus bilden - denn finanziell reich ausgestattet ist das Haus nicht.

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Strenger Meister: Für das "SommernachtsTRAUMA" hat Stefan Kaminsky (Mitte) bereits 2014 mit Maxi Hanusch und Jens Bache gearbeitet. Foto/Archiv: Alexander Bley

DELITZSCH. Eigentlich ist es ein Leipziger Projekt, vermitteln die Kulturpaten (www.leipzigerkulturpaten.de) praktische Hilfe zwischen Kultur und Wirtschaft in der Messestadt. Mit der Theaterakademie Sachsen wird jetzt nordsächsisches Gefilde berührt. Doch der Leipziger Matthias Sturm, Inhaber von Sturm-Kommunikationssysteme, fand genau in der Akademie auch als Musicalausbildungsstätte seine Leidenschaft für Singen und Tanzen wieder und entschied sich daher für die Delitzscher. Nun kümmert er sich als Helfer um die IT-Probleme des Hauses. "Es geht weniger um finanzielle als um praktische Hilfe, womit aber natürlich auch Geld gespart werden kann", heißt das. Für das Team des Delitzscher Theaterbetriebs ist dies Ansporn, sich weiter umzutun. "Wir wollen enger mit der Unteroffiziersschule des Heeres zusammenarbeiten", schildert Jana Bauke, zuständig für geschäftsführende und künstlerische Leitung. So sind bereits Spenden von der USH an die Akademie gegangen, dort wiederum will man den Soldaten mit Kultur mehr von Delitzsch zeigen. Auch eine engere Zusammenarbeit mit dem Tiergarten können sich die Kulturmacher vorstellen, wollen den Schulen vor Ort wieder Programme anbieten, damit die Kinder vor Ort und ohne großen logistischen Aufwand Theater erleben können.

"Und wir wollen einen extrem spannenden Kulturtag für alle Delitzscher bieten", sagt Jana Bauke. Mit knapp 20 Studenten läuft das Studienleben an der Akademie ordentlich, hat sich die Schule seit ihrer Gründung im Jahr 2008 etablieren können. Ein Mehr ist aber auch bei den Publikumszahlen wünschenswert. Daher öffnet sich die Akademie in diesem Jahr über das inzwischen Klassiker gewordene Sommertheater hinaus. "Zwischen dem 17. und 26. April sind die diesjährigen Abschlussprogramme unserer Schauspiel- und Musical-Auszubildenden zu sehen. Bevor sieben Schüler den letzten Teil ihrer Ausbildung, das Praxissemester an den Landesbühnen Sachsen, antreten, zeigen sie, was sie in der dreijährigen Ausbildung gelernt haben", schildert Kulturpädagogin und Assistentin Maria Schüritz. Aufwendiger als bisher wird an den Abschlussinszenierungen gearbeitet. Zu erwarten sind vier einzigartige Soloprogramme. Bereits am 17. und 18. April sind die Inszenierungen zu sehen. Mit Buenaventura Negron Rivera de Braunstein, Ansgar Schäfer, Jana Bauke und Linda Rietdorff sind Dozenten am Werk, die für alles andere als 08/15-Inszenierungen bekannt sind. So verhält es sich auch mit Stefan Kaminsky, der der Theaterakademie mit seiner 2014er-Produktion "SommernachtsTRAUMA" einen großen Erfolg von mehreren Hundert Besuchern und wieder und wieder ausverkauftem Haus einbrachte. In "EXIT REALITY" erproben sich unter Anleitung Kaminskys drei Schauspiel-Studenten an einem brandaktuellen Text - es wird politisch, befasst sich mit Rechtsradikalismus.

Für den großen Theatersonntag am 26. April steht der Obere Bahnhof ganz im Zeichen dieser Abschlussprogramme. In der Zeit von 15 bis 20.30 Uhr öffnet die Theaterakademie Sachsen ihre Türen für alle Interessierten. Die Abschlussinszenierungen sind in einer Reihe zu sehen. "Wer mag, schaut sich nur ein Stück an, trinkt einen Kaffee und geht wieder. Oder er kommt erst zum Schauspiel. Oder er bleibt die ganze Zeit", macht Jana Bauke klar, dass dieser Tag vor allem Spaß machen soll.

Platzreservierung unter 034202/36070 oder info@theaterakademie.net ist empfehlenswert, da sich bereits viele Gäste angekündigt haben.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.03.2015
Christine Jacob

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