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Großes Interesse an Kursen für Erste Hilfe an Kindern in Delitzsch

Gesundheit Großes Interesse an Kursen für Erste Hilfe an Kindern in Delitzsch

Die Zahl der Kinder in Delitzsch steigt wie die Nachfrage nach speziellen Angeboten. So verzeichnet das Deutsche Rote Kreuz in der Loberstadt auch mehr Buchungen für seine Kurse „Erste Hilfe am Kind“ – dabei tauchen die im Portfolio gar nicht mal explizit auf. Aber sie geben Eltern ein wichtiges Rüstzeug für den Notfall: Selbstbewusstsein.

So funktioniert mit zwei Fingern eine Massage am Herzen eines Säuglings.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch. Eine Horrorvorstellung für jeden, der mit Kindern zu tun hat: Das Kind atmet plötzlich nicht mehr. Ist bewusstlos. Es krampft. Es blutet. Fieber klettert. Oder oder oder … so viel könnte passieren. So viel hilft dagegen. Das vermittelt das DRK Delitzsch in seinen Kursen „Erste Hilfe am Kind“. Die Nachfrage danach steigt wie die Zahl der Kinder in Delitzsch: „Dieses Jahr sind es bereits vier Kurse, die Anfragen sind zahlreich vorhanden“, berichtet Birgit Pabel, Fachreferentin beim Kreisverband in der Eilenburger Straße. Dabei ist die Erste Hilfe am Kind, die es seit vier Jahren beim DRK gibt, nicht einmal fest im Kursplan verankert und auch noch bequem via Homepage (www.drk-delitzsch.de) buchbar, sondern entsteht allein aus dieser Nachfrage heraus. Junge Eltern – vermehrt die Väter - fragen beim DRK an, stellen kinderbezogene Fragen in „normalen“ Kursen, Freundeskreise beschließen sich und ihren Kindern was Gutes zu tun – so formieren sich diese Seminare.

Und Fragen gibt es so zuhauf wie Anfragen. So berichten auch die neun Frauen und Männer, die sich am Donnerstagabend eingefunden haben, dass sie wissen wollen „ob man jetzt gleich panisch zum Arzt rennen muss“ oder was sie tun können. Die Atmosphäre ist entspannt, man spricht sich bewusst beim Vornamen an. Matthias möchte seine Kenntnisse in Erster Hilfe für seine gut drei Monate alte Tochter erweitern. Michael will wissen, was zu tun ist, wenn sein jetzt gerade ins Laufen kommender Sohnemann mal schlimm fällt. Sandra will richtig handeln können, sollte ihr ein halbes Jahr alter Sohn etwas verschlucken. Sorgen, Nöte und Ängste, die Kursleiterin Evgenia Braslavskaya gut verstehen kann. Die 27-jährige Medizinstudentin ist mehr als sechs Jahre selbst Rettungsdienst gefahren, sie hat viel Schlimmes gesehen und erlebt: „Doch auch im Rettungsdienst sagen wir, das Schlimmste ist ein Kindernotfall.“ Es sei „einfach tragischer“, das sei jedem klar. Der Vorteil aber: „Niemand hat Hemmungen spontan einem Kind zu helfen“, weiß Evgenia Braslavskaya, „das kann bei einem wildfremden Erwachsenen schon anders aussehen.“ So würden bei Erster Hilfe am Erwachsenen manche sehr wohl überlegen, ob sie jetzt überhaupt eingreifen oder es nicht so beherzt tun. Bei Kindern sei das anders, da würde jeder und ohne Zögern agieren – auch bei wildfremden Kindern. Da aber bei einem Kind, Kleinkind oder Säugling alles vor allem kleiner ist, gelte es anders zu handeln.

Statistisch gesehen seien Kindernotfälle recht selten, die Angst davor aber ungleich größer – wer das Wissen im Hinterkopf hat, kann im Falle des Falles richtig handeln. Der Geschulte weiß, dass er bei einer Herzmassage beim Säugling mit dem Druck zweier Finger arbeitet, beim älteren Kind mit einer Hand. Statt stabiler Seitenlage ist die Bauchlage fürs Kind besser. Und im Kern der Sache gehe es meist darum, die Zeit bis zum Eintreffen der Profis gut zu überbrücken, erinnert Evgenia Braslavskaya. Was zählt ist das Selbstbewusstsein, aus dem Bauch heraus gut zu handeln – nur gelernt haben sollte man das einmal. In knapp drei Stunden ist das beim DRK zu machen – es kann ein ganzes Leben bedeuten.

Wer sich für einen Kurs zur Ersten Hilfe am Kind interessiert, sollte sich am besten persönlich beim DRK in der Eilenburger Straße 65 oder 034202 3094-0 melden.

Von Christine Jacob

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