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Delitzsch Großes Interesse an Seniorenwohnstätte mit Pflegeangeboten in Krostitz
Region Delitzsch Großes Interesse an Seniorenwohnstätte mit Pflegeangeboten in Krostitz
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00:17 15.10.2016
Gestaltungsentwurf für den Tagespflegebereich in der geplanten Seniorenwohnstätte. Quelle: PlanKonzept GmbH
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Krostitz

Das Interesse an einer Seniorenwohnstätte, die vom betreuten Wohnen bis zur Intensivpflege Angebote bietet, ist in Krostitz offensichtlich groß. Nachdem die LVZ im Vorfeld der jüngsten Gemeinderatssitzung berichtete, dass zwei Investoren ein solches Projekt gern im Wohngebiet Dorfmark verwirklichen würden, hat Bürgermeister Wolfgang Frauendorf viele Anrufe von Bürgern erhalten, die dieses Vorhaben ausdrücklich befürworten. „Vor allem für das Projekt der Raphaelis GmbH gab es viel Zuspruch, bis dahin, dass einige sich schon für eine Wohnung in dem Objekt bewerben wollen“, berichtet der Bürgermeister. So schrieb Werner Legutke aus Beuden in einer E-Mail, dass diese Einrichtung eine Bereicherung für Krostitz wäre und dass er mit seiner Frau gern dort einziehen würde.

Zwei Projekte im Wettstreit

Auch die Gemeinderatssitzung, in der die beiden Investoren ihre Projekte vorstellten, war gut besucht. Wie berichtet, basiert Gabriele Horsters Konzept auf einen genossenschaftlichen Wohnbau für Senioren, in dem 40 Personen in vier Wohngemeinschaften mit Zwei- und Drei-Raum-Wohnungen leben können. Des Weiteren sieht das Projekt Zimmer für Kurz- und Tagespflege sowie Räume für ärztliche Behandlung, Physiotherapie sowie eine Begegnungsstätte und ein Nachbarschaftscafé vor.

Sven Kokot, geschäftsführender Gesellschafter der Raphaelis GmbH, will eine Seniorenwohnstätte mit 35 barrierefreien Wohnungen errichten. In ihr reichen die Angebote vom altersgerechten Wohnraum über Betreutes Wohnen, Tages-, Nacht- und Verhinderungs- bis zur Intensivpflege. „Wir bieten eine Wohnform, bei der die Mieter auch im Pflegefall nicht in ein Altenheim müssen“, so Kokot.

Alles unter einem Dach

Mit dieser Idee hat er die Krostitzer Gemeinderäte überzeugt, denn sie haben sich mehrheitlich für sein Konzept entschieden. „Es beinhaltet das, was uns vorschwebt – alles unter einem Dach, sodass Menschen, wenn sie pflegebedürftig werden, nicht aus dem Dorf in ein Heim in die Stadt müssen“, kommentierte Frauendorf die Empfehlung des Rates. Diese muss nun noch von der Kirche als Landeigentümer abgesegnet werden. Kein Hehl macht Frauendorf daraus, dass er schon seit mehreren Jahren mit Kokot dieses Projekt verfolge.

Skepsis im Seniorenverein

Der Gemeinderat hatte sich die Entscheidung allerdings nicht leicht gemacht und vergleichsweise lange die beiden Projekte abgewogen. Denn auch das genossenschaftliche sei eine tolle Sache, sagt Frauendorf. Bedenken habe er aber, ob es in einer dörflichen Region wie Krostitz funktioniere. Dabei verweist er auf Erfahrungen in der Gemeinde Laußig, in der sich die Heide Service Genossenschaft unter anderem das Ziel gesetzt hat, die Lebensqualität älterer Menschen zu verbessern. Eins ihrer Projekte ist die Vernetzung von Wohn- und Betreuungsformen. Vorstand Carsten Liedtke rät allerdings wegen hoher Nebenkosten von einer genossenschaftlich organisierten Seniorenwohnstätte eher ab. Auch viele Mitglieder des Krostitzer Seniorenvereins stünden dem Genossenschaftsprojekt skeptisch gegenüber, schildert der Vereinsvorsitzende Gerhard Hamann.

Gabriele Horster bedauert, dass es ihr nicht gelungen ist, „die Räte für die gemeinnützige Variante in bürgerschaftlicher Initiative zu begeistern. Vielleicht hätte ich einen Bus chartern und die Räte zu einer Besichtigung eines Genossenschaftsprojektes einladen sollen“, räumt sie im Nachgang der Ratssitzung ein. Weil sie aber überzeugt ist, mit ihrem Projekt einen Beitrag zum guten und bezahlbaren Leben im Alter leisten zu können, will sie das Vorhaben „nicht vorschnell im Schubkasten beerdigen“.

Von Thomas Steingen

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