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Delitzsch Grüne Oase mit chinesischem Flair
Region Delitzsch Grüne Oase mit chinesischem Flair
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15:22 10.06.2016
Fantasievoll: Ingo Perlwitz will demnächst einen Drachen am Eingangstor kreieren. Die Zunge aus roter Knete ist schon fertig. Quelle: Foto: Melanie Steitz
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Roitzsch/Delitzsch

Erstmals zum Tag der Offenen Gartentür in Delitzsch und Umgebung ist auch die grüne Oase bei Ingo Perlwitz (78) und seiner Frau Dagmar (58) zugänglich. Auf 250 Quadratmetern präsentiert das Roitzscher Ehepaar seine exotische Naturverbundenheit mit China.

Schon das rote Eingangstor mit Goldemblem eines speienden Drachens lässt erahnen, dass die Besucher beim Betreten dieses Gartens in eine andere Welt eintauchen. Überall wimmelt es von weißen Buddha- und Soldaten (Terracotta Armee)-Skulpturen, die zuweilen amüsant platziert sind: Ein meditierender Buddha sitzt da zum Beispiel neben einem gelben Sonnenschirm und bleibt dennoch blass. Das Exotische findet sich hier nicht in den Pflanzenarten – obwohl es im hinteren Teil Rhododendren-Büsche gibt – sondern in der detailgetreuen, kreativen Abbildung Chinas, wenn die Hecken und Bonsais asiatisch, rund getrimmt sind.

Fünf Jahre hat der pensionierte Lehrer mit seiner Frau, die als Rechtsanwältin arbeitet, an der Umsetzung des Gartens getüftelt. Während die 58-Jährige ein Faible für das Trimmen von Ästen hat, lässt sich ihr Mann immer wieder etwas Neues einfallen. Sein nächstes Projekt ist, die wellenförmige Hecke neben dem Eingangstor in ein Drachengesicht mit Augen, Nase und Zunge zu verwandeln.

Vor zehn Jahren unternahm das Ehepaar eine Reise nach China, schaute sich Sehenswürdigkeiten sowie Gärten in Shanghai, Xian und in der Verbotenen Stadt an. Da die beiden seit längerem einen exotischen Garten anlegen wollten – der Anblick deutscher Modelle sei zu enttäuschend gewesen – wandten sie ihre Reiseeindrücke im eigenen Domizil an. So unterliegen der schlängelnde Gartenpfad und das Trittbrett beim Eingang des Pavillons auch dem asiatischen Raumverständnis, denn Chinesen glauben seit jeher, dass Geister nicht um die Ecke und über Schwellen gehen können.

Die Materialien fanden die Roitzscher im Baumarkt und Internet. Sie suchten sogar einen Großmarkt für chinesische Gaststätten auf. „Man muss Fantasie haben“, erzählt Perlwitz. Früher habe er sich gewundert, wie viel Zeit ein Freund aus Chemnitz in seinem Schrebergarten verbrachte, nun geht es dem 78-Jährigen genauso. Ständig gebe es etwas zu tun oder zu beobachten.

„Der Garten ist meine Oase“, gesteht er, während das Wasser vom achteckigen Pavillon die Kaskaden hinunter plätschert. Auch sein Hund fühlt sich hier paradiesisch wohl. Wegen der Affenhitze schlürft er aus dem Teich, wo rote und weiße Koi Karpfen schwimmen. „Lass noch was drin, Hanno!“, scherzt Perlwitz. Dann lässt sich der Vierbeiner wieder im Schatten des grünen Dickichts nieder.

i: Chinesischer Garten: am 19. Juni, 13 bis 18 Uh, Chausseestraße 36, Roitzsch.

Von Melanie Steitz

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