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Delitzsch Gülle-Streit - Anzeige gegen Landwirt
Region Delitzsch Gülle-Streit - Anzeige gegen Landwirt
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15:32 17.07.2015
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Denn zwischen Pressen und Rödgen hat ein Landwirt auf einem Feld tierische Ausscheidungen ausgebracht, die der nach wie vor gefrorene Boden nicht aufnehmen kann.

Eine Thematik, an der sich schon vorher die Kontroversen zwischen Vertretern des BUND und der Landwirtschaft heftig entzündet hatten (wir berichteten).

„Wir haben uns als Bürger informiert und gleich wegen der Schädigung des Grundwassers und des Bodens Anzeige erstattet“, meldete sich Martina Schneider, die Vorsitzende der BUND-Regionalgruppe Zschepplin, empört. Zehn Zentimeter hoch seien die tierischen Abfallprodukte auf mehreren Hektar auf das gefrorene Feld aufgebracht worden. „Das ist nicht nur ein Verstoß gegen gültiges Recht, auch der nahe Schadebach und das Naturschutzgebiet Kämmereiforst können dadurch Schaden nehmen“, befürchtete die Zschepplinerin. Die Landwirte, vermutete Bernhard Voll vom Umweltamt des Landkreises, sitzen wegen des anhaltenden Winters auf vollen Güllebehältern und quasi mit den Vorbereitungen für die Frühjahrsbestellung in den Startlöchern. Er sah in dem Fall in der Region Kospa-Pressen eine „mögliche Ordnungswidrigkeit“ und „unprofessionelles Handeln“, mit dem der Betrieb außerdem die Förderung über das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie in Mockrehna gefährden würde. Dieser Behörde hat die Polizei, als die Anzeige einging, alles Weitere übergeben. Einen Straftatverdacht gebe ist nicht, hieß es im Eilenburger Polizeirevier. Man ging auch hier von einem Verstoß gegen die Gülleverordnung aus. Im Mockrehnaer Amt war die Anzeige am Mittwoch eingegangen. Es werde nach einem Vorort-Termin nunmehr ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet, hieß es dort gestern. Über dessen Ergebnis solle nach dem Abschluss die Öffentlichkeit informiert werden. Damit hat das Thema Gülle eine neue Qualität erreicht. In der Vorstandssitzung des Kreisbauernverbandes war es gestern Nachmittag ungeplanter Tagesordnungspunkt eins, wenngleich auf den Kospa-Pressener Fall nicht eingegangen wurde. Die Kreisbauern fühlen sich mittlerweile vom BUND Sachsen, allen voran dessen Vorsitzenden Hans-Udo Weiland, diffamiert und verleumdet. „Gülle ist ein organischer Dünger, der sehr wertvoll ist“, sagte der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Peter Birke. Mikroorganismen im Boden würden über die Gülle mit „hochwertigen Nährstoffen“ versorgt. „Wenn die Gülle so schlecht wäre, wie dargestellt, würden in unseren elf Biogasanlagen die Mikroorganismen absterben“, so Birke weiter. Dies sei nicht der Fall. Rolf Küster von der Agrargenossenschaft in Hohenprießnitz bezeichnete die BUND-Verlautbarungen der vergangenen Tage (Gülle sei „hochgradig mit Hormonen, Arznei- und Desinfektionsmitteln versucht“) als „Frechheit“. Hier werde „eine gesamte Branche diskriminiert“, erklärte er. Unterdessen erwägen einzelne Betriebe in Nordsachsen, den BUND zu verklagen. Dieser schädige mit falschen Behauptungen den Ruf der Unternehmen. Der Kreisbauernverband werde sie dabei unterstützen, signalisierte der Vorsitzende Birke. .

Karin Rieck und Nico Fliegner

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