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Gute Vorsätze zum neuen Jahr: Mehr Andrang in Nordsachsens Fitnessstudios

Sport treiben Gute Vorsätze zum neuen Jahr: Mehr Andrang in Nordsachsens Fitnessstudios

Ran an die Fitness-Geräte: Die guten Vorsätze zum neuen Jahr zeigen auch in Eilenburg, Delitzsch, Oschatz oder Bad Düben Wirkung. Die Fitnessstudios im ganzen Landkreis Nordsachsen melden regen Zulauf. Wir haben uns einmal vor Ort umgehört.

Fit in der Eilenburger Aktiv-Oase: Jonas Cramer und Petra Heynig demonstrieren Liegestütze unterstützt von Schlingen zur Steigerung der Körperspannung.

Quelle: Wolfgang Sens

Nordsachsen. Das neue Jahr ist noch nicht einmal zwei Wochen alt – da halten auch die guten Vorsätze noch. Und vielleicht noch länger. Das würde zumindest die Fitnessstudio-Betreiber freuen, denn mehr Sport treiben ist schließlich ein Klassiker. Wir haben uns einmal in verschiedenen Fitnessstudios im Landkreis Nordsachsen umgehört.

So spürt man im Sportpark Oschatz bereits, dass das neue Jahr angebrochen ist: „Wir erleben das gleiche Phänomen wie in jedem Januar: Es sind deutlich mehr neue Leute da als im Rest des Jahres“, erzählt Studioleiterin Anja Bleich. Ziel Nummer eins dabei: abnehmen. Dafür kann man zunächst eine kostenfreie Probewoche absolvieren. Angebote zur Schmerzlinderung, speziell bei Rückenproblemen, stehen ebenfalls hoch im Kurs. Dafür ist das Reha-Sport-Angebot im Sportpark gedacht: „Im Januar werden auch die munter, die eine entsprechende ärztliche Verordnung haben“, so Bleich.

Großes Interesse bei Kunden

Auch einige Kilometer weiter in Naundorf kann Dietmar Bardo, Leiter des Fitness Centers Bardo, konstatieren: „Ja, es kommen mehr Leute, um fitter zu werden.“ Statt aber auf die üblichen Ziele wie Abnehmen oder Muskelaufbau zu setzen, lautet das Motto bei Bardo: Gesund alt werden. Das gelinge nur mit einer Kombination aus regelmäßigem, herausforderndem Training und gesunder Ernährung. Diesbezüglich findet Bardo klare Worte: „Wir essen zu viel Zucker und tierische Produkte und senken damit sowohl unsere Lebenserwartung als auch unsere Lebensqualität.“

Im Gesundheitsstudio Aktiv-Oase in Eilenburg melden sich zum Jahresbeginn ebenfalls vermehrt neue Interessenten an. „Gerade am Anfang des Jahres ist ein großes Interesse seitens unserer Kunden da. Viele Menschen wissen schon lange Zeit vorher, dass sie etwas für ihren Körper machen müssen. Sie nehmen jedoch das neue Jahr zum Anlass, um aktiv zu werden“, sagt Geschäftsführerin Petra Heynig. Zu Stoßzeiten, wie eben im Januar, bietet das Gesundheitsstudio ein entsprechendes Angebot: In diesem Jahr gibt es ein zwölfwöchiges Projekt, das sich um eine rundum gute Figur dreht. Das Projekt beinhaltet neben einem individuellen Sportprogramm auch Beratung bei Ernährungsfragen. „Das Programm kann je nach Interesse auf den Kunden angepasst werden. Wer beispielsweise nur das Beratungsabgebot nutzen möchte, bekommt natürlich die Möglichkeit“, sagt Heynig. Im Durchschnitt verzeichnet das Studio ungefähr 18 Anmeldungen pro Monat: „Zum Jahresbeginn kann sich die Zahl dann schon mal verdoppeln“, so die Chefin. Kurse sind bei den Mitgliedern besonders beliebt.

Schnupperkurse im Februar

Der Trend zur sportlichen Aktivität zum Jahresbeginn macht sich auch in Bad Düben bemerkbar. Christoph Schiroki ist der Bereichsleiter im Vitalcenter des Heida Spaund beobachtet seit Anfang des Jahres sowohl die gesteigerte Aktivität der bisherigen Mitglieder wie auch viele Neuanmeldungen. „Viele Menschen haben gute Vorsätze für das neue Jahr. Sie wollen abnehmen oder gesünder leben“, sagt Schiroki. Dabei rücke der Aspekt, sich aktiv um eine gesunde Lebensweise zu bemühen, immer mehr in den Vordergrund. Das Bad Dübener Fitnesscenter startet nicht wie andere Anbieter im Januar mit speziellen Aktionen, sondern etwas verspätet, im Februar: „Wir bieten einen vierwöchigen Schnupperkurs an. Interessenten haben die Möglichkeit, unser gesamtes Fitnessangebot in Anspruch zu nehmen.“ Der Andrang im Januar sei ohnehin groß genug, dieser müsse nach Aussagen des Bereichsleiters kanalisiert werden. „Wir möchten auch die Unentschlossenen abfangen, die sich im Januar noch nicht motivieren können.“

Antje Sonntag, Geschäftsführerin und Eigentümerin des Delitzscher Sport- und Wellnessclubs, sieht dem immer zu Beginn des Jahres auftretenden Trend, etwas für die Fitness zu tun, gelassen entgegen. „Wir wissen, dass die Leute mit guten Vorsätzen herkommen und wir sind darauf vorbereitet. Unsere Kurse sind aber auch so regelmäßig ausgebucht. Jetzt werden sie jedoch noch mehr nachgefragt. Wer schnell reagiert, bekommt auch bei uns natürlich seine Chance.“ Zudem würden auch die Gratisangebote locken, es in ihrem Club mit dem Sport einfach mal zu probieren. Einen besonderen Trend hat sie auch ausgemacht: „Gutscheine gingen im vergangenen Jahr besonders gut. Jetzt versuchen die Leute, diese Gutscheine auch einzulösen.“

Euphorie sollte nicht kurzfristig bleiben

Selbiges ist im Sportstudio Schweiger in Delitzsch zu beobachten. Zudem zeige die Werbung Wirkung, animiere Menschen immer wieder Anfang des Jahres, etwas für ihre Fitness und Gesundheit zu tun, sagt Studioinhaber Michael Schweiger. „Die Euphorie sollte aber nicht kurzfristig bleiben, sondern langfristig halten“, so der Fitnesstrainer, der zur Regelmäßigkeit rät. Damit sollte eine gesunde Ernährung einhergehen. Schweiger empfiehlt zweimal wöchentlich ein Ganzkörpertraining. Eine Mitgliedschaft, die monatlich kündbar ist, ermögliche den Studiobesuchern, in der wärmeren Jahreszeit das Training mehr nach draußen zu verlagern. Für den höheren Andrang zu Jahresbeginn ist Schweiger mit ausreichend Trainern gerüstet. So sei es auch möglich, zu den feststehenden Kursen bei Bedarf zusätzliche anzubieten.

Beim Verein VitaMed – Zentrum für Gesundheitssport in Delitzsch sind die Kurse ganzjährig gut ausgelastet, das resultiert schon daraus, dass Gesundheits- und Rehasport längerfristige Betätigung bedingt und an ärztliche Verordnungen geknüpft sind. Aber auch VidaMed erfahre einen verstärkten Zulauf vor allem im ersten Quartal eines Jahres, berichtet Geschäftsführer Dietmar Keitzl. „Bei uns setzt die verstärkte Nachfrage aber eher im Februar bis April ein. Zu uns kommt das Gros wegen der Gesundheit, Gewichtsreduzierung rückt dann erst im Verlaufe des Trainings stärker in den Fokus.“

Christian Neffe/Maria Sandig/ Thomas Steingen/Ditmar Wahlgemuth

Von Christian Neffe, Maria, Sandig, Thomas Steingen, Ditmar Wohlgemuth

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