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Delitzsch „Hänsel und Gretel mobil“: Oper Leipzig macht in Zschortau Halt
Region Delitzsch „Hänsel und Gretel mobil“: Oper Leipzig macht in Zschortau Halt
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14:14 26.04.2017
Die Grundschüler staunten, als ihre Turnhalle zur Bühne für die Musiker des Gewandhausorchesters und Solisten der Oper Leipzig wurde. Quelle: Manuel Niemann
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Zschortau

Die Leipziger Oper gibt es auch mobil: Es sei einmalig, dass ein großes Orchester in Bussen mitsamt einer Bühne im LKW-Gepäck zu Schulen reise, um Kinder an diese Kunstform heranzuführen, sagte Gundula Nowack. Sie inszenierte am Dienstag die Oper „Hänsel und Gretel“ in der Zschortauer Turnhalle. Die Grundschule hatte sich erfolgreich um diesen Auftritt bemüht. Davon profitierten auch die Grundschüler aus Rackwitz, die eingeladen waren. Die 1893 uraufgeführte Oper von Engelbert Humperdinck wurde für diese mobile Version auf eine Stunde gekürzt und um Dialoge ergänzt, die die Kinder durch die Handlung führen.

Selbst der Taktstock wurde anschaulich erklärt

Die hatten davor bereits eine Einführungsstunde bekommen und nun ausführlich Gelegenheit, durch die Reihen der 26 angereisten Musiker zu streifen und Fragen zu stellen. Kindgerecht und am Puls der Zeit dann der Einstieg in das Stück: „So eine Musik kennen wir sonst nicht.“ Scheinbar noch nicht in ihren Rollen erkundeten Johann und Greta (Sandra Maxheimer und Mirjam Neururer) das Orchester neben der Bühne: Das Mobiltelefon immer in der Hand, um das Gesehene festzuhalten. Ulf Schirmer, der Intendant der Oper Leipzig, übernahm selbst den Taktstock und führte die Kinder anschaulich in das Handwerk eines Dirigenten ein.

In die Märchenzeit zurückversetzt

Dann der Einsatz der Windmaschine: Ein säuselndes Geräusch ist zu hören, dass jetzt Hänsel und Gretel zurück in die Märchenzeit versetzt. Auch hier ermöglicht das Stück, mehr zu sehen, die Abläufe und Bühnentechniken mitzubekommen: Die Darstellerinnen schlüpfen auf der Bühne in die Kostüme, während Techniker ab und an durch das Bild huschen. Die Handlung des Grimmschen Märchens ist in der Oper leicht verändert. Die Mutter (Kathrin Göring) darf hier eine Mutter sein, wenn auch eine von Arbeit und Armut überforderte. Statt eines Holzfällers ist sie die Frau eines Besenbinders (Jürgen Kurth). Die beiden Kinder müssen mithelfen, aber weil sie Kinder sind und spielen („Brüderchen, komm, tanz mit mir!“ ), bleibt diese Arbeit unerledigt. Weil auch noch der Milchtopf im Clinch zu Bruch geht, werden sie zum Beerensammeln in den Wald geschickt.

Auch die Bühnentechnik ist mobil

Der ist schnell geschaffen: Mobile Elemente werden gedreht, ein Klettverschluss ratscht und die Kulisse, die gerade noch ein ärmliches Zimmer war, ist nun eine Waldszene. Dort werden Hänsel und Gretel von der Nacht überrascht, bevor sie („Knusper, knusper knäuschen, wer knuspert an meinem Häuschen?“) auf die von Dan Karlström gespielte Hexe treffen. Die glänzt zunächst in einem an Bonbonpapier erinnernden goldenen Reifrock. Dessen Gestell wird später zu Hänsels Gefängnis. Die Kinder sind auch nach einer Stunde noch involviert: So ist die einsetzende Nacht ein Tuch, das ein paar Kinder über die Zuschauerreihen hinweg ziehen.

Von Manuel Niemann

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