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Delitzsch Haftstrafe nach Waffen- und Drogenfund bei Delitzsch
Region Delitzsch Haftstrafe nach Waffen- und Drogenfund bei Delitzsch
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11:15 11.06.2018
Die Verhandlung fand vor dem Landgericht Leipzig statt. Quelle: dpa
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Delitzsch/Leipzig

Eine Haft- und eine Bewährungsstrafe – das ist das Ergebnis der Hauptverhandlung vor dem Schöffengericht des Landgerichtes Leipzig. Vorgeworfen wurden einem Mittvierziger und einer Frau Anfang 30 Besitz und Handel von Betäubungsmitteln sowie unerlaubter Waffenbesitz (wir berichteten). Es ging unter anderem um den Anbau von Cannabis sowie abgepackte Tütchen.

Ausgangspunkt war eine Schießerei in einem Ort bei Delitzsch. Dorthin wurde die Polizei in der Nacht vom 5. zum 6. Oktober 2017 gerufen. Seitdem saß der über 1,90 Meter große Angeklagte in Untersuchungshaft. Bei einer Durchsuchung wurden in seinem Haus nicht nur verschiedene Waffen, Munition und sprengstoffverdächtiges Material gefunden, sondern auch Betäubungsmittel, darunter synthetische Drogen – angeblich für den Eigenbedarf. Man habe keinen Handel betrieben. Und auch die Zeugen hätten weder etwas von Drogen noch von Waffen gewusst, von Handel gleich gar nichts. Übrigens wird ein Zeuge von Justizbeamten aus der Haft ins Gerichtsgebäude „begleitet”.

Ein spätes Geständnis

Das Gericht hat es sich nicht leicht gemacht. Der Beschuldigte zieht es bis zur Urteilsverkündung vor, zu schweigen und seine Verteidigerin sprechen zu lassen. Und erst in letzter Minute entscheidet er sich für ein Geständnis. Auch Aussagen der Frau auf der Anklagebank kommen eher spärlich.

Um der Wahrheit so nah wie möglich zu kommen, gibt es einen zusätzlichen Verhandlungstag. Unter anderem deshalb, weil die Angeklagten im Prozess weitere Zeugen benannt haben, die gehört werden müssen. Zur Entlastung der Beschuldigten tragen sie aber nicht bei. Es scheint eher, als litten die Personen im Dunstkreis der Angeklagten an dem „Virus“ Vergesslichkeit. Es ist auch unschwer zu erkennen, dass Richter Jens Kadens Geduld ob der spürbaren Amnesie mächtig strapaziert wird. So rutscht ihm bei der Befragung eines Zeugen heraus: „Sie wollen ihn nicht anscheißen!”

Fotos der Polizei

Dabei sprechen zum Beispiel die gezeigten Videoaufnahmen und Fotos der Polizei sowie die Aufnahmen der Kameras des Angeklagten eine deutliche Sprache. So ist beispielsweise zu sehen, dass die Angeklagten – unabhängig voneinander – nachts innerhalb einer Stunde mehrmals das Haus verlassen und nach wenigen Metern in einem unsichtbaren Bereich verschwinden. Auf die Frage des Richters, was sich dort befinde, antwortet die Angeklagte, dass es sich um einen Keller mit Getränken handele. Doch weder hin noch zurück haben die beiden etwas in der Hand.

Der letzte Verhandlungstag ist gespickt mit ungeplanten Pausen und Wartezeiten, teilweise muss die Öffentlichkeit den Raum verlassen. Verteidiger und Angeklagte beraten sich. Die Vertreterin der Anklagebehörde, Sabine Fleiner-Krüger, beantragt dann für den Angeklagten fünf Jahre Haft und für seine Partnerin zwei Jahre Haft auf Bewährung. Verteidigerin Riemer würdigt das Geständnis ihres Mandanten und plädiert für eine „milde Strafe”. Und Rechtsanwalt Haag sagt nur, dass seine Mandantin das Kapitel endlich „abschließen möchte”.

Einschlägig vorbestraft

Auf eine milde Strafe kann der Angeklagte nicht hoffen, schließlich sei er einschlägig vorbestraft, so Richter Kaden, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Das Schöffengericht verurteilt den Angeklagten schließlich zu drei Jahren und neun Monaten Haft wegen unerlaubten bewaffneten Handels mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge in Tateinheit mit unerlaubtem Besitz von Betäubungsmitteln und wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz. Seine Partnerin wird wegen Beihilfe zum bewaffneten Handel mit Betäubungsmitteln in Tateinheit mit Besitz von Betäubungsmitteln verurteilt.

In der Begründung erklärt Kaden unter anderem, dass die Vorstrafen des Mannes schwer wiegen. Und der Partnerin hält er vor, dass sie von der Cannabis-Plantage und den Waffen gewusst haben muss. Immerhin hat sie vor Gericht zugegeben, selbst Betäubungsmittel zu konsumieren. Außerdem habe sie kurzzeitig bei dem Mann gelebt.

Von Gabi Liebegall

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