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Hallennutzung in Delitzsch wird teurer, Förderung für Kinder soll steigen

Neue Bedingungen Hallennutzung in Delitzsch wird teurer, Förderung für Kinder soll steigen

Weil sich das Steuergesetz ändert, kommt in Delitzsch wie auch in vielen anderen Kommunen einiges ins Rollen. Am Ende müssen die erwachsenen Loberstädter zwar tiefer in die Tasche greifen, wollen sie Sporthallen in ihrer Freizeit nutzen, andererseits profitieren aber vor allem Kinder und Jugendliche bald von neuen Regelungen.

Die Sportstätten werden in Delitzsch vor allem für die Nachwuchsarbeit genutzt.

Quelle: Thomas Steingen

DELITZSCH. Das gerade in den Kommunen diskutierte Steueränderungsgesetz bringt auch in Delitzsch einige Änderungen mit sich. An deren Ende steht, dass die Hallennutzungsgebühren für Privatleute zwar steigen, die Sportförderung für Kinder und Jugendliche aber auch bald wieder in die Höhe geht.

Vor- und Nachteile ergeben sich

Kurz gesagt zum Steueränderungsgesetz: Vieles, was bisher für Kommunen von der Umsatzbesteuerung ausgenommen war, fällt jetzt genau da hinein. Und Unternehmen, die sich im Besitz von Städten und Gemeinden befinden, müssen mit dem neuen Gesetz eben auch Umsatzsteuer zahlen. Mit einer sogenannten Optionserklärung gegenüber dem Finanzamt können Kommunen dafür sorgen, dass das neue Recht nicht schon jetzt, sondern erst zum 1. Januar 2021 uneingeschränkt für sie greift. Dieses „Zeit gewinnen“ wird momentan reihenweise in den Dörfern und Städten umgesetzt, ist nach einem einstimmigen Beschluss des Stadtrates inzwischen für Delitzsch auch schon geschehen. Aber mit der Entscheidung geht in der Loberstadt auch die Gründung eines „Betriebes gewerblicher Art Sporthallen“ einher. Sonst, so die Argumentation der Stadtverwaltung, könnte sich das „alte“ Recht nämlich noch nachteilig auswirken, weil ein möglicher Vorsteuerabzug entfallen würde – was unter anderem deshalb ungünstig ist, wenn man zum Beispiel gerade so wie an der Oberschule Delitzsch-Nord mittels Wohnungsgesellschaft eine neue Turnhalle baut. Es wird also ab 2017 die Umsatzsteuer von 19 Prozent auf die Hallennutzung durch Dritte erhoben, die Umsatzsteuer wird ans Finanzamt abgeführt. Vorteil für die Stadt: Die Umsatzsteuer auf alle Aufwendungen für die Bewirtschaftung und Unterhaltung der Hallen bei Fremdnutzung wird der Stadt Delitzsch als Vorsteuer erstattet. Nachteil für den Bürger: Wer die Sporthallen privat nutzen möchte, wird – etwas – tiefer in die Tasche greifen müssen. Um genau 19 Prozent, den aktuellen Umsatzsteuersatz, tiefer. Der Stadtrat hat zugestimmt.

Ein Beispiel: So zahlt man künftig zum Beispiel für die Nutzung eines Hallensegments in der Sporthalle Delitzsch-Ost pro Stunde 76 Cent mehr, 4,76 Euro insgesamt. Teurer ist es also, aber nicht die Welt. Man könne, so argumentiert beispielsweise Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), durchaus davon ausgehen, dass ein Erwachsener in der Lage ist, dies in Sachen Freizeit zu finanzieren. Von den Steigerungen der Hallennutzungsgebühren um die 19 Prozent sind alle Sportgruppen gleichermaßen betroffen.

Mehr Förderung für Delitzscher Kinder

An anderer Stelle wird nachgebessert. Dem Stadtrat liegt noch für dieses Jahr offiziell zur Beschlussfassung ein Vorschlag zur Erhöhung der Sportförderung für Kinder und Jugendliche in den Delitzscher Sportvereinen vor. Diese soll im Sockelbetrag um 25 Prozent auf 25 Euro dauerhaft angehoben werden. Von dieser Sportförderung profitieren laut Schul- und Kulturamt die Vereine mit etwa 950 Kindern und Jugendlichen. Nach einer Erhebung der Nutzung der Delitzscher Sporthallen im Jahr 2016 ist laut dem Amt ohnehin festzustellen, dass schon 47 Prozent der Hallennutzungen durch Kinder- und Jugendgruppen erfolgt – vier von fünf Nutzungsstunden entfallen demnach auf die Vereine, die auch die Sportförderung erhalten. Insgesamt werden rund 6000 Trainingsstunden in den fünf Delitzscher Sporthallen durchgeführt. Die anderen 53 Prozent entfallen aufs Erwachsenentraining beziehungsweise auf die Nutzung durch Freizeitgruppen, die eben die 19 Prozent mehr zahlen müssten. Aber zwei Drittel der Stunden werden von Vereinen genutzt, die für ihre Kinder- und Jugendarbeit auch in der Sportförderung berücksichtigt werden.

Von Christine Jacob

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