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Delitzsch LVZ-Reporterin lässt sich in Delitzsch zur Feuerwehrfrau ausbilden
Region Delitzsch LVZ-Reporterin lässt sich in Delitzsch zur Feuerwehrfrau ausbilden
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09:19 09.05.2018
Der Einstieg ist geglückt: Reporterin Christine Jacob bei der Grundausbildung der Feuerwehr. Quelle: Thomas Körner
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Delitzsch

Zweieinhalb Monate erst ist es her, dass ich meinen Mitgliedsantrag für die Freiwillige Feuerwehr Delitzsch abgegeben habe. Gefühlt war ich gestern noch bei der nicht so befriedigenden Tauglichkeitsuntersuchung und der Feststellung, dass ich mehr Gewicht brauche. Nun sitze ich auf dem Hintern und pauke Stoff wie nie zuvor, plötzlich geht alles Schlag auf Schlag – typisch Feuerwehr eben.

Viel zu lernen

Nicht, dass ich mit Paukerei nicht umgehen könnte, immerhin habe ich vor elf Jahren ein Studium abgeschlossen. Der Druck aber ist ein ganz anderer. Von Haus aus bin ich Literaturwissenschaftler. Nicht wie aus der Pistole geschossen zu wissen, wann genau Fontane lebte, mag ja peinlich für mich sein – aber wirklich ein weites Feld. Nicht sattelfest und zügig zu wissen, wie man mit welcher Brandklasse umgeht und wie man was löscht, das kann dagegen böse enden. Also mir macht das Druck, den ich nie zuvor auf einer Schulbank verspürte. Ende Mai steht die Prüfung in Theorie und Praxis an. Wir werden mit vereinten Kräften ein Szenario bewältigen und Fragen beantworten müssen.

Es macht aber auch Spaß. In einer Woche lerne ich viel wirklich Brauchbares, theoretisch und vor allem praktisch von Schlauch ausrollen bis Leitern aufbauen und in schwerer Montur steigen. Der Truppmann-Lehrgang, der Truppmann ist quasi das kleinste Personallicht der Feuerwehr, läuft in diesem Jahr zudem auf Premierenmodus. Was sonst über sieben oder acht Freitagabend- und Samstagstermine verteilt wurde, hat die Feuerwehr Delitzsch nun auf eine Woche und drei weitere Tage konzentriert. Das ist nicht nur für uns elf Azubis eine intensive Woche, sondern auch für unsere Ausbilder Thomas Körner und Sven Höppner. Thomas Körner wurde extra von der WGD freigestellt und Sven Höppner hat seinen Schichtplan darauf abgestimmt.

Respekt den Einsatzkräften

Der Aufwand lohnt. Die beiden fördern und fordern uns. Was gestern noch theoretisch durchgesprochen wurde, wird am nächsten Tag in Übung umgesetzt. Hier merke ich vor allem, wie viel körperliche Leistung das Ehrenamt abverlangt. Ich bin wahrlich nicht unfit, habe dennoch fiesen Muskelkater allein von der schweren Ausrüstung, die ich ganztägig trage. Respekt also jeder Feuerwehrfrau und jedem Feuerwehrmann, die diese Kilos im Angesicht von Flammen und zum Wohle anderer durch verqualmte Treppenhäuser und in verrauchte Keller schleppen.

Von Christine Jacob

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