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Delitzsch Hat der Wolf bei Delitzsch zugeschlagen?
Region Delitzsch Hat der Wolf bei Delitzsch zugeschlagen?
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11:39 22.02.2018
Wolf oder Adler? Experten gehen bei diesem Rehbock bei Schenkenberg nicht von einem Wolf als Täter aus. Quelle: privat
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Delitzsch/Schenkenberg

Ein offenes Feld, die schmucken Häuschen des Delitzscher Ortsteils Schenkenberg zeichnen sich sanft am Horizont ab. Eine friedliche Idylle, die Oliver Lerche momentan trügerisch findet. Er hat hier einen grausigen Fund gemacht, ein getötetes Reh. „Der Wolf ist da“, glaubt der Schenkenberger.

Wölfe in Nordsachsen

Im Bereich des Möglichen könnte es liegen. Der Wolf ist in Nordsachsen kein Fremder, erst kürzlich gelangen einem Mann bei Kossa wohl Videoaufnahmen. Delitzsch war bei bisherigen tatsächlichen oder angeblichen Wolfssichtungen aber immer ausgeschlossen. Ist Isegrim hier angekommen? Experten bezweifeln allerdings sehr stark, dass es sich bei dem Fund des toten Rehbocks auf dem Schenkenberger Feld um Spuren von Isegrim handeln kann.

Es sei eher nicht von einem Wolfsriss auszugehen, schildert unter anderem Angelika von Fritsch, die Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Delitzsch. Und auch beim Kontaktbüro „Wölfe in Sachsen“ wird immer wieder geschildert, dass typisch für den Wolf der Kehlbiss ist – dieser ist bei dem Fund in Schenkenberg nicht zu erkennen.

„Warum sollte der Wolf zunächst den Aufbruch verzehren?“, fragt die Jägerin zudem. Auch nach erstem Dafürhalten der Unteren Naturschutzbehörde handelt es sich bei dem Fund nicht um einen Wolfsriss. Genaueres werden die Untersuchungen zeigen müssen. Es könne auch ein Seeadler gewesen sein, haben die Experten Oliver Lerche gesagt. Das findet er eher zum Lachen.

Institut prüft

Fakt ist auch: Anhand von Bildern allein ist es nicht möglich, festzustellen, ob ein Reh von einem Wolf getötet wurde oder nicht. Wer so einen Fund macht, der sollte sich umgehend bei Experten melden. Die Wildtierrissbegutachtung liegt im Zuständigkeitsbereich von Wildtierbeauftragten.

Dabei handelt es sich in aller Regel um geschulte Jäger. Bei so einer Vor-Ort-Begutachtung werden nach einer festgelegten Vorgehensweise eine Fotodokumentation und ein Protokoll über den mutmaßlichen Riss erstellt. Die Endbewertung, ob es sich um einen Wolfsriss handelt oder nicht, wird durch das Lupus Institut für Wolfsmonitoring und -forschung vorgenommen.

Der Rehbock könnte auch von einem anderen Tier getötet worden sein. Quelle: privat

Bei derartigen Totfunden ist, falls bekannt, der Inhaber des Jagdreviers zu verständigen. Wolfshinweise wie Spuren, Kot, Sichtungen oder vermutete Risse sollte man aber unbedingt an das Landratsamt Nordsachsen melden.

Von Christine Jacob und Thomas Steingen

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