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Haus in Hohenroda kommt erneut unter den Hammer

Immobiliengeschäft Haus in Hohenroda kommt erneut unter den Hammer

Schon wieder unterm Hammer: Eigentlich war das Haus verkauft und die Rechtsaufsicht hatte auch nichts gegen den niedrigen Preis. Doch nun kommt das Vierfamilienhaus in der Luckowehnaer Straße/Straße der Jugend im Ortsteil Hohenroda wieder zum Verkauf. Ein Verfahrensfehler macht das nötig und krumme Geschäfte möglich, wie Hohenrodaer befürchten.

Luckowehnaer Straße/Straße der Jugend: Zwei Interessenten gab es 2015 für das Objekt, einer war schneller.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Hohenroda. Da wundern sich Ortschafts- und Gemeinderäte: Schon wieder wird das gemeindeeigene Vierfamilienhaus in der Luckowehnaer Straße/Straße der Jugend in Hohenroda zum Verkauf ausgeschrieben. Dabei hatte das Objekt vergangenes Jahr schon längst einen Käufer gefunden und wäre für rund 50 000 Euro, unterhalb des Wertgutachtens, verkauft worden. Nun muss wegen eines Verfahrensfehlers erneut ausgeschrieben werden.

Dass dieser Verfahrensfehler überhaupt entdeckt wurde, hat wohl was mit der Dienstbeflissenheit des Schönwölkauer Bürgermeisters Volker Tiefensee (CDU) in dieser Angelegenheit zu tun. Er hatte die Rechtsaufsichtsbehörde sicherheitshalber prüfen lassen, ob der bisherige Verkauf überhaupt so in Ordnung sei, da das Haus mit Gemeinderatsbeschluss vom September rund 6000 Euro unter dem Wertgutachten verkauft werden sollte. Mehrfach wurde das sanierungsbedürftige Objekt seit dem Frühjahr ausgeschrieben, zu einem Gesamtpreis von 56 400 Euro laut Wertgutachten. Nur fand sich über Monate kein Käufer. Bis zum Gemeinderat im September. Da erteilte das Gremium einem Käufer aus dem Allgäu den Zuschlag, der 50 000 Euro für die Immobilie geboten hatte. Einstimmig fiel der Beschluss. Man könne froh sein, lautete der Tenor im Gremium. Der Bürgermeister sollte sich unter anderem um den Notartermin kümmern. Doch Ende des Jahres brachte der das Thema erneut auf die Agenda. Mit dem Datum 5. Oktober – wenige Tage nach dem Beschluss im September – sei ein weiterer Antrag mit einem Kaufangebot über die vollen 56 400 Euro eingegangen, begründete Tiefensee, dass er den Immobilienverkauf trotz Zuschlag an einen anderen Bieter wieder anschob. Und aus Zeitmangel sei er nicht dazu gekommen, die Aufgaben abzuarbeiten. So könne man das Objekt zum vollen Preis verkaufen, in der anderen Sache wolle er die Meinung der Rechtsaufsicht einholen. Der neue Kaufinteressent: Lutz Rotermund aus Hannover, nach eigener Aussage befreundet mit der Familie von Hermanni – diese ist im Dorf umstritten, zog jüngst in der Debatte um die mögliche Unterbringung unbegleiteter minderjähriger Flüchtlinge Unmut auf sich. Gegen einen erneuten Verkauf der Immobilie an den Mann aus Hannover wehrten sich die Gemeinderäte noch und stimmten dagegen. Ihre Hoffung, das Thema sei erledigt, zerschlug sich am vergangenen Mittwoch.

Die Prüfung der Rechtsaufsicht, so Tiefensee zum Ortschaftsrat Hohenroda am 27. Januar, habe ergeben, dass gegen den Verkauf unter Wert nichts sprechen würde und genehmigungsfähig wäre. Allerdings sei bei der Prüfung ein Verfahrensfehler in der Ausschreibung aufgefallen, den er wohl gemacht habe. Daher habe die Rechtsaufsicht für die neuerliche Ausschreibung plädiert, damit Fristen gewahrt bleiben. Den Kaufinteressenten Lutz Rotermund habe er bereits am Abend des Ortschaftsrates informiert, da er ja nun schon mal als Gast da gewesen sei. Den zweiten Bieter, darauf drängte Ortsvorsteherin Gisela Bamberg (Linke), müsse er zeitnah informieren. Sie bat Tiefensee ausdrücklich um genaueste Vermerke zu diesem Thema im Sitzungsprotokoll. Der beschwichtigte, die Gemeinde sei ja nicht verpflichtet, den Höchstbietenden zu nehmen. In einem der nächsten Gemeinderäte kommt der Deal wieder auf die Agenda – das Gremium wird, so ist zu vernehmen, nicht leichtfertig reagieren.

Von Christine Jacob

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