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Haus weg, wer nicht zahlt: Abwasserverband Unteres Leinetal geht gegen Schuldner vor

Harte Bandagen Haus weg, wer nicht zahlt: Abwasserverband Unteres Leinetal geht gegen Schuldner vor

Es gibt Schuldner, die können oder vielmehr wollen einfach nicht zahlen. Gegen solche will der Abwasserzweckverband Unteres Leinetal nun härter vorgehen – per sogenannter Zwangssicherungshypotheken. Das heißt in der Folge: Wer nicht zahlt, kann sein Haus verlieren.

Wer Mahnungen des AZV Unteres Leinetal bislang ignorierte, muss bald mit harten Folgen rechnen (Symbolbild).

Quelle: Axel Bueckert/Fotalia

WÖLKAU. Es ist an der Zeit, hart durchzugreifen: „Wir haben einige Schuldner, die einfach nicht zahlen“, ärgert sich Volker Tiefensee, Verbandsvorsitzender des Abwasserzweckverbands Unteres Leinetal (AZVUL). Und nicht nur der Schönwölkauer Bürgermeister ist grimmig. Auch die anderen Verbandskommunen – Löbnitz und Delitzsch mit seinen Ortsteilen Spröda und Poßdorf – gehen mit und wollen jetzt schwerere Geschütze aufziehen, um den Extrem-Schuldnern beizukommen. Die Folge für diese Schuldner kann sein, dass sie Hab und Gut verlieren, wenn sie nicht reagieren.

Löbnitz und Delitzsch stehen hinter dem Verfahren

Der eine Schuldner hat 5000 Euro offen, der nächste „nur“ rund 3000, der Spitzenwert liegt über 20 000 Euro. Solchen Schuldnern drohen schon Anfang 2017 Konsequenzen. Der AZVUL will über die Zwangssicherungshypothek mit Eintrag ins Grundbuch zur Beitreibung der offenen Summen schreiten. Die Immobilie des Schuldners kann dann zur Versteigerung gebracht werden, das Geld bekommt der Verband. Ein hartes Vorgehen, wie es beim AZV Unteres Leinetal bisher noch nicht Thema war. „Aber wie wollen wir denn eine ordentliche Zahlungsmoral erreichen? Wie können wir das den Bürgern erklären, die brav zahlen, dass andere hier hohe Summen offen haben?“, argumentiert der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU). Zustimmung gibt es dazu auch von der dritten Verbandskommune Delitzsch.

Zehn Schuldnern droht die Versteigerung

Aktuell sind nach Angaben des AZVUL-Betriebsführers Oewa schon elf Zwangssicherungshypotheken bei zehn Eigentümern im Verbandsgebiet des AVZUL eingetragen. Die Möglichkeit, die Versteigerung anzustrengen, ist damit nicht mehr weit. Und sie ist absolut im rechtlichen Rahmen: Ein Abwasserverband ist sogar verpflichtet, alle Mittel der Beitreibung auszuschöpfen. Macht er dies nicht, drohen dem Verband Rügen durch die Rechnungsprüfungsämter. Der Abwasserzweckverband Delitzsch beispielsweise praktiziert das Verfahren der Zwangssicherungshypotheken schon lange, wenn Mahnungen nicht mehr wirken. Nicht nur Firmen, auch Privatleute waren schon von der Zwangssicherung betroffen.

Als erstes wird es irgendwo zwischen Schönwölkau, Löbnitz und den Delitzscher Ortsteilen einen Schuldner treffen, der ganze 23 000 Euro beim Abwasserzweckverband offen hat. Dieser soll als erster Fall in die Zwangsversteigerung gehen, kündigt der Verband an. Die Oewa rechnet damit, dass Verfahren zur Schuldenbeitreibung in etwa sechs Monaten starten können. „Aktuell bereiten wir den Antrag vor. Dann wird das Amtsgericht einen Sachverständigen zur Begutachtung bestellen und daraufhin wird ein Versteigerungstermin angesetzt“, berichtet der Betriebsführer.

Zahlungsmoral gegenüber AZV Unteres Leinetal ist schlecht

Die Zahlungsmoral und Zahlungsschwäche bleibt beim AZVUL immer ein Thema: „Viele finanzschwache Kunden haben Ratenzahlungsvereinbarungen mit dem AZV vereinbart, um so Stück für Stück ihre Beiträge und Gebühren abzuzahlen“, heißt es vom Betriebsführer. Die Quote der Kunden, die ihre Beiträge von ihrem Konto per Lastschrift abbuchen lassen, sei nur minimal gestiegen. „Für den AZV wie die Kunden würde es reibungsloser laufen, wenn sich mehr Kunden auf einen Bankeinzug einließen. Denn nach wie vor kommt es vor, dass eine Zahlung angemahnt werden muss.“

Von Christine Jacob

Schönwölkau, Parkstraße 11 51.49379 12.49727
Schönwölkau, Parkstraße 11
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