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Delitzsch Hausbesitzerin wartet auf Sanierung ihres feuchten Kellers
Region Delitzsch Hausbesitzerin wartet auf Sanierung ihres feuchten Kellers
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00:15 25.10.2016
Bei einem hohen Grundwasserstand muss teils in einigen Häusern noch immer gepumpt werden. Einzelfalllösungen bietet die LMBV weiterhin an. Quelle: Alexander Bley
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Delitzsch

Eigentlich wollte Ines Meyerhofer das Baugeschehen an ihrem Haus längst hinter sich haben, statt dessen lebt und arbeitet sie weiterhin unter komplizierten provisorischen Verhältnissen. Ihr Haus Am Grünen Hain in Delitzsch ist von Wiederaufstieg des Grundwassers betroffen. Der Keller, der früher Wohnzwecken und der Betreuung von Tageskindern diente, ist unbenutzbar. „Die Feuchtigkeit drückt durch das Fundament, an den Wänden steigt der Schimmel auf“, beschreibt die Hausbesitzerin den schleichenden Prozess, der etwa 2010 begann. Sie wandte sich an die LMBV, meldete einen Bergbauschaden an.

Keller war einst kleine Kita

„Lange Zeit rührte sich gar nichts. Etwa zwei Jahre lang erhielt ich keinerlei Information“, sagt sie. Bewegung in den Prozess sei erst gekommen, als den Verantwortlichen offenbar bewusst wurde, dass es sich nicht einfach nur um ein Haus handelt, sondern auch um die Existenz einer Familie. Ines Meyerhofer ist seit 2007 Tagesmutter, betreut bis zu fünf Kinder. Die entsprechenden Räumlichkeiten befanden sich im Kellergeschoss. Es wurde quasi als kleine Kindertagesstätte entsprechend ausgebaut. Die zuständigen Behörden hatten die erforderliche Zulassung erteilt. „Es wurde auch regelmäßig kontrolliert“, erklärte Ines Meyerhofer. Natürlich habe sie zunächst selbst alles unternommen, um die Räumlichkeiten in Ordnung zu halten, den Schimmelpilz in den Wänden zu bekämpfen. Der Putz wurde entfernt, erneuert und anschließend wurden auch die Wände gefliest. Doch das habe lediglich einen gewissen Zeitgewinn gebracht.

Anheben des Hauses ist keine Option

Zumindest kamen zu diesem Zeitpunkt auch die Gespräche mit der LMBV erneut in Gang. Ein Konzept wurde erstellt, um das Haus gegen aufsteigendes Grundwasser dicht zu bekommen. Der Bergbausanierer nennt es Gefahrenabwehr und tut dies, wie er immer wieder betont, aus freien Stücken. Ein gesetzlicher Anspruch leitet sich nicht daraus ab. Der Loberausbau ist Kern des Gesamtkonzeptes, aber auch die Sicherung einzelner Gebäude gehört nach wie vor dazu. Im Wohngebiet Am Grünen Hain wurden bereits mehrere Häuser vor aufsteigendem Grundwasser gesichert. Die Varianten fielen jedoch unterschiedlich aus. Häuser wurden angehoben, bei anderen bloß der nicht mehr nutzbare Keller mit Beton verfüllt. „Anheben geht bei meinem Haus gar nicht, weil es nur auf einem Streifenfundament steht“, erklärte Ines Mayerhofer, die beim Thema Bau durchaus Expertenwissen vorweisen kann. Bei einem Geldinstitut hatte sie jahrelang mit dem Bereich zu tun.

Kinderbetreuung im Wohnzimmer

Verfüllen des Kellers komme für sie nicht in Frage. „Ich brauche den Platz.“ Momentan betreut sie Kinder in ihrem Wohnzimmer. Eine Privatsphäre ist dadurch kaum noch gegeben. Auch wenn die 55-Jährige derzeit allein im Haus lebt, hofft sie immer noch auf schnelle Veränderungen, vor allem Verbesserungen. „Meinetwegen kann es sofort los gehen. Seit Mai ist der Keller vorbereitet, im Juni sollte die Baufirma eigentlich anrücken.“ Gut 243 000 Euro soll die Sanierung, der Einbau einer weißen Wanne im Inneren des Kellers, kosten. Eigenmittel kann die Alleinverdienerin nicht einbringen, sie lebt in Scheidung, zahlte ihrem Mann den Anteil des Hauses aus. In ihrem Fall wurde die Härtefallkommission eingeschaltet. Eine Entscheidung steht noch aus. Die LMBV schrieb zumindest die Bauarbeiten ein weiteres Mal aus. „Wahrscheinlich, um die Kosten zu reduzieren“, glaubt die Betroffene und sieht einen Baustart in diesem Jahr nicht mehr.

Von Ditmar Wohlgemuth

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