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Delitzsch Heftige Kritik an Baumfällungen im Löbnitzer Park
Region Delitzsch Heftige Kritik an Baumfällungen im Löbnitzer Park
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14:03 19.05.2015
In Löbnitz fallen Bäume: Michael Steuri ist der Fachmann für die Arbeiten im Park. Quelle: Wolfgang Sens

"Wenn wir sehen, was da alles weg geholzt wird, kommen uns die Tränen", ist der langjährige stellvertretende Bürgermeister entsetzt. "Das ganze Niederholz ist weg, selbst viele große gesunde Bäume fallen", berichtet er. Dafür habe nicht nur er kein Verständnis. Viele Löbnitzer hätten ihn schon angesprochen.

Christine Schiemann, die für die Gemeinde den Wiederaufbau des Parks nach dem Hochwasser mit ihrem Büro plant, kann das gut nachvollziehen. "Auch mir blutet bei manchen Sachen das Herz", gibt sie unumwunden zu. Doch diese denkmalgeschützte Anlage soll kein Wald, sondern ein Park sein. Und es gibt Zwänge. Durch das Hochwasser waren viele Bäume gefährdet, drohten aufgrund des aufgeweichten Bodens umzustürzen. Eine Reihe von Notsicherungsmaßnahmen mussten nach der Flut umgesetzt werden. Nach einer öffentlichen Ausschreibung im Herbst vergangenen Jahres wurde die Firma Bau- und Haustechnik Bad Düben beauftragt, den Wiederaufbau des Parks für knapp 200 000 Euro vorzunehmen. Dabei müssen zwingend die Prämissen des Naturschutzes und des Denkmalschutzes eingehalten werden. Ein Spagat. Denn während der Denkmalschutz ein "Hauch" von englischem Landschaftsgarten mit geschwungenen Wegen und offenen Sichtachsen zu markanten Punkten wieder erlebbar gestalten möchte, beruft sich der Naturschutz auf die Natura 2000. Danach muss weiterhin bestehen bleiben, was auf dem Gelände 2005/06 gemeldet wurde.

Nach zahlreichen Beratungen im Jahr 2014 mit den Behörden aus Eilenburg und Dresden wurden historische Recherchen durchgeführt, anhand alter Risswerke die ursprünglichen Wege aufgezeigt, die Baumfällungen abgestimmt, geforderte Sichtachsen und geschwungene Wege geplant, verschiedene Ausgleichsmaßnahmen an Hecken im westlichen Bereich des Parks sowie andere Pflanzungen vereinbart. "Wie viele Bäume mit einem Durchmesser ab 15 Zentimetern am Ende tatsächlich fallen, steht noch nicht fest", so die Planerin. Das werde derzeit abschließend bearbeitet. Auf jeden Fall sei aber die ursprüngliche vorgesehene Fällung von 132 Bäumen in Abstimmung mit dem Naturschutz wesentlich reduziert worden.

Auf allzu viel Verständnis bei den Löbnitzern können die Behörden mit den derzeitigen Arbeiten nicht hoffen. Oder wie Dieter Heide sagt: "Wenn man erst gar nicht so viel fällen würde, dann bräuchte man auch nicht so viel Neues pflanzen. Auch die Pflege wäre dann nicht so intensiv."

Sichtachsen hin oder her: Der Park, für den er selbst drei Ahornbäume gespendet hat, sei schließlich in den vergangenen Jahrzehnten in die Höhe und den Löbnitzern auch auf diese Weise ans Herz gewachsen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Von Ilka Fischer

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