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Delitzsch Heimbau soll im September starten
Region Delitzsch Heimbau soll im September starten
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16:20 19.05.2015
Schuttcontainer vorm Eingang: Der Name des Hotels Schladitzer Hof hängt noch über dem Eingang, im Inneren wurde teilweise entkernt. Quelle: Alexander Bley

Investorin Kathleen Erler, Chefin des Leipziger Pflegedienstes Vitalis, spricht von rund drei Millionen Euro, die in das Objekt fließen.

Eigentlich wollte Kathleen Erler um diese Jahreszeit schon ein Stück weiter sein. Doch Mammutprojekte wie dieses bergen naturgemäß Unwägbarkeiten. So ist auf dem Grundstück an der Hauptstraße/Ecke Leipziger Straße bislang nicht viel mehr passiert als Entkernungsarbeiten. Das Haus, das bis Ende vergangenen Jahres das Hotel Schladitzer Hof war, wirkt ein bisschen wie im Dornröschenschlaf. Allein der Schuttcontainer vorm Eingang deutet darauf hin, dass hier kein Tourist mehr übernachtet.

Im Oktober 2012 hat Kathleen Erler das Objekt aus einer Versteigerung heraus erworben - der Hotelbetrieb war ins Straucheln geraten. Ihr Ziel: ein Pflegeheim mit 51 Plätzen - 43 davon im bestehenden Gebäude, acht in einem Neubau, der direkt davor auf dem früheren Parkplatz entstehen soll. "Das Heim bekommt damit eine T-Form. Der Neubau ist für Bewohner mit Spezialpflegebedarf gedacht, für Beatmungspatienten und Personen im Wachkoma", erklärt sie. Das Ex-Hotelgebäude hingegen wird im Inneren komplett umgebaut. Barrierefreiheit, breitere Türen, zusätzliche Fluchtwege, die links und rechts in Außentreppen münden - all das steht auf der Liste. "Die Außenhülle bleibt im Wesentlichen, wie sie ist. Lediglich im Eingangsbereich gibt es Veränderungen. Und eventuell an den Dachgauben, falls dort Erweiterungen gefordert sind."

Mit Forderungen meint Kathleen Erler mögliche Auflagen in der Baugenehmigung, auf die sie noch wartet. Der Antrag liegt im Landratsamt auf dem Tisch, die 38-jährige Krostitzerin ist gerade dabei, weitere gewünschte Unterlagen nachzureichen. So werde ein neues Schallschutzgutachten erstellt, das unter anderem belegen soll, dass die Bewohner dank spezieller Fenster gegen Fluglärm geschützt sind. "Ich habe auch dargelegt, dass andersherum ebenfalls kein Lärm zu befürchten ist. Im Aufenthaltsraum der Senioren werden keine lautstarken Partys oder Discos stattfinden." Parallel kümmerte sich Kathleen Erler ums Geld. Die Finanzierung sei gesichert, sagt sie. Die Kalkulation habe aber noch mal verändert werden müssen.

Immerhin: Die Zeit drängt. 24 potenzielle Bewohner seien bereits auf der Anmeldeliste, zudem 30 Kandidaten für die neuen Arbeitsplätze im Heim. Im September soll der Um- und Neubau starten. Bis zur Eröffnung ist ein weiteres volles Jahr veranschlagt.

Die Gemeinde Rackwitz begleitet das Vorhaben wohlwollend. Zur Gemeinderatssitzung Anfang des Monats stand das Pflegeheim auf der Tagesordnung. Die Kommune sollte zum Bauprojekt ihr Einvernehmen geben - ausschließlich zu baulichen Aspekten: Wie fügt sich das künftige Objekt in die Umgebung ein, ist das Grundstück infrastrukturell ausreichend erschlossen? Aspekte, die allesamt unkritisch betrachtet wurden - der Gemeinderat gab mit 15 Ja-Stimmen und einer Enthaltung grünes Licht.

Heftig diskutiert wurde allerdings über mögliche finanzielle Belastungen in Form von drohenden Heimkosten-Zuschüssen für bedürftige Senioren, die beispielsweise von Leipzig in die Rackwitzer Einrichtung ziehen. Ratsmitglied Thomas Pohl hatte die Debatte angestoßen. Auch andere Ratsmitglieder fanden diesen Gedanken durchaus relevant. Betroffen wäre jedoch der gesamte Landkreis als Träger der Sozialhilfe, nicht allein die Gemeinde Rackwitz. "Abgesehen davon haben wir hier nur nach den Prinzipien der Sächsischen Bauordnung über das Vorhaben zu urteilen, nicht nach anderen Gesichtspunkten", betonte Bürgermeister Manfred Freigang (UWV).

Wie teuer die Pflegeplätze in Rackwitz einmal sein werden, mit wie viel Privatgeld die Bewohner den Pflegekassen-Zuschuss aufstocken müssen, ist noch nicht sicher. "Die Endkalkulation der Preise steht noch nicht", sagt Kathleen Erler. Doch unter den aktuell 24 Bewerbern seien nur drei Leipziger, der Rest wohne schon jetzt im Ort.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 20.07.2013

Kay Wuerker

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