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Delitzsch Hier trainieren Soldaten den Kriegseinsatz: Im Übungsdorf der Heeresschule Delitzsch
Region Delitzsch Hier trainieren Soldaten den Kriegseinsatz: Im Übungsdorf der Heeresschule Delitzsch
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14:23 19.05.2015
Quelle: Wolfgang Sens
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Delitzsch

Insgesamt hat der Bund in das Übungsdörfchen, wie es Schulkommandeur Oberst Peer Luthmer nennt, und das noch keinen Namen hat, 1,15 Millionen Euro investiert. "Etwa ein Jahr lang wurde gebaut", ließ sich Oberst Luthmeer von Anja Heymel vom Bundeswehrdienstleistungszentrum Dresden bestätigen. Sie ist Leiterin Objektmanagement in der Kaserne und zeichnete für die Vollendung der Anlage verantwortlich. Und für das, was in dieser Zeit entstanden ist, sei ein Jahr wirklich nicht viel, wie der USH-Chef meinte. Sechs Häuser sind es, alle Stein auf Stein gebaut, mit rechteckigen Löchern in den Wände, die statt mit Glas mit beweglichen Blechtafeln verschlossen sind. Im Inneren gibt es noch nichts, nur rauen Putz, Türen, Treppen und natürlich Strom und Licht. "Vorgesehen ist, einige Räume später zu möblieren", erzählte Standortfeldwebel Heiko Kolbe. Nicht um sie wohnlich zu machen, denn einziehen wird in die Häuser niemand. Die Einrichtung mit Tisch, Stuhl oder Schrank dient lediglich dem realistischen Nachstellen von bewohnten Räumen.

"Spätestens im zweiten Quartal werden hier die ersten Ausbildungen intensiv laufen", war vom Presseoffizier Rainer Krebs zu erfahren. Die künftigen Feldwebel trainieren das Führen von Soldaten im bebauten Gelände. "Sie müssen zum Beispiel darauf vorbereitet sein, dass sie in einem räumlich begrenzten Bereich agieren und der Gegner häufig das Überraschungsmoment auf seiner Seite hat. In bewohnten Gebäuden könnten noch Zivilisten sein. Gegner und Unbeteiligte zu unterscheiden, erfordert höchste Aufmerksamkeit und viel Kommunikation untereinander. All das kann hier trainiert werden", so Hauptmann Krebs.

Bänder durchschneiden und dazu Reden halten, ist nicht unbedingt etwas, was Oberst Luthmer mit Begeisterung macht. "Wahrscheinlich musste ich es schon zu oft tun", begründete er den Gästen der kleinen Feierlichkeit im freien Gelände seine Abneigung. Er erinnerte sich dabei an seinen Einsatz in Afghanistan, auch daran, als er ein Mädchen-Klo einweihen sollte und ihm partout nichts einfiel, was er sagen könnte. Die in Afghanistan gesammelten militärischen Erfahrungen hätten aus seiner Sicht zu wichtigen Veränderungen in der Ausbildung geführt. Das Gefecht werde eben nicht mehr nur im offenen Gelände oder im Wald geführt. "Wir werden mit dieser Anlage deutlich an Qualität in der Ausbildung gewinnen", sagte er.

Dass das Sondereinsatzkommando der Polizei bereits Stammgast im Hochseilgarten der Kaserne ist, verschwiegen die blau uniformierten Beamten nicht. Klaus Kabelitz, Leiter des hiesigen Polizeireviers, hatte gleich mehrere Szenarien parat, die seine Kollegen dort trainieren könnten. Ebenso ließ sich der Delitzscher Wehrleiter Dieter Franze die Häuser genau zeigen. "Vorrang hat in jedem Fall aber die Ausbildung an der USH", so Hauptmann Krebs.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.02.2015
Ditmar Wohlgemuth

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