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Hilferuf der Orchester stellt Kreisräte vor richtungsweisende Entscheidung

Hilferuf der Orchester stellt Kreisräte vor richtungsweisende Entscheidung

Der Hilferuf der Musiker der Sächsischen Bläserphilharmonie und des Leipziger Symphonieorchesters hat Nordsachsen erreicht. Jeder der gewählten Kreisräte der Landkreise Leipzig und Nordsachsen erhielt Post.

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Das Saxonia Brassquintett, eine Formation des Leipziger Symphonieorchesters umrahmte im April die Verleihung des Mühlenreises im Eilenburger Bürgerhaus musikalisch.

Quelle: Alexander Bley

Kreisgebiet. Denn beide Kreise bilden den Zweckverband Kulturraum Leipziger Raum. Der Hilferuf beinhaltet eine Aufforderung an die Kulturraum-Politik, endlich zu handeln. Die Musiker, deren Bezahlung seit anderthalb Jahrzehnten nicht angepasst wird und um 35 Prozent unter der niedrigsten Tarifstufe liegt, fordern Schritte aus dieser Misere (wir berichteten). Die Lösung liege im Kulturraum, in dem entschieden wird, welche Einrichtungen in welchem Maß Mittel aus der Kulturkasse erhalten.

Nachdem der Freistaat die Mittel für dieses Jahr um 530 000 Euro für den Kulturraum gekürzt hatte, sprangen die Landkreise Nordsachsen (175 000 Euro) und Leipzig (225 000 Euro) - plus einer Rücklage des Konvents - für das Minus ein und halten damit das kulturelle Leben in bewährter Form am Leben. "Was ab nächstes Jahr wird, wissen wir nicht. Noch so einen Zuschuss wird es nicht geben", sagte Andreas Brünner, Sachgebietsleiter Kultur im Landratsamt. Für den Delitzscher ist der Freistaat gefordert, der nicht mehr pauschal fördert, sondern sich an den Ausgaben im Kulturbereich orientiert. Heißt: Wer am meisten ausgibt, bekommt am meisten. "Dieses Modell ist nicht gerecht", so Brünner.

Nordsachsen (1,5 Millionen Euro) und das Leipziger Land (2) geben für Museen, Bibliotheken, Musik, Soziokultur, Kunst und Kultur - insgesamt 58 Projekte werden in Nordsachsen gefördert - 8,6 Millionen Euro im Jahr aus. 5,3 Millionen Euro überweist der Freistaat. Die größten Posten: 3,2 Millionen Euro bekommen die Bläserphilharmonie und das Symphonieorchester, deren Bedarf jedoch bei 4,6 Millionen Euro liegt. Die Profimusiker begleiten dafür Veranstaltungen wie den Mühlenpreis, Gellertpreis und Empfänge kostenfrei und erhalten dafür lediglich eine Aufwandsentschädigung. Meist treten sie als Quintett oder Quartett in verschiedenen Formationen auf. Je nach Anzahl der Musiker, Reisekosten und zusätzlichem Aufwand liegt die Entschädigung dafür zwischen 400 und 1200 Euro.

In den anderen Sparten ist der Bedarf jedoch auch höher als die Förderung. Die Museen bekommen 897 110 Euro und bräuchten 1,1 Millionen, Bibliotheken (ausgereicht 780 000 Euro, Bedarf 950 000), Soziokultur (1,6 / 1,7 Millionen) und Kunst und Kultur (1 / 1,02 Millionen). "Die Aufstellung macht es deutlich, wie schwierig die Situation ist. Mehr für die Orchester würde Kürzungen in den anderen Bereichen bedeuten. Der Kulturraum fördert und finanziert nicht. Die künstlerische Qualität beider Orchester ist professionell, auf sehr hohem Niveau und in keiner Weise anzuzweifeln", so Kulturexperte Brünner. Die Spartenbudgets wurden vom Kulturraum anhand von Bedarfsermittlungen erstellt.

Und 2015? Um das Defizit der Orchester auszugleichen, müsste das Land mehr Geld geben, die Landkreise die Umlage erhöhen, Sponsoren und/oder die Heimatgemeinden der Klangkörper, Borna und Bad Lausick, mehr geben oder andere Projekte bedeutsamer Kultur schließen. Für Andreas Brünner ist das jedoch alles "mehr Theorie als praxistauglich oder realistisch". Die Kreisräte stehen vor einer schweren Entscheidung. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 26.07.2014
Frank Pfütze

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