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Hohe Nitratwerte im Grundwasser belasten in Delitzsch und Umgebung das Trinkwasser nicht

Nach Wasserproben Hohe Nitratwerte im Grundwasser belasten in Delitzsch und Umgebung das Trinkwasser nicht

Stichroben des Vereins VSR-Gewässerschutz haben in Delitzsch, Schkeuditz und Krostitz ergeben, dass das Wasser in privaten Brunnen mitunter stark mit Nitraten belastet ist. Diese werden durch das oberflächennahe Grundwasser gespeist. Ist damit auch das Trinkwasser in Gefahr? Die LVZ hat nachgefragt, auch bei den in der Kritik stehenden Bauern.

Erhöhte Nitratwerte im oberflächennahen Grundwasser: Die Landwirte, wie hier an der B184 nahe Delitzsch, sehen sich zu Unrecht allein in der Kritik.

Quelle: Manuel Niemann

Delitzsch. Alarmierende Zahlen sind es, mit denen der Verein VSR-Gewässerschutz derzeit an die Öffentlichkeit tritt. Mit seinem Labormobil stoppte er im Juni in Delitzsch. Privatnutzer konnten Wasserproben aus ihren Brunnen abgeben. Fast jeder Vierte der 88 getesteten Privatbrunnen aus dem Raum Delitzsch, Schkeuditz und Krostitz sei, so der Verein nun, zu stark mit Nitraten belastet. Ein Spitzenwert von 200 Milligramm Nitrat pro Liter Wasser sei in einem Privatbrunnen in Krostitz gemessen worden. Der Verein verweist zurecht, dass dieses Wasser somit nicht mehr zum Trinken geeignet sei. Laut Trinkwasserverordnung gilt ein Grenzwert von 50 Milligramm Nitrat pro Liter.

Wasserversorger gibt Entwarnung

Das legt nahe, dass auch das aus dem Grundwasser gewonnene Trinkwasser belastet sein könnte. Ina Witek, Geschäftsführerin des Zweckverbands Delitzsch-Rackwitzer Wasserversorgung (Derawa) gibt Entwarnung: „Unsere Kunden brauchen keine Angst haben.“ Für Trinkwasserversorger gelten strenge gesetzliche Vorschriften. Nicht nur das gewonnene Trinkwasser, sondern auch das Rohwasser, aus dem es gewonnen wird, werde regelmäßig beprobt. „Die Proben darf nur ein unabhängiges zugelassenes Labor ausführen“, erklärt Herbert Claßnitz, Technischer Leiter der Derawa. Dass sei auch kein Geheimnis, die Untersuchungsergebnisse müssen veröffentlicht werden und lassen sich im Internet einsehen. Dort ist ersichtlich, dass der Nitratgehalt des Trinkwassers im Versorgungsgebiet der Derawa den Grenzwert von 50 Milligramm pro Liter sehr weit unterschreitet. Weniger als 2,7 Milligramm Nitrat, das vor allem Säuglingen gefährlich werden kann, sind enthalten.

Tiefbrunnen machen Wasser in Delitzsch und Umgebung sicher

Der Grund ist ein einfacher: Statt oberflächennahem Grundwasser bezieht die Derawa ihr Wasser aus 60 bis 80 Meter Tiefe. Anders als bei einem Hausbrunnen, der vielleicht aus zwölf bis maximal 20 Metern sein Wasser schöpft, verhindern das Erdreich und mächtige Tonschichten, dass das Wasser sich mit Nitrat anreichern kann. Der Wasserversorger befindet sich mit seinen elf Tiefbrunnen damit in einer komfortableren Situation: „Es ist ganz wenig, was wir bearbeiten müssen“, so Claßnitz. Während andere Wasserversorger unter hohen Kosten und Aufwand zusätzlich Nitrat herausfiltern müssen, wird in Delitzsch vom sehr guten Rohwasser lediglich der Eisen- und Mangangehalt reduziert.

Regionalbauernverband sieht falschen Alarm

Neben Betreibern gewerblicher Biogasanlagen finden sich auch die Landwirte in der Kritik durch den Gewässerschutzverein VSR. „Es handelt sich um falschen Alarm“, sagt Christine Richter, Geschäftsführerin der Regionalbauernverbände in Delitzsch und Torgau. Vom Trinkwasser gehe keinerlei Gesundheitsgefahr aus. Zwar zweifle sie die Messergebnisse nicht an, aber die Schlüsse die der Verein ziehe. Die ermittelten Nitratgehalte auf Privatgrundstücken könnten vielfältige Ursachen haben, auch aus der weiteren Vergangenheit. „Für die Nitratbildung allein die Landwirte verantwortlich zu machen, ist nachweislich längst überholt. Seit Jahren ist im sächsischen Wasserbericht nachzulesen, dass die Nitratwerte vor allem in den Städten und Ballungsgebieten zunehmen“, so Richter.

Strenge gesetzliche Regelungen auch für Landwirtschaft

Es sei schwer vorstellbar, dass dies an einer Überdüngung der städtischen Rasenflächen liege. Sie verweist darauf, dass auch für die Bauern, die sie vertritt, bereits strenge gesetzliche Regelungen gelten. „Jeder Landwirt ist verpflichtet, Bodenproben vor der Düngung zu nehmen. In diesen Proben werden der Nitratgehalt und die daraus resultierende Düngermenge festgelegt.“ Zudem müsse jeder Landwirt am Ende jeder Vegetationsperiode eine Düngebilanz vorlegen.

Von Manuel Niemann

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