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Delitzsch Hohenroda - Dorf zwischen Milchautomat und Mühle
Region Delitzsch Hohenroda - Dorf zwischen Milchautomat und Mühle
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10:31 09.03.2017
Der Dorfspaziergang ist Alltagspflicht für die meisten Senioren in Hohenroda.  Quelle: Christine Jacob
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HOHENRODA

 Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Ein Nachmittag kurz nach fünf im Schönwölkauer Ortsteil Hohenroda. Der Kindergarten Gänseblümchen hat vor knapp einer halben Stunde seine Pforten geschlossen und der Tross von Eltern, die ihre Kinder auf Fahrrad- Autorücksitze geladen und noch ein Schwätzchen gehalten hat, ist gerade los. Ein 13-jähriger Teenager-Junge hat jetzt wieder Platz mit seinem Mountainbike seine Runden zu drehen und zu üben, wie man auf einem Rad fährt. Wenige Meter weiter spielen ein paar Jungs auf dem Spielplatz, um sie herum große Bäume und Ruhe, höchstens parkende oder langsam rollende Autos. „Platz der Jugend“ heißt die Straße, in der Spielplatz und Kita untergebracht sind. Wie passend.

LVZ-Serie "Unterwegs in..."

Alle Texte im Überblick!

Die Bockwindmühle ist ein Wahrzeichen für Hohenroda und die Gemeinde Schönwölkau. Quelle: Christine Jacob

Findet auch Brigitte Gradehand. Sie macht gerade ihren Spaziergang. So wie jeden Tag. Die Nachbarin ist dabei, man geht gerne zusammen ein paar Meter. Die beiden Damen schieben jeweils einen Rollator vor sich her. Wenn man über 70 ist, sagt Brigitte Gradehand, fällt das Laufen eben manchmal schwer. Aber man hat ja doch seine Wege zu erledigen. Brigitte Gradehand geht auf den Friedhof. Der, sagt sie, soll auch eines Tages ihre letzte Station in Hohenroda sein. Um keinen Preis geht sie hier weg. Niemals. „Es ist doch so ein schönes Dorf“, findet die 73-Jährige. Eine schöne Kirche hat Hohenroda, weist die ältere Dame auf den Kirchturm und weiß zu berichten, dass dort drinnen im Gotteshaus ein Altar aus Delitzsch steht. Und wenn das Turmfest gefeiert wird, versammelt sich das ganze Dorf. Zusammenhalt wie eh und je sei das. Als sie zwei Jahre alt war, zog Brigitte Gradehand nach Hohenroda. So richtig verlassen hat sie das Dorf eigentlich nie. Eine Arbeit fand sie in der Fleischerei Laue, die dann irgendwann mal zu machte, als auch sie schon alt war. Leben und Arbeiten an einer Stelle, das sei schön.

Milchautomat lockt nach Hohenroda

So bleibt Hohenroda ein typisches Dorf wie aus der guten alten Zeit. Bei den Agrargenossen läuft seit dem Sommer ein Milchautomat. Dort zapfen Einheimische und Pendler Milch. „Ich habe ein Schild an der Straße gesehen und jetzt probiere ich das erstmal aus“, sagt Mike Schmieder. Er ist für eine Handwerkerfirma viel unterwegs. Jetzt sieht er eine „schmucke“ Kirche und Mühle. Die hat zwar gerade einen kaputten Flügel und ist Thema einer hitzigen Debatte im Gemeinderat geworden, aber sie ist und bleibt ein Wahrzeichen. Er lächelt, als es heißt, dort könne man auch heiraten: „Da kann man ja mal einen richtigen Ausflug nach Hohenroda machen.“

Von Christine Jacob

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