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Delitzsch Hohenrodaer Bauern ackern für den Rotmilan
Region Delitzsch Hohenrodaer Bauern ackern für den Rotmilan
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06:00 25.01.2018
Ausgezeichnet für ihr Engagement um den Rotmilan ist die Agrargenossenschaft Hohenroda: Peter Solluntsch, Volker Tiefensee als Vorstandsvorsitzender des Pflegeverbandes, Jörg Reihe und Heike Weidt (von links) sind stolz auf das Projekt. Quelle: Christine Jacob
Hohenroda

Dass Landwirtschaft nicht losgelöst von der Umwelt passieren kann und darf, hat die Agargenossenschaft im Schönwölkauer Ortsteil Hohenroda erkannt. Der Betrieb hat dafür jetzt die begehrte Auszeichnung des nationalen Schutzprojektes „Rotmilan – Land zum Leben“ erhalten.

Rotmilan ist bedroht

Schon seit einem Vierteljahrhundert engagiert sich der Betrieb im Landschaftspflegeverband. Zusammen mit weiteren Landwirten aus Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Sachsen wird er nun aufgrund seines großen Engagements für den Greifvogel, der als heimlicher Wappenvogel Deutschlands gilt, mit einer Urkunde geehrt. Der Vogel hat es immer schwerer, sein Bestand geht massiv zurück. Die Agargenossen haben dagegen Hecken und große Luzernenflächen gepflanzt. Feldmäuse, und von denen ernährt sich der Rotmilan hauptsächlich, fühlen sich dort wohl – gefundenes Fressen also für den Greifvogel. Dabei, so erläutert Heike Weidt vom Landschaftspflegeverband, ist die Luzerne aus betriebswirtschaftlicher Sicht keine besonders günstige Kultur. Die Hohenrodaer Landwirte bleiben dabei: „Wir haben auch eine Verpflichtung für die Landschaft, für Flora und Fauna“, sagt Chef Jörg Reihe.

Hohenrodaer schaffen Lebensraum für Greifvogel

Ziel des Rotmilan-Projektes ist es, mehr Lebensraum für den bedrohten Greifvogel in der Kulturlandschaft entstehen zu lassen. „Um den sächsischen Rotmilanen in Nordsachsen unter die Flügel zu greifen, arbeiten hier Landwirte und die Rotmilan-Berater des Projektes vertrauensvoll zusammen. Agrarumweltmaßnahmen, also ökologisch günstige Kulturen, die Landwirte freiwillig anbauen, spielen dabei eine besonders große Rolle“, erläutert Peter Solluntsch vom Landschaftspflegeverband. Aber auch der Schutz von Nestbäumen und die Verbesserung des Lebensraums mit der Anpflanzung von Hecken komme nicht zu kurz. Viele weitere Tierarten profitieren dann von den Maßnahmen, die ihnen Deckung und Nahrung bieten.

Rotmilan-Projekt läuft noch

Bis Ende 2019 läuft das 2014 gestartete Projekt rund um den Rotmilan noch. Da bleibe noch genug Zeit für die Rotmilan-Experten des Landschaftspflegeverbandes Nordwestsachsen, noch mehr Landwirte für den Schutz des Rotmilans zu gewinnen. „So kann es weiter gehen, es bleibt aber auch noch viel zu tun. Die Auszeichnung ist für alle Beteiligten eine willkommene Motivation, nicht nachzulassen“, hofft Projektmitarbeiter Peter Solluntsch, dass noch mehr Landwirte dem Hohenrodaer Beispiel folgen.

Infos zu dem Projekt gibt es unter www.lpv-nordwestsachsen.de

Von Christine Jacob

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