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Delitzsch Hospizdienst hilft in Delitzsch seit zehn Jahren durch die schweren Zeiten
Region Delitzsch Hospizdienst hilft in Delitzsch seit zehn Jahren durch die schweren Zeiten
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08:46 29.08.2018
Sieglinde Stahl ist seit 2010 Koordinatorin des ökumenisch ambulanten Hospizdienst in der Region Nordsachsen. Quelle: Foto: Mathias Schönknecht
Delitzsch

Das Sterben gehöre zum Leben dazu, sagt Sieglinde Stahl. Die Koordinatorin des Ökumenischen Ambulanten Hospizdienstes in Nordsachsen weiß, dass der Tod für viele noch ein Tabu-Thema ist, zumindest wenn es um den eigenen geht. Zwar werde jeder im Fernsehen, sogar im Kinderprogramm, täglich damit konfrontiert, doch wirklich damit beschäftigen wolle sich keiner. Daher trete der Hospizdienst unter anderem dafür ein, offener mit dem Thema umzugehen. Seit zehn Jahren gibt es den ehrenamtlich ausgeführten Dienst nun in Delitzsch, Eilenburg und Schkeuditz.

Anzahl der Hospizdienste hat sich verdoppelt

„Sterben ist keine Frage des Alters“, sagt Stahl, „auch junge Menschen sterben.“ Das Bewusstsein und der Umgang damit habe sich in den vergangenen Jahren spürbar verbessert. „Als ich vor zehn Jahren eine Totenwache vorgeschlagen habe, wurde ich angeschaut, als komme ich vom Mars“, erzählt Stahl. Mittlerweile renne sie offene Türen ein. Diese Entwicklung veranschauliche beispielsweise auch die Anzahl der Hospizdienste in Sachsen. Habe es 2008 noch 24 gegeben, seien es heute bereits 48. Eine Verdopplung wie diese würde sich die 59-Jährige auch für die ehrenamtlichen Sterbebegleiter wünschen. Denn Freiwillige zu finden, sei ihre schwierigste Aufgabe. Angefangen habe das Hospiz-Angebot, das vom Diakonischen Werk Delitzsch-Eilenburg getragen wird, mit einer Gruppe von 15 Ehrenamtlichen, erzählt Stahl. Seit der zweiten Gruppe, die 2010 dazu kam, halte sich die Zahl relativ stabil bei 30 Hospizhelfern.

Insgesamt 60 Personen haben die kostenfreie Ausbildung in den vergangenen Jahren absolviert. Einige von ihnen seien aber fortgezogen, erkrankt oder gestorben, erklärt die Koordinatorin. Andere haben gemerkt, dass die Sterbebegleitung „doch nichts für sie ist“. So dass der Hospizdienst auf aktuell 28 Aktive kommt, die sterbende Menschen und ihre Angehörigen begleiten. Andere helfen aber weiter im „Freundeskreis des Dienstes“, der beispielsweise das kleine Fest anlässlich des zehnjährigen Bestehens am 8. September organisiert. „Dort soll allen Ehrenamtlichen für ihre Hilfe gedankt werden“, sagt Stahl. Das könne sie gar nicht oft genug tun.

Ziel: So weitermachen wie bisher

Seit Jahresbeginn gibt es nun sogar eine zweite Koordinatorin für Schkeuditz. Kathrin Herche-Hellmund soll dort ein drittes Pflegeteam aufbauen. Derzeit befinde sie sich noch in der Vorbereitung, suche aber schon ehrenamtliche Mitstreiter. Für Sieglinde Stahl gibt es derweil nur ein großes Ziel für die kommenden Jahre: sie möchte mit dem Hospizdienst so weitermachen können wie bisher.

Das Diakonische Werk Delitzsch-Eilenburg lädt zum 10. Geburtstag des Hospizdienstes am 8. September ab 15 Uhr zu einem feierlichen Gottesdienst in die Hospitalkirche Delitzsch in der Halleschen Straße 44 ein. Im Anschluss wird es in der Cafeteria des benachbarten Pflegeheims der Stiftung St. Georg Hospital einen Empfang geben.

Von Mathias Schönknecht

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