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Delitzsch Hundesteuer bewegt die Jäger
Region Delitzsch Hundesteuer bewegt die Jäger
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09:36 28.03.2011
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Etwa ein Viertel der 215 Mitglieder des Verbandes war in den Saal des Badrinaer Heidekruges gekommen. „Ich sehe wenig Leute und vor allem wenig junge Menschen im Saal", legte Klaus Winkler aus Beerendorf-Ost seinen Finger in eine Wunde, als er forderte: „Wir müssen was tun, um junge Menschen für die Natur und die Jagd zu begeistern." Zugleich stellte fest fest: „Wir Jäger haben kaum eine Lobby." Im Gegenteil eine Tierschutzorganisation verbreite derzeit mit Unterstützung von Prominenten Thesen gegen die Jagd, informierte Andreas Brückner, Obmann für Öffentlichkeitsarbeit. Dabei „brauchen wir Jäger uns bezüglich des Naturschutzes und der Erziehung von Kindern zur Naturliebe nicht zu verstecken". Viele Mitglieder würden reichlich Zeit mit Kindern im Wald verbringen, so Brückner weiter.

Am 3. Juni will der Jagdverband dies nun auch medienwirksam beim Projekt „Lernort Natur" in der Noitzscher Heide demonstrieren. Mädchen und Jungen einer Delitzscher Grundschule sollen an diesem Tag spielerisch die Natur erleben und zirka sechs Stunden im Wald verbringen. „Es gibt eine Führung im Rot- und Damwild-Gatter, und Försterin Eva Skudelny streift mit den Schülern durch ihr Revier", kündigte der Obmann an.

Mehrfach wurde in der Diskussion das Thema Hundesteuer aufgegriffen.Verbandschefin Angelika von Fritsch hatte in ihrem Bericht die starre Haltung der Stadt Delitzsch angeprangert, die nicht bereit ist, den Jägern eine Ermäßigung einzuräumen, wie es andere Kommunen handhaben. „Unsere Mitglieder übernehmen freiwillig die Wildbergung an öffentlichen Straßen. Würden sie das nicht tun, müssten dies die Kommunen und der Kreis selbst erledigen. Im Gegenzug erwarten wir ein Entgegenkommen der Stadt bei der Höhe der Hundesteuer", sagte von Frisch. „Warum ist für Wachhunde auf Geschäftsgrundstücken eine Steuerermäßigung oder -befreiung möglich und für Jagdhunde nicht?", stellte die Verbandsvorsitzende in den Raum. Egon Jähnicke berichtete verärgert über Äußerungen des Delitzscher Oberbürgermeisters Manfred Wilde (parteilos), der die volle Steuer mit den Worten „Jagdhunde seien Hobbyhunde" begründet haben soll.

Bezüglich der Wildbergung an Straßen unterstrich von Fritsch ihre Bitte an die Leitstelle, die zuständigen Jäger schnell mit genauen Informationen zu versorgen, damit diese zügig handeln könnten. Für Frust in einigen Jagdrevieren sorgen derzeit die erhöhten Abschusszahlen beim Rehwild. „Die Revierinhaber kritisieren, dass der Bestand diese festgelegten Abschusszahlen nicht hergibt", erklärte die Verbandsvorsitzende. Sie thematisierte in ihrem Bericht auch die Verfahrensweise des sächsischen Landwirtschafts- und Umweltministeriums bei der angekündigten Novellierung des Jagdgesetzes. „Die Jägerschaft ist enttäuscht, dass sie nicht frühzeitig in diesen Prozess einbezogen wird. Hier muss der Landesverband stärker aktiv werden", forderte von Fritsch.

Nach wie vor beschäftigt die Jäger das Problem nicht angeleinter und wildernder Hunde in den Revieren. Egon Jähnicke forderte von den Jagdbehörden ein konsequentes Ahnden solcher Verstöße. Das Waldgebiet Spröde sei ein besonderes Konfliktareal, weil dort „neben Wildtieren, Menschen, Hunde und Pferde aufeinandertreffen", sagte Klaus Winkler.

Thomas Steingen

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