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Im Gutspark bald mehr Wohnqualität

Im Gutspark bald mehr Wohnqualität

Rund ein halbes Jahr sitzt Manfred Freigang (UWR) noch im Chefsessel des Rackwitzer Rathauses. Die Pensionierung steht an, im Juni wird neu gewählt. Doch entschleunigen kann der 66-Jährige jetzt noch nicht.

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Der Gutspark in Zschortau steht zum Verkauf, Kinder aus der nahen Grundschule könnten dort vorübergehend unterrichtet werden.

Quelle: Wolfgang Sens

Rackwitz. Der Schreibtisch ist voll, der Investitionsplan steht, es gibt viel zu tun im neuen Jahr.

Das größte Bauvorhaben 2015 wird die Grundschule Zschortau. Nach aktuellem Stand der Planung könnte Mitte Juli Baustart sein. Für 3,1 Millionen Euro soll der Gebäudekomplex an der Pfarrgasse zukunftstauglich gestaltet werden - ein Paket aus Sanierung, Abriss und Neubau. In diesem Zusammenhang ist zu klären, inwieweit Grundschüler auf dem historischen Gutsgelände in der Lindenstraße untergebracht werden können. Das dort ansässige Bildungszentrum der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) steht bekanntlich vor dem Auszug, es werden Räume frei. "Wann genau, wissen wir noch nicht. Wir haben dazu nächste Woche einen Termin mit dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement, der die Immobilie im Auftrag des Freistaates betreut." Infrage steht auch, wer der neue Eigentümer wird. Das gesamte Areal steht derzeit zum Verkauf.

Zwei kleinere, aber ebenfalls dringende Baustellen kündigen sich in der Grundschule Rackwitz an. Am Schulhaus soll der zweite Rettungsweg realisiert werden, außerdem ist der Sportboden in der Turnhalle zu erneuern - wegen Unfallgefahr. Dafür ist im aktuellen Gemeindehaushalt Geld eingeplant. "Allerdings unter der Maßgabe, dass wir Fördermittel erhalten. Ich setze da insbesondere auf die Richtlinie Integrierte ländliche Entwicklung. Schließlich wird die Turnhalle nicht nur von Schülern genutzt, sondern auch für Vereinssport und größere Veranstaltungen." Sollte die Investition aus eigener Kraft gestemmt werden müssen, sei noch mal neu zu diskutieren.

Große Sprünge kann sich Rackwitz nicht erlauben. Insbesondere wegen der Schulsanierung in Zschortau sind die Euros im Gemeindesäckel streng abgezählt und reserviert. So wurden 100 000 Euro für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung im Ortsteil Podelwitz beiseite gelegt. Weil der Stromversorger EnviaM in weiten Teilen der Ortslage Freileitungen und Masten beseitigt und stattdessen Erdkabel verlegt, investiert die Gemeinde in neue Straßenlampen. Rund 80 sollen kommen - Stück für Stück in diesem und im nächsten Jahr.

"Auch beim Stadtumbau geht es weiter", fügt Bürgermeister Freigang hinzu. Aus jenem Fördertopf, aus dem zuletzt Abriss und Freiflächengestaltung im Neubaugebiet kofinanziert wurden, könnten nun anteilig Aufwertungen von Wohnungen oder Alltagshilfen für betagte Bewohner bezahlt werden. "Denkbar wären zum Beispiel Abstellboxen für Rollatoren oder Elektrorollstühle, vielleicht auch Balkonanbauten. Das ist aber alles noch in der Prüfung." Im Blick hat die Kommune unter anderem einen Block in der Friedensstraße, die ebenfalls zum Stadtumbaugebiet gehört.

Und auch Arbeiten an Brücken und Plätzen sind im Fokus. Insbesondere die Bahnüberquerung der B184 bei Podelwitz, eine Maßnahme in Zuständigkeit des Freistaates. "Nach wie vor rollt täglich viel Verkehr durch Rackwitz und Podelwitz, weil Autofahrer die Umleitung Richtung Leipzig nicht nutzen wollen", beobachtet Freigang. "Nach meinem Kenntnisstand dauert diese Baustelle noch bis März." Für den Bahnhof Zschortau liegen derweil erste Entwürfe der Umfeldgestaltung vor. Die Umsetzung erfolge allerdings nicht vor 2017, sagt Freigang. Da sitzt längst ein anderer im Chefsessel des Rathauses.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.01.2015
Kay Würker

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