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Delitzsch Immer wieder Zoff in Delitzscher Gärten
Region Delitzsch Immer wieder Zoff in Delitzscher Gärten
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08:00 08.01.2019
Auch im angeblich so netten Kleingartenwesen kommt es immer wieder zu Zoff (Symbolbild). Quelle: dpa
Delitzsch

Wo Gartenzwerge in trauter Runde stehen und die größte Sorge die Heckenhöhe ist, kann doch nichts die Ruhe stören ... Falsch gedacht. In den Kleingärten kommt es immer häufiger zu Beleidigungen, sogar Sachbeschädigungen bleiben nicht aus. Der Kreisverband der Kleingärtner Delitzsch schlägt Alarm.

Auch Sachbeschädigung

52 Kleingartenanlagen mit rund 3500 Parzellen zählt der Kreisverband von Wiedemar bis Schönwölkau. Friede, Freude, Eierkuchen herrschen nicht mehr überall. „Unsere ehrenamtlichen Vorstände müssen sich leider immer häufiger beschimpfen lassen“, berichtet Anke Reisdorf, die Geschäftsstellenleiterin des Kreisverbands. Bei ihr am Tisch sitzen immer häufiger Anlagenchefs, die sich eine Menge gefallen lassen müssen dafür, dass sie eigentlich doch nur ihren Job machen. „Es gibt meist dann Probleme, wenn Regeln durchgesetzt werden“, weiß Anke Reisdorf. So kommt es oft zu Beleidigungen, wenn Feiern im Garten beendet werden oder Paragrafen des Bundeskleingartengesetzes umzusetzen sind. In mehreren Anlagen ist es zu heftigen Beleidigungen gekommen, einen körperlichen Übergriff gab es, eine Sachbeschädigung ebenfalls. Der Kreisverband nennt die betroffenen Anlagen nicht, will die Vorsitzenden bestmöglich schützen. Eines stellt er klar: Auf dem Dorf sind bis heute keine Fälle bekannt geworden, es betrifft die städtischen Anlagen beziehungsweise die in den Ortsteilen.

Klageweg dauert lange

Meist gibt es Abmahnungen für diejenigen, die so über die Stränge schlagen. „Die meisten sehen ihr Fehlverhalten dann auch ein“, berichtet Anke Reisdorf. In einigen Fällen ist die Kündigung die letzte Option, eine Klage durchzusetzen zieht sich allerdings lange hin. Unter solchen Gesamtbedingungen brauche man sich auch nicht wundern, dass sich immer weniger Menschen für ein ehrenamtliches Engagement entscheiden, bedauert Anke Reisdorf.

Auch Vorsitzende rasten aus

Dass der Tonfall allerdings auch seitens der Vorsitzenden rau sein kann, hat dagegen der Delitzscher Uwe G. erlebt. Er hat nach diversen anderen Vorfällen vor allem hinsichtlich Ruhestörung in seiner Anlage schließlich die verbotswidrige Weitergabe und die Verarbeitung von Asbest angezeigt, beklagt zudem die Ruhestörung durch eine regelrechte „Partymeile“, welche zwischen Gärten entstanden sei. Es kam zum Streit zwischen dem Fachberater und der Vereinsführung, so wurden Bearbeitungsrechte für die Homepage entzogen und anderes, Uwe G. wurde von seinem Amt als Fachberater abgezogen. Der Zoff zieht sich bald ein Jahr. Der Vorsitzende Maik S., das belegt ein Mitschnitt, wiederum rastete dann der Familie gegenüber aus. Ein Anwalt ist eingeschaltet. Es gab den Versuch eines klärenden Gesprächs beim Delitzscher Oberbürgermeister. Bei der Polizei sind inzwischen von beiden Seiten einige Anzeigen aufgelaufen, diese werden jeweils an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet, welche dann entscheiden wird.

Für den Kreisverband ist der Fall indes geklärt. Richtig sei zwar, dass der Vorsitzende diesen einen „Ausraster“ hatte, der aufgrund des Verhaltens des Gartenpächters aber nachvollziehbar sei. Der Kreisverband stehe voll hinter Maik S. und seiner Art, die Anlage zu leiten.

Von Christine Jacob

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