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Delitzsch In Brinnis zählt der Zusammenhalt
Region Delitzsch In Brinnis zählt der Zusammenhalt
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12:00 26.02.2018
Die Kirche Brinnis ist eine große Baustelle im Schönwölkauer Ortsteil. Quelle: Christine Jacob
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Brinnis

Bedächtig harkt die alte Dame rund um das Grab ihres Mannes, hält immer mal inne, es fehle einem ja langsam die Puste. Lange schon ist sie Witwe. Eine von vielen in Brinnis, meint sie. Viele der schönen und vor allem großen Gehöfte entlang der Langen Straße – Brinnis ist ein klassisches Straßendorf – würden so wie in ihrem Falle alleinstehenden Damen gehören. „Da hat man schon oft mal Angst“, sagt sie und mag so gar nicht ihren Namen nennen, man wisse ja nie, nicht dass das mal ein böser Mensch ausnutzt.

Es mangelt nicht an Leben

Mike Grunzel aus Brinnis sammelt Kakteen Quelle: Christine Jacob

Ja, auch das gehört zu Brinnis, sagt Mike Grunzel. Der 48-Jährige ist Ur-Brinniser, Kakteensammler aus Leidenschaft, örtlicher Feuerwehrchef und manchmal nicht weniger besorgt, dass die großen Drei- und Vierseitenhöfe langsam verwaisen werden. „Zuzug würde unserem Dorf auch sehr gut tun“, sagt er, „wir brauchen genau wie alle mehr Jugend.“ Während in anderen Schönwölkauer Ortsteilen mehr und mehr Bauland vergeben wird, hapere es genau daran direkt in Brinnis, dagegen sind oder werden Immobilien immer mal frei. An Leben allerdings fehle es im Schönwölkauer Ortsteil grundsätzlich nicht.

Die Pfingstburschen haben Tradition im Dorf (Archivbild). Quelle: Alexander Prautzsch

Viele Vereine aktiv

Zwar ist der Gasthof seit mehr als einem Jahrzehnt geschlossen, lebhaft wird es schon dadurch, dass einer der vier Kita-Standorte der Gemeinde Schönwölkau mit den „Brinniser Dorfspatzen“ mitten im Ort liegt. Vor allem aber prägen Vereine das Dorf. Bei um die 200 Einwohnern ist die Dichte recht passabel: Schalmeienkapelle, Schützenverein, der Lindenhayn Brinniser Carnevalsclub, die Feuerwehr gehören dazu und sorgen für starken Zusammenhalt im Dorf. Bekanntestes Brinniser Ereignis aber ist und bleibt der „Brinniser Bierkrieg“, wenn die Junggesellen zu Pfingsten am besten auf mit Maigrün geschmückten Pferdegespannen durch die Gegend ziehen. Fast 400 Jahre hat die Tradition schon auf dem Buckel, neue Mitstreiter werden immer gesucht.

Kirche im Blick

Älter noch als diese Tradition ist die in Teilen romanischen Ursprungs erbaute Kirche. Dieses Jahr blickt ganz Brinnis auf sie. Im ersten Bauabschnitt soll die Sanierung des Turms vom Fuße bis zur Spitze gemeistert werden. Die Gerüste gehören schon zum Dorfbild wie das Gotteshaus selbst, an dem noch einiges mehr getan werden muss. „Dann hoffen wir, dass auch das Kirchenschiff einen Fördertopf findet“, so Pfarrer Matthias Taatz.

Von Christine Jacob

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