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Delitzsch In Brodau gibt es jetzt neben dem Milch- auch einen Eier-Automat
Region Delitzsch In Brodau gibt es jetzt neben dem Milch- auch einen Eier-Automat
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14:21 16.03.2018
Caroline und Oliver Kahlo verkaufen die Eier mittels eines Automaten. Quelle: Wolfgang Sens
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Brodau/Rackwitz

Das Glück gackert. Jedenfalls für Oliver Kahlo und seine Frau Caroline. 225 Hühner haben sie. Und damit ein für die Region Delitzsch bisher noch einmaliges Geschäftsmodell.

Am Freitag startet ihr Eier-Automat in Brodau. Direkt am beliebten Milchautomaten des Brodauer Landguts steht der. Und die Funktionsweise ist ebenso simpel: Geld einwerfen, Eierpappe wählen, aus dem Automaten nehmen und später schmecken lassen. Geöffnet ist wie beim Milchautomaten von 6 bis 22 Uhr. Es gibt klassiche 6er- und 10er-Kartons zum Preis von fairen 40 Cent pro Ei.

Milch trifft Ei

Die Sache passt: Erich Beitinger vom Landgut ist zugleich der Chef der beiden Nebenerwerbs-Landwirte Caroline und Oliver Kahlo von der „Rackwitzer Landei GbR“. Das junge Paar trug sich lange mit dem Gedanken, solch einen Eier-Automaten – in anderen Regionen Deutschlands längst bekannt – aufzubauen. Und auch Beitinger wollte lange schon so etwas, hat es aber mehr mit dem Milchvieh als den gackernden Gesellen. Jetzt fasste sich das Ehepaar ein Herz, stallte vor wenigen Monaten Hühner ein und verkauft deren Produkt. Wobei „Einstallen“ fast zu hart klingt für das sogenannte Hühnermobil. Der Stall ist transportabel, die Hühner können damit gemütlich vom Traktor gezogen von einem saftigen Grünland zum nächsten gebracht werden. Zehn Hektar Land insgesamt haben die Kahlos gepachtet. Die Hühner können jederzeit frei entscheiden, ob sie sich drinnen oder draußen aufhalten möchten. Sie scharren, sie picken über Wiesen, spazieren umher. „Die Hühner und wir, wir sind Kollegen“, sagt der 31-jährige Oliver Kahlo. „Unsere Hühner sind keine Legemaschinen, sondern Tiere“, betont seine drei Jahre ältere Frau, „also kann es auch mal vorkommen, dass wir nicht so viele Eier haben.“ Bekannt ist ja spätestens seit einem gewissen Ohrwurm, dass ein Huhn jeden Tag ein Ei legt und sonntags auch mal zwei. Zwischen den Zeilen steht, dass es auf die Laune der Vögel ankommt. Ein Huhn ist keine Legebatterie, betont das Paar. Die zweifachen Eltern stehen somit für den neuen Typus Landwirtschaft, gleichermaßen für den neuen Typus Kunde: Wer regional und in der Direktvermarktung kaufen will, bekommt nicht die scheinbare Zuverlässigkeit neon-ausgeleuchteter Riesen-Supermärkte, dafür handfeste Produkte, die man mit gutem Gewissen konsumieren kann.

Mehr geplant

Beim Rackwitzer Landei ist alles bio, gewirtschaftet wird nach Bioland-Regeln. Die Packstelle, in der die Eier in die Pappen kommen, ist zertifiziert. Später ist geplant weitere Produkte mit Ei als Zutat wie Eierlikör oder Nudeln zu verkaufen. Doch erstmal gibt es auf Knopfdruck Eier.

Von Christine Jacob

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