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In Delitzsch fehlen Möglichkeiten der Begegnung

Integration von Flüchtlingen In Delitzsch fehlen Möglichkeiten der Begegnung

Vier Monate sind vergangen seit Steffi Püschmann und Doris Scholz ihr Büro als kommunale Integrationskoordinatoren für Delitzsch bezogen. Zeit nachzuhaken, was hat sich getan? Auf welche Probleme haben Helfer und Geflüchtete?Was wurde angestoßen, was ist für die Zukunft geplant?

Von außen immer noch unscheinbar: Das KIK-Büro in der Bitterfelder Straße 36.

Quelle: Manuel Niemann

Delitzsch. Mintgrün und damit einladender wirkt das Büro von Steffi Püschmann in der Bitterfelder Straße. Zusammen mit Doris Scholz arbeitet sie als kommunale Integrationskoordinatorin (KIK) in Delitzsch. Das Ziel der neu geschaffenen Stellen war es, eine Antwort auf eine Zuwanderungssituation zu finden, die es so noch nicht gab. Was hat sich vier Monate nach Einzug getan? Neu ist zum Beispiel, dass sich der Vorraum für zwei Stunden in der Woche in das Büro auf Zeit von Flüchtlingssozialarbeiter Peter Schuster verwandelt. Das KIK-Büro wird damit auch Anlaufpunkt für Betroffene. Für Geflüchtete und Sozialabreiter haben sie eine Checkliste entwickelt. Was zu tun sei, wenn der erhoffte Aufenthaltstitel genehmigt wurde: Ein Konto eröffnen, sich auf dem Einwohnemeldeamt vorstellen oder Dokumente anerkennen lassen. Ein Wegweiser durch die Bürokratie.

Weiterhin Ideen gesucht

Ansonsten seien sie in der Stadt immer noch auf der Suche nach Menschen oder Initiativen, die Ideen für integrative Projekte haben und umsetzen wollen. In den vier Monaten, die es die KIK in Delitzsch gibt, habe man sich einen guten Überblick über die Möglichkeiten und Ansprechpartner verschafft. Püschmann sagt aber auch: „Wir merken immer wieder, das uns noch nicht alle auf dem Schirm haben und sich an uns wenden.“ Angetreten waren sie auch, um diese vorhandenen Strukturen zu vernetzen. Die seien regional sehr unterschiedlich aufgestellt, weiß Püschman aus dem Austausch mit den 10 anderen KIK im Landkreis. Was in Delitzsch speziell fehle, seien Begegnungsmöglichkeiten.

Abschiebungen demotivieren Helfer

Zwar gibt es das Café International, das an jedem dritten Freitag im Monat im Gemeindehaus in der Schlossstraße öffnet, aber „am Ende sind da immer die gleichen Leute“, sagt sie. Das, was schon da sei, wolle man ausbauen. Allerdings gehe das nicht auf Zwang. Auf der einen Seite gebe es schon simple Hilfeangebote aus der Nachbarschaft, werden Brief aus dem Amtsdeutsch übersetzt, Kontakte vermittelt oder auch Nachhilfe angeboten. Weniger gebe es die Leute, die direkt eine Patenschaft für eine Familie übernehmen. Es sei schön, wenn Leute das können und auch weiter machen. Andererseits könnten die KIK dabei helfen, relativ unbürokratisch mit kleineren Beträgen Projekte auf den Weg zu bringen. Das auch, um die freiwilligen Helfer zu entlasten. Deren Motivation sinke auch, wenn miterlebt werde, wenn Leute nach Monaten des Wartens wieder zurück geschickt werden.

Interkulturelle Woche als Begegnungsort

Wie ein Begegnungsort aussehen kann, zeigt die deutschlandweite interkulturelle Woche. So gab es im vergangenen Jahr gemeinsame Koch- und Filmabende in der evangelischen Gemeinde. Auch in diesem Jahr sollen diese wieder vom 24. bis 30. September stattfinden. Dazu unterstützen und koordinieren Püschmann und Scholz gerade die Vorbereitungen des Vereins Interkultur Delitzsch.

Von Manuel Niemann

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