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Delitzsch In Delitzsch findet am 1. Oktober wieder „No Dancing With Nazis“ statt
Region Delitzsch In Delitzsch findet am 1. Oktober wieder „No Dancing With Nazis“ statt
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09:00 25.07.2016
Alles klar: Rassisten haben keinen Zutritt, das galt auch schon bei den anderen NDWN-Auflagen (Archivfoto). Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Nach einem Jahr Pause wird das No Dancing With Nazis (NDWN) am 1. Oktober wieder in Delitzsch stattfinden. Unter dem titelgebenden Motto, frei übersetzt „mit Nazis wird nicht getanzt“, hatte eine gleichnamige Initiative seit 2012 jährlich eine als von Musik begleitete Streetparade, diverse Workshops und einen langen Konzertabend in der Loberstadt organisiert. Im vergangenen Jahr sorgten interne Querelen für die Pause. Nun darf wieder kontra Rassismus getanzt werden – und mehr.

„Durch das Festival wollen wir ein Zeichen für Solidarität, Demokratie, Toleranz und Gleichberechtigung setzen, um ein Bildungs- und Aufklärungsangebot zu etablieren“, erläutert der neue Organisator Tom Drigalla, stellvertretend für das breite Aktionsbündnis. Das besteht aus Parteien, Gewerkschaften, Kirchenvertretern, Vereinen, Privatleuten. Der Motorradclub Kuhle Wampe ist zum Beispiel dabei. 45 Adressen zählt der E-Mail-Verteiler. Der Hintergrund: Gesellschaftliche Bewegung an den vermeintlich rechten Rand würden immer mehr zunehmen, vor allem in ländlichen Regionen seien kulturelle Alternativangebote ein wichtiger Schritt „um den rechten Mainstream in den Jugendkulturen zu durchbrechen“. Das soll das No Dancing With Nazis leisten. „Es ist ein Aufklärungs- und Bildungsangebot“, macht Tom Drigalla deutlich.

Reaktion auf Überfall in Delitzsch

Am 1. Oktober findet das NDWN erneut im und am Jugendhaus YOZ in der Sachsenstraße statt. Dort liegt auch ein Ursprung und Grund der Veranstaltungsreihe. Etabliert wurde das erste NDWN nach einem Angriff von Neonazis auf Gäste eines Ska-Konzertes im Jugendhaus. Im März 2012 wurde beispielsweise ein Musiker aus Prag so schwer verletzt, dass er noch heute an Folgeschäden leidet. Ein halbes Jahr später fand die NDWN-Veranstaltung erstmals satt. Die Angreifer vom März 2012 wurden Ende des vergangenen Jahres verurteilt. Ab 14 Uhr am 1. Oktober führt die Streetparade, die von Musik getragene Demo, vom Unteren Bahnhof durch die Stadt hinaus zur Sachsenstraße. Dort gibt es dann Workshops zu verschiedenen Themen, Kreativangebote. Und, ab zirka 20 Uhr, die Auftritte von fünf Bands. Das gesamte Angebot ist kostenfrei und soll verschiedene Musikgenre auf einer Bühne vereinen und so ein breites Publikum ansprechen, möglichst für jeden Geschmack was bieten.

Von Christine Jacob

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