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Delitzsch In Delitzsch fordern Freie Träger von der Stadt mehr Geld für Kinderbetreuung
Region Delitzsch In Delitzsch fordern Freie Träger von der Stadt mehr Geld für Kinderbetreuung
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00:19 09.12.2017
Die Betreibung von Kindertagesstätten wird immer teurer. Nicht nur Sach- und Personalkosten steigen, auch die Verwaltungskosten klettern mit immer höheren Anforderungen. Deshalb reicht den Freien Trägern die von der Stadt gezahlte Pauschale nicht mehr aus. Quelle: dpa
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Delitzsch

Die Kosten für die Betreuung von Mädchen und Jungen in Kindereinrichtungen bleiben in Delitzsch ein heißes Eisen. Wie berichtet, entbrannte im September im Stadtrat eine heftige Debatte, als es um die Anpassung der Elternbeiträge ging, weil die sich infolge steigender Personal- und Sachkosten in den Kindertagesstätten der Stadt im kommenden Jahr erhöhen werden. Am Rande der jüngsten Sitzung des Stadtrates thematisierte Uwe Bernhardt, Fraktionsvorsitzender der Freien Wählergemeinschaft, einen anderen Teil der zum Betrieb von Kindereinrichtungen notwendigen Kosten, der an sich hinter verschlossenen Türen verhandelt wird – die Verwaltungskosten und deren Erstattung.

Bernhardt brachte diese ins Spiel, als Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) die Abgeordneten abstimmen lassen wollte, ob sie einverstanden sind, dass mangels vorliegender Themen und Beschlussvorlagen im Dezember keine Sitzungen des Stadtrates beziehungsweise des Finanz- und Verwaltungsausschusses durchgeführt werden. Dem stimmte das Gremium zwar zu, Bernhardt betonte aber, dass es durchaus Themen gebe, die behandelt werden sollten und brachte die Verwaltungskostenpauschale für die Freien Träger ins Spiel. Dazu hatte der Schul-, Sozial- und Kulturausschuss im November nicht öffentlich getagt und als beratendes Gremium der Stadtverwaltung eine einstimmige Empfehlung zur Anpassung unterbreitet. Weil nun in diesem Jahr weder Verwaltungsausschuss noch Stadtrat zusammenkommen, wisse niemand wie weiter verfahren werde, kritisierte der Fraktionschef den Zeitverlust.

Gesetzlicher Anspruch

Laut sächsischem Kindertagesstättengesetz haben Freie Träger Anspruch auf Ersatz der zum Betrieb von Kitas notwendigen Kosten. Dazu gehören neben den Personal- und Sachkosten auch die Verwaltungskosten. Deshalb zahlt die Stadt an die Träger der Kitas eine Verwaltungskostenpauschale. Deren Höhe sei vor zwei Jahren mit den Trägern ausgehandelt worden, informiert Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). Sie beträgt derzeit 15,50 Euro pro Kita-Platz im Monat. Diese Summe sei jedoch nicht mehr auskömmlich, so Schöne weiter. Das haben die Träger in einem Brief an die Stadt deutlich gemacht. Deshalb beschäftigte sich auch der Schul-, Sozial- und Kulturausschuss damit.

Die Freien Träger wünschen eine Anpassung der Pauschale mit Beginn 2018. Die Schwierigkeit dabei ist eine Berechnungsgrundlage zu finden, denn während es für die Höhe der Elternbeiträge für den Kita-Besuch vom Gesetzgeber Vorgaben gibt, in welcher Spanne diese sich in Abhängigkeit der Personal- und Sachkosten bewegen dürfen, gibt es eine solche Regelung für die Verwaltungskosten nicht. Deshalb zahlen die Kommunen unterschiedliche Pauschalen.

Kostennachweis

„Der Nachweis der Kosten ist von Träger zu Träger sehr unterschiedlich. Wir brauchen aber eine einheitliche Betrachtung“, erklärt Schöne. Dazu hat die Verwaltung im Auftrag des Ausschusses einen Fragenkatalog erarbeitet, mit dessen Hilfe die Träger den Nachweis der Kosten erbringen sollen. Der Entwurf soll noch in diesem Jahr mit ihnen besprochen werden. Im derzeitigen Doppelhaushalt ist die Anpassung der Pauschale für 2018 nicht vorgesehen. Deshalb orientiert die Stadt auf 2019. Der Ausschuss plädiert für 2018. „Die Träger machen die Arbeit und haben Kosten. Wir diskutieren seit Jahren und kommen zu keinem Ergebnis“, begründet Karin Dorn, die für die SPD im Ausschuss sitzt und als Vorstandsmitglied der Arbeiterwohlfahrt auch die Belange der Freien Träger bestens kennt.

Von Thomas Steingen

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