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Delitzsch In Delitzsch gehen Umweltschutz und Jugendarbeit Hand in Hand
Region Delitzsch In Delitzsch gehen Umweltschutz und Jugendarbeit Hand in Hand
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06:00 13.06.2017
Unterwegs auf dem Wallgraben: Stephan Wagner, Domenik Rehner, José Tondera, Leonie Zart und Leonie Wille (von links). Nicht nur Flaschen finden sie, wenn sie den Wallgraben säubern. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Ein bisschen wackelig sind sie noch auf den Beinen, als es ins Boot geht. Leonie Wille und Leonie Zart sind eigentlich Gäste des Jugendcafés Quo Vadis in der Mauergasse 19 a. José Tondera, der den Bootsverleih betreut, der auch zum Schalom Begegnungszentrum gehört, hat die beiden zusammen mit Domenik Rehner und Stephan Wagner zusammengetrommelt. So macht er es meist, ein bis zwei Mal im Monat, freitags um 16 Uhr. Und meist findet er auch Jugendliche, die mit ihm an Bord gehen, um dem Wallgraben etwas Gutes zu tun.

Ein simpler Anfang

„Das hat sich so ergeben“, erzählt der 56-Jährige, „ich habe irgendwann von mir aus angefangen.“ Ihn störte, bei den Fahrten mit Kindern und Jugendlichen, immer wieder mit dem Paddel an Flaschen und anderen Unrat zu stoßen. Daraus hat sich die Aktion „Sauberer Wallgraben“ entwickelt. Während er zunächst die Flaschen im Altglascontainer entsorgte, holt mittlerweile die Delitzscher Servicegesellschaft ab, was den Nachwuchsfischern ins Netz geht. Bei 130 Flaschen, die er schon im Boot hatte, eine Entlastung, aber auch kein schlechter Handel für die Stadt.

Abfälle und Abwegiges landet im Wallgraben

Denn zutage gefördert haben die jungen Umweltschützer auch schon Fahrräder, einen Einkaufswagen, Straßenabsperrungen, eine Waschmaschine, aber auch einen Behälter mit Chemieabfällen. Auch zwei entwendete Handtaschen haben sie schon aus dem Wallgraben gefischt. Zumindest die Papiere konnten so zu den Besitzern zurück gelangen. Mitunter sind es auch skurrile Trophäen die im Boot landen. So spülte das Wasser vom Ufer auch schon ein Pferdegebiss frei. Vermutlich stammte es von einem früher dort ansässigen Pferdemetzger. Berührungsängste kennen die Kinder und Jugendlichen bei toten Tieren nicht. Eher haben sie Angst, dass sie beim Einsteigen reinfallen könnten. „Gibt‘s hier Krokodile?“, hat ein Knirps schon einmal gefragt. Die gibt es nicht und beim Steg hinter dem Begegnungszentrum ist das Wasser relativ flach.

Umweltbewusstsein wecken

José Tondera sagt, er sei ein ordnungsliebender Mensch, der auch zuhause den Müll trenne. Er finde es gut, dass die Kinder hier etwas für ihre Zukunft lernen können und er sein Umweltbewusstsein weitergeben kann. Dazu sucht er auch das Gespräch: Etwa wenn die Jugendlichen, die nicht ins Café kommen und sich gern am Wallgraben aufhalten, ihre Flaschen im Wasser versenken. Aus diesem Grund schätzt er aber auch die Atmosphäre im Quo Vadis, wo Alkohol- und Rauchverbot herrscht. Probleme, die Kinder zu animieren, hatte er da noch nie.

Von Manuel Niemann

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