Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch In Delitzsch sind Blumentöpfe auf Urnengräbern verboten
Region Delitzsch In Delitzsch sind Blumentöpfe auf Urnengräbern verboten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:25 02.09.2016
Blumen auf den Wiesenurnengrabstellen im Delitzscher Friedhof. Was gut gemein ist, ist aber nicht erlaubt. Quelle: Ditmar Wohlgemuth
Anzeige
Delitzsch

Jeder geht mit dem Tod eines Angehörigen anders um. Das wissen die Mitarbeiter um Monika Klos auf dem Delitzscher Friedhof nur zu gut, haben sie doch jeden Tag mit Menschen zu tun, die sich damit auseinandersetzen müssen. Strikte Vorgaben für die Gestaltung von Grabstätten auf dem Areal an der Dübener Straße, zum Beispiel wie viele Blumenvasen oder Pflanzgestecke vorhanden sein dürfen, werden deshalb nicht gemacht. „Hier kann jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen“, teilte Monika Klos mit und verwies auf die Festlegungen in der städtischen Friedhofssatzung. Grundsätzlich: Die Würde des Friedhofes dürfe nicht verletzt werden.

Jede Grabstätte sieht anders aus

Die Rahmenbedingungen, die die Satzung vorgibt, sind großzügig gefasst und eigentlich auch für jeden verständlich, so die Friedhofsverwalterin. Die individuelle Gestaltung sei es gerade, die diesen Platz der letzten Ruhe auszeichne. „Hier sieht jede Grabstätte tatsächlich anders aus.“ So sei es gewollt.

Deutlich weniger sei gewollt, dass die Wiesenurnengräber mit Blumenvasen, Blumentöpfen, Grablampen oder Keramiken dekoriert werden. „Obwohl wir es jedem erklären, auch schriftlich mitgeben, sind die Grabplatten nahezu ständig damit bedeckt.“ Sie sieht darin einen Widerspruch. „Eigentlich hatten sich die Angehörigen doch für eine Grabstelle entscheiden, die wenig Pflegeaufwand bedeutet, aber dann werden immer wieder die Blumen erneuert. Gegen eine Blüte auf der Grabplatte hat keiner etwas.“

Vorwurf: Pietätloses Verhalten

Für die drei Mitarbeiter des Friedhofes erhöhe sich unter den jetzigen Bedingungen jedoch der Pflegeaufwand deutlich. Alles müsse bei der Rasenmahd abgeräumt werden. „Keramiken, Figuren oder auch Lampen werden von uns dann noch vier Wochen aufbewahrt, ehe wir sie entsorgen“, erzählt die Friedhofschefin. Nur in wenigen Fällen würden sie abgeholt. Stattdessen müsse sie sich „pietätloses Verhalten“ vorwerfen lassen. Dabei ist an der Wiesenurnengrabstätte ein Schild kaum zu übersehen, das auf einen besonderen Umstand verweist. Eben keine Blumen, Gestecke oder figürlichen Schmuck abzulegen.

Auf ein weiteres Problem verweist Monika Klos außerdem: Seit 2012 legt die Friedhofssatzung fest, dass die Bepflanzung nicht höher sein darf als das stehende Grabmal. „Vorher war das nicht so und so gehörte beispielsweise die Bepflanzung mit einer Konifere durchaus zum Trend“, erklärte Monika Klos. Heute überragen die Bäume die Grabsteine. Früher sei es gut gemeint, heute werde der großgewachsene Baum allerdings zum Ärgernis. „Wir können nur an die Vernunft appellieren und um die Entfernung der Bäume bitten.“

Von Ditmar Wohlgemuth

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mit 34 Jahren beginnt für Tatjana Bonert ein neuer Lebensabschnitt. Acht Jahre lang war sie in der Verwaltung von Wiedemar tätig, zuletzt als Hauptamtsleiterin. Nach einem erfolgreich abgeschlossenen Fernstudium des Wirtschaftsingenieurwesens wechselt sie jetzt in die Wirtschaft, wird Controller. Seit 1. September ist Janine Ulrich (31) auf ihrem Posten.

01.09.2016

Für die Gestaltung ihres Kalender für 2017 haben die Stadtwerke (SWD), die Wohnungsgesellschaft (WGD) und die Stadt Delitzsch einen Fotowettbewerb initiiert. Jetzt stehen die Sieger fest. Die Gewinner sind: Kathleen Strauch, Axel Pittschaft, Karl Gräfe, Bianca Sube, Wolfgang Jung und Elke Fahr. Ihre Fotos finden sich im Kalender wieder.

01.09.2016

An Hitzetagen laufen am Schladitzer See die Gemüter heiß. Mehr als Zehntausend Badewillige drängten am vergangenen Wochenende in die Schladitzer Bucht, ignorierten vielfach Parkverbotsschilder. Und am nächsten Samstag könnte es erneut heftig werden: Erstmals ist die Bucht komplett gesperrt.

01.09.2016
Anzeige