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In Delitzsch sind Blumentöpfe auf Urnengräbern verboten

Friedhofsregeln In Delitzsch sind Blumentöpfe auf Urnengräbern verboten

Die Delitzscher Friedhofssatzung lässt der Gestaltung von Grabstellen viel Freiraum. Die Vielfalt soll es sein, die den Platz der letzten Ruhe in Delitzsch auszeichnet. Doch an manchen Stellen sind Blumen und Pflanzgestecke unerwünscht. Sie sorgen für einen Mehraufwand, den die Friedhofsverwaltung so nicht hinnehmen will.

Blumen auf den Wiesenurnengrabstellen im Delitzscher Friedhof. Was gut gemein ist, ist aber nicht erlaubt.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch. Jeder geht mit dem Tod eines Angehörigen anders um. Das wissen die Mitarbeiter um Monika Klos auf dem Delitzscher Friedhof nur zu gut, haben sie doch jeden Tag mit Menschen zu tun, die sich damit auseinandersetzen müssen. Strikte Vorgaben für die Gestaltung von Grabstätten auf dem Areal an der Dübener Straße, zum Beispiel wie viele Blumenvasen oder Pflanzgestecke vorhanden sein dürfen, werden deshalb nicht gemacht. „Hier kann jeder seiner Fantasie freien Lauf lassen“, teilte Monika Klos mit und verwies auf die Festlegungen in der städtischen Friedhofssatzung. Grundsätzlich: Die Würde des Friedhofes dürfe nicht verletzt werden.

Jede Grabstätte sieht anders aus

Die Rahmenbedingungen, die die Satzung vorgibt, sind großzügig gefasst und eigentlich auch für jeden verständlich, so die Friedhofsverwalterin. Die individuelle Gestaltung sei es gerade, die diesen Platz der letzten Ruhe auszeichne. „Hier sieht jede Grabstätte tatsächlich anders aus.“ So sei es gewollt.

Deutlich weniger sei gewollt, dass die Wiesenurnengräber mit Blumenvasen, Blumentöpfen, Grablampen oder Keramiken dekoriert werden. „Obwohl wir es jedem erklären, auch schriftlich mitgeben, sind die Grabplatten nahezu ständig damit bedeckt.“ Sie sieht darin einen Widerspruch. „Eigentlich hatten sich die Angehörigen doch für eine Grabstelle entscheiden, die wenig Pflegeaufwand bedeutet, aber dann werden immer wieder die Blumen erneuert. Gegen eine Blüte auf der Grabplatte hat keiner etwas.“

Vorwurf: Pietätloses Verhalten

Für die drei Mitarbeiter des Friedhofes erhöhe sich unter den jetzigen Bedingungen jedoch der Pflegeaufwand deutlich. Alles müsse bei der Rasenmahd abgeräumt werden. „Keramiken, Figuren oder auch Lampen werden von uns dann noch vier Wochen aufbewahrt, ehe wir sie entsorgen“, erzählt die Friedhofschefin. Nur in wenigen Fällen würden sie abgeholt. Stattdessen müsse sie sich „pietätloses Verhalten“ vorwerfen lassen. Dabei ist an der Wiesenurnengrabstätte ein Schild kaum zu übersehen, das auf einen besonderen Umstand verweist. Eben keine Blumen, Gestecke oder figürlichen Schmuck abzulegen.

Auf ein weiteres Problem verweist Monika Klos außerdem: Seit 2012 legt die Friedhofssatzung fest, dass die Bepflanzung nicht höher sein darf als das stehende Grabmal. „Vorher war das nicht so und so gehörte beispielsweise die Bepflanzung mit einer Konifere durchaus zum Trend“, erklärte Monika Klos. Heute überragen die Bäume die Grabsteine. Früher sei es gut gemeint, heute werde der großgewachsene Baum allerdings zum Ärgernis. „Wir können nur an die Vernunft appellieren und um die Entfernung der Bäume bitten.“

Von Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch 51.525574 12.3380993
Delitzsch
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