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Delitzsch In Delitzsch sollen leere Läden zu Wohnungen werden
Region Delitzsch In Delitzsch sollen leere Läden zu Wohnungen werden
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06:00 05.02.2018
Das Bild in der Breiten Straße in Delitzsch wandelt sich. Immer mehr Dienstleister ziehen in die Ladengeschäfte. Quelle: Thomas Steingen
Delitzsch

Leerstand hier. Leerstand da. Auch in den Delitzscher Geschäftsstraßen ist das immer wieder ein sichtbares Problem, in manchem Falle ein dauerhaftes – jahrelang stehen Geschäfte leer, sind die Schaufenster verwaist und neues Leben nicht in Aussicht. Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) plädiert immer wieder dafür, aus lange leerstehenden Läden doch Wohnungen zu machen, auch wenn der Gedanke schmerze. Eine Idee, die nicht uneingeschränkt auf Beifall stößt. Und ist es wirklich nötig, so zu handeln?

Handelsflächen brechen weg

„Was wir einmal verlieren, kriegen wir nicht wieder“, sagt zum Beispiel Robert Zschischang von der Hausverwaltung Zschischang und Müller. Ist ein Laden zur Wohnung umgenutzt, gibt es kein Zurück mehr. Im Schulze-Delitzsch-Center sind Gewerbeflächen zu Wohnungen geworden. In ehemaligen Schaufenstern hängen jetzt dunkle Gardinen von Privatleuten. Das sei in Ordnung für nicht so zentrale Lagen, aber kein Zukunftsmodell für Einkaufsmeilen wie die Breite und Eilenburger Straße, hofft Robert Zschischang. Und ob es wirklich nötig ist, bleibt fraglich. Denn, so der Fachmann, werden doch immer wieder Läden in Delitzsch auch wieder als solche vermietet und die Nachfrage ist da. Jahrelang dümpelte das Geschäft eher vor sich hin, jetzt zieht es allmählich wieder an. Nur ein paar Beispiele: In der Breiten Straße zum Beispiel hat jetzt nach Umzug aus der Eilenburger Straße ein Modegeschäft seinen neuen Sitz, in der Töpfergasse macht ein Kosmetikstudio weiter, in der Ritterstraße versuchen zwei junge Designerinnen in jeweils eigenen Läden ihr Glück. Aber auch in anderen Geschäften ist wieder Leben eingezogen, wenn es auch nicht der klassische Laden ist. Eine Arztpraxis in einer ehemaligen Parfümerie, Büros von Maklern, Anwälten oder Steuerberatern, Fahrschulen und Versicherungen in früheren Läden sind nur einige Beispiele der vergangenen anderthalb Jahre.

Dienstleister in Läden

Dass Dienstleister in Läden ziehen, setzt sich immer weiter durch. „Sicher werden wir uns in der Zukunft daran gewöhnen müssen, dass die klassischen Geschäfte nicht steigen“, erläutert Robert Zschischang, „aber auch ein Dienstleister bringt Belebung in der Innenstadt.“ Es muss nicht immer der klassische stationäre Händler sein, der in einem Geschäft sitzt, auch ein Arzt bringt was. Da Delitzsch Zuzug erlebt, wird es auch immer weiter Bedarf an solchen Dienstleistern geben. Wer neu nach Delitzsch zieht, der wird seinen Arzt gerne auch vor Ort haben wollen, sich die Haare hier schneiden lassen und sein Kind zu einer hiesigen Nachhilfe schicken wollen, statt durch die Weltgeschichte zu rauschen und Fahrkilometer anzuhäufen. Dagegen besteht im stationären Handel größere Konkurrenz durch die Einkaufstempel auf der grünen Wiese und natürlich das Internet. Die Marktmacht der Discounter macht es dem klassischen Handel schwer, was wiederum Leerstand in Läden zur Folge haben wird. Zudem gilt: Der Umbau eines Geschäfts zu einer Wohnung ist kostenintensiv. Und mancher Laden hat gar nicht das Potenzial, um umgestaltet zu werden.

Kunst im leeren Schaufenster

Andere Ideen dem Leerstand zu begegnen, indem man ihn nutzt, gibt es auch. So werden leere Schaufenster in Delitzsch seit einiger Zeit als Ausstellungsflächen für Kunst oder wiederum andere Läden benutzt. Aktuell stehen keine 20 Geschäfte im Bereich der Breiten und Eilenburger Straße leer.

Von Christine Jacob

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