Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
In Delitzscher Kitas spielen derzeit 54 „Fremdkinder“ aus anderen Kommunen

Auswärtige Betreuung In Delitzscher Kitas spielen derzeit 54 „Fremdkinder“ aus anderen Kommunen

Weil heute oftmals für Eltern der Wohnort nicht gleich der Arbeitsort ist, suchen sie Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder außerhalb. Manche Kitas stoßen dabei an Grenzen und nehmen keine sogenannten Fremdkinder auf. In Delitzsch ist das anders.

Die Kita Freundschaft im Delitzscher Osten zählt zu den sehr gefragten Einrichtungen, hier werden bereits zusätzliche Krippenplätze geschaffen.

Quelle: Wolfgang Sens LVZ

Kreisgebiet. 150 Kinder auf den Wartelisten für die Kitas zählt Delitzsch, denkt inzwischen über Kapazitätserweiterungen nach. Zum Stichtag 1. Februar wurden in den Delitzscher Kindertageseinrichtungen einschließlich der Kindertagespflege 1630 Mädchen und Jungen betreut. Und dabei werden auch einige sogenannte Fremdkinder – also Kinder aus anderen Kommunen – in der Loberstadt betreut.

54 Kinder sind es derzeit (Stichtag 1. Februar). Sie stammen aus Krostitz, Wiedemar, Schönwölkau, Schkeuditz, Löbnitz, Taucha, Markkleeberg, Leipzig und Berlin. Im Rahmen der gesetzlichen Regelungen wurden dafür von anderen Kommunen im Jahr 2015 insgesamt 133 229 Euro eingenommen. Doch die Delitzscher bringen noch mehr Kinder außerhalb zur Betreuung: Insgesamt 81 Delitzscher Knirpse besuchen Kindereinrichtungen in Bad Düben, Rackwitz, Wiedemar, Eilenburg, Löbnitz, Krostitz, Leipzig, Markkleeberg und sogar Waldenburg im Landkreis Zwickau.

Das Kind in einem anderen Ort als dem Wohnort unterzubringen – für einige Eltern ist dies das aus der Not geborene kleinste Übel. So wie für Familie Müller* aus Delitzsch. Seit Kurzem sind sie Eltern eines Pflegekindes, es musste also besonders schnell gehen mit der Unterbringung in der Kita. In Delitzsch selbst war – Stichwort Warteliste – kein Platz. Fündig wurde die Familie außerhalb.

Kinder auf Reisen

Es war noch Platz in der Kita Hohenossig. Die liegt direkt an der B 2 und dem Arbeitsweg. In den Kindertagesstätten der Gemeinde Krostitz werden derzeit 18 Mädchen und Jungen aus anderen Kommunen betreut. Dem stehen 26 Kinder aus der Gemeinde Krostitz gegenüber, die Einrichtungen außerhalb besuchen. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt, sind etwa die Hälfte von ihnen Hortkinder, die nicht in der Grundschule Krostitz unterrichtet werden. So besuchen zum Beispiel fast alle Zschölkauer Kinder die Grundschule Rackwitz und gehen dort auch in den Hort.

Einige Eltern schicken ihre Sprösslinge auch in die evangelische Grundschule nach Bad Düben oder auf Spezialschulen nach Leipzig. Insgesamt ist die Zahl der „Fremdkinder“ in Krostitz rückläufig, weil der Bedarf an Kita-Plätzen aufgrund des Baubooms in der Gemeinde hoch ist. „Deshalb haben wir in letzter Zeit kaum noch Kinder von außerhalb aufgenommen, um den Eltern aus dem Gemeindegebiet Plätze anbieten zu können. Das hat bisher auch funktioniert“, sagt Kita-Leiterin Heike Buse. So sind die „Fremdkinder“ in Krostitz alle älter als fünf Jahre. Zum Vergleich: 2013 wurden in Krostitz noch 24 Kinder aus anderen Gemeinden betreut. 43 Kinder aus Krostitz und den Ortsteilen besuchten Kitas außerhalb der Gemeinde. Laut Gemeindeverwaltung ergaben sich 2015 dafür Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund je 40 000 Euro.

Es geht auch länderübergreifend

In der Gemeinde Wiedemar gibt es nicht nur Kinder, die in anderen Einrichtungen von Nordsachsen betreut werden, hier geht es auch länderübergreifend zu. „Zwei Kinder besuchen eine Einrichtung im benachbarten Sachsen-Anhalt“, teile Marina Pietrzak aus dem Hauptamt mit. Derzeit gebe es zudem nur einen Antrag einer Familie von außerhalb der Gemeinde, die ihr Kind gern dort unterbringen möchte, wo bereits das Geschwisterkind aufgenommen wurde.

„Ansonsten wird einer Aufnahme des Kindes nur dann zugestimmt, wenn in den Kindertagesstätten der Gemeinde noch freie Kapazitäten sind. Zuallererst halten wir die Plätze für Kinder vor, die in unserer Gemeinde wohnen“, betonte Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos). Derzeit besuchen 13 Mädchen und Jungen, die nicht im Gemeindegebiet wohnen, Wiedemarer Einrichtungen. Sie kommen aus Delitzsch, aber auch aus Glesien und Leipzig. Zahlenmäßig sind sie nahezu gleich auf Hort, Kindergarten und Krippe verteilt.

Im Gegenzug haben sich Wiedemarer Eltern entschieden, 19 Kinder außerhalb des Gemeindegebiets anzumelden. Auch hier sind Gründe meist berufliche. So sind zwei Kinder beispielsweise in einer Mörtitzer beziehungsweise Jesewitzer Einrichtung. „Die Gemeinde zahlt dafür einen Anteil an die aufnehmende Gemeinde. Der ist in Sachsen gleich und macht deshalb keine Problem“, so Marina Pietrzak.

* Name ist der Redaktion bekannt.

Von Thomas Steingen, Ditmar Wohlgemuth und Christine Jacob

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Delitzsch
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Geld für Vereine der Region
    Mikrologo Angestust

    Mit der Aktion „Angestupst“ unterstützen LVZ und Sparkasse Leipzig die Vereine der Region. Die nächste Runde läuft - jetzt mitmachen und bewerben! mehr

  • LVZ-Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Das LVZ-Sommerkino lud wieder zu unterhaltsamen Filmabenden ins Scheibenholz ein. Sehen Sie hier einen Rückblick in Fotos und Geschichten. mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

22.09.2017 - 06:44 Uhr

Kreisoberliga: Deutzen reist nach Falkenhain, Frohburg nach Burkartshain

mehr
  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Jahrtausendflut 2002

    Entlang von Mulde, Elbe und Pleite brach im August 2002 eine verheerende Flutkatastrophe herein. Die LVZ zeigt eine Bestandsaufnahme. mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr