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Delitzsch In Delitzscher Kitas spielen derzeit 54 „Fremdkinder“ aus anderen Kommunen
Region Delitzsch In Delitzscher Kitas spielen derzeit 54 „Fremdkinder“ aus anderen Kommunen
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12:07 19.02.2018
Der Hort in Krostitz. In ihm werden auch Kinder aus der Gemeinde Schönwölkau betreut, die die Grundschule Krostitz besuchen. Quelle: Thomas Steingen
Kreisgebiet

150 Kinder auf den Wartelisten für die Kitas zählt Delitzsch, denkt inzwischen über Kapazitätserweiterungen nach. Zum Stichtag 1. Februar wurden in den Delitzscher Kindertageseinrichtungen einschließlich der Kindertagespflege 1630 Mädchen und Jungen betreut. Und dabei werden auch einige sogenannte Fremdkinder – also Kinder aus anderen Kommunen – in der Loberstadt betreut.

54 Kinder sind es derzeit (Stichtag 1. Februar). Sie stammen aus Krostitz, Wiedemar, Schönwölkau, Schkeuditz, Löbnitz, Taucha, Markkleeberg, Leipzig und Berlin. Im Rahmen der gesetzlichen Regelungen wurden dafür von anderen Kommunen im Jahr 2015 insgesamt 133 229 Euro eingenommen. Doch die Delitzscher bringen noch mehr Kinder außerhalb zur Betreuung: Insgesamt 81 Delitzscher Knirpse besuchen Kindereinrichtungen in Bad Düben, Rackwitz, Wiedemar, Eilenburg, Löbnitz, Krostitz, Leipzig, Markkleeberg und sogar Waldenburg im Landkreis Zwickau.

Das Kind in einem anderen Ort als dem Wohnort unterzubringen – für einige Eltern ist dies das aus der Not geborene kleinste Übel. So wie für Familie Müller* aus Delitzsch. Seit Kurzem sind sie Eltern eines Pflegekindes, es musste also besonders schnell gehen mit der Unterbringung in der Kita. In Delitzsch selbst war – Stichwort Warteliste – kein Platz. Fündig wurde die Familie außerhalb.

Kinder auf Reisen

Es war noch Platz in der Kita Hohenossig. Die liegt direkt an der B 2 und dem Arbeitsweg. In den Kindertagesstätten der Gemeinde Krostitz werden derzeit 18 Mädchen und Jungen aus anderen Kommunen betreut. Dem stehen 26 Kinder aus der Gemeinde Krostitz gegenüber, die Einrichtungen außerhalb besuchen. Wie die Gemeindeverwaltung mitteilt, sind etwa die Hälfte von ihnen Hortkinder, die nicht in der Grundschule Krostitz unterrichtet werden. So besuchen zum Beispiel fast alle Zschölkauer Kinder die Grundschule Rackwitz und gehen dort auch in den Hort.

Einige Eltern schicken ihre Sprösslinge auch in die evangelische Grundschule nach Bad Düben oder auf Spezialschulen nach Leipzig. Insgesamt ist die Zahl der „Fremdkinder“ in Krostitz rückläufig, weil der Bedarf an Kita-Plätzen aufgrund des Baubooms in der Gemeinde hoch ist. „Deshalb haben wir in letzter Zeit kaum noch Kinder von außerhalb aufgenommen, um den Eltern aus dem Gemeindegebiet Plätze anbieten zu können. Das hat bisher auch funktioniert“, sagt Kita-Leiterin Heike Buse. So sind die „Fremdkinder“ in Krostitz alle älter als fünf Jahre. Zum Vergleich: 2013 wurden in Krostitz noch 24 Kinder aus anderen Gemeinden betreut. 43 Kinder aus Krostitz und den Ortsteilen besuchten Kitas außerhalb der Gemeinde. Laut Gemeindeverwaltung ergaben sich 2015 dafür Einnahmen und Ausgaben in Höhe von rund je 40 000 Euro.

Es geht auch länderübergreifend

In der Gemeinde Wiedemar gibt es nicht nur Kinder, die in anderen Einrichtungen von Nordsachsen betreut werden, hier geht es auch länderübergreifend zu. „Zwei Kinder besuchen eine Einrichtung im benachbarten Sachsen-Anhalt“, teile Marina Pietrzak aus dem Hauptamt mit. Derzeit gebe es zudem nur einen Antrag einer Familie von außerhalb der Gemeinde, die ihr Kind gern dort unterbringen möchte, wo bereits das Geschwisterkind aufgenommen wurde.

„Ansonsten wird einer Aufnahme des Kindes nur dann zugestimmt, wenn in den Kindertagesstätten der Gemeinde noch freie Kapazitäten sind. Zuallererst halten wir die Plätze für Kinder vor, die in unserer Gemeinde wohnen“, betonte Wiedemars Bürgermeisterin Ines Möller (parteilos). Derzeit besuchen 13 Mädchen und Jungen, die nicht im Gemeindegebiet wohnen, Wiedemarer Einrichtungen. Sie kommen aus Delitzsch, aber auch aus Glesien und Leipzig. Zahlenmäßig sind sie nahezu gleich auf Hort, Kindergarten und Krippe verteilt.

Im Gegenzug haben sich Wiedemarer Eltern entschieden, 19 Kinder außerhalb des Gemeindegebiets anzumelden. Auch hier sind Gründe meist berufliche. So sind zwei Kinder beispielsweise in einer Mörtitzer beziehungsweise Jesewitzer Einrichtung. „Die Gemeinde zahlt dafür einen Anteil an die aufnehmende Gemeinde. Der ist in Sachsen gleich und macht deshalb keine Problem“, so Marina Pietrzak.

* Name ist der Redaktion bekannt.

Von Thomas Steingen, Ditmar Wohlgemuth und Christine Jacob

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