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In Döbernitz sacken Häuser ab - Ist die Sanierung des Lobers schuld?

In Döbernitz sacken Häuser ab - Ist die Sanierung des Lobers schuld?

Für Hans-Jürgen Cziborra ist es eine mittlere Katastrophe. Unter seinem Haus, das er 1979 mit eigenen Händen baute, gibt der Boden nach. Teile des Gebäudes sind abgesackt, an verschiedenen Stellen haben sich Risse gebildet.

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Hans-Jürgen Cziborra zeigt, wie sich die Außenmauer seiner Terrasse von der Hauswand löst. "Der Riss wird größer", sagt er.

Quelle: Kay Würker

"Die werden immer größer", schildert der Rentner. Und ist mit diesen Beobachtungen nicht alleine. Auch in der Nachbarschaft gibt es Schäden an Eigenheimen. Vermutet wird ein Zusammenhang mit der Lobersanierung.

Cziborra wohnt in der Willi-Keller-Siedlung im Delitzscher Ortsteil Döbernitz. Dort begannen 2011 die ersten Arbeiten im Flussbett des Lobers. Die Gewässersohle wurde unter anderem von Ablagerungen befreit und mit Drainage versehen. Das erhöhte die Fließgeschwindigkeit, sorgte für das gewünschte Absinken des Grundwasserspiegels im Umfeld des Flüsschens. Schließlich standen viele Keller im Nass, seit der nahe Tagebau stillgelegt und die Pumpen abgestellt wurden, die das Erdreich unter Delitzsch künstlich trocken gehalten hatten. Der Auftraggeber der Lobersanierung, die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), bearbeitete das Gewässer quer durchs Stadtgebiet bis zum Rosental.

Offenkundig mit Erfolg. Auch ins Haus von Hans-Jürgen Cziborra dringt kein neues Wasser mehr. "Bis vor zwei, drei Jahren stand bei mir die Brühe noch fünf Zentimeter hoch", erinnert sich der 63-Jährige. Vorbei. Nun taucht ein neues Problem auf: Risse im Putz, im Mauerwerk. Die Außenmauer der Terrasse löst sich von der Hauswand, auch in der Garage, im Waschhaus und auf der Zufahrt zum Haus haben sich Spalten beziehungsweise Verwerfungen aufgetan. "Das fing vor etwa zwei Jahren an und wird zusehends schlimmer", berichtet der Döbernitzer.

Offenbar reagiert der Boden unterm Haus auf den Feuchtigkeitsentzug. Das Volumen verringert sich, die Setzungserscheinungen könnten das Ergebnis sein. Genau geprüft hat das vor Ort noch niemand, die Situation erinnert allerdings an Ereignisse an anderer Stelle. So sackte zuletzt Anfang 2014 ein Gebäude in der Delitzscher Altstadt direkt neben dem Lober ab, weil es auf sogenannter Mudde steht - abgelagertes Schwemmland, das bei Austrocknung an Volumen verliert.

Die LMBV bestätigte auf LVZ-Nachfrage, dass es in Delitzsch an verschiedenen Stellen Mudde-Gebiete gibt. Sie wechseln sich mit deutlich stabileren Torfschichten ab. "In diesem Wissen hat die LMBV ein Setzungsmonitoring aufgestellt", erklärt Sprecherin Claudia Gründig. An rund 90 Punkten, verteilt übers gesamte Lober-Sanierungsgebiet, fänden dreimal jährlich Höhenmessungen statt. "Dabei wurden bislang keine Auffälligkeiten festgestellt", so Gründig.

Allerdings sind die Mudde-Schichten lokal begrenzt. Auch die Schäden in Döbernitz konzentrieren sich offenbar auf ein überschaubares Gebiet. Betroffen ist in erster Linie der nördliche Teil der Willi-Keller-Siedlung, der beidseitig von Kleingärten umgeben ist. Und dort auch nur die nordöstliche Straßenseite, die tiefer liegt als die Gegenseite. Den Betroffenen hilft das wenig. Auch Anwohner Detlef Waldschläger berichtet vor Ort von Rissen im Putz, die größer werden. "Dabei habe ich durchgehend 20 Zentimeter Betonfundament unterm Keller."

Die LMBV empfiehlt Hilfesuchenden, sich an das Unternehmen zu wenden. Auch die Stadtverwaltung, die bislang nach eigenem Bekunden noch keine Infos zu dem Schadensbild hat, sichert Unterstützung als Vermittler zu.

LMBV-Kontakt: dienstags und donnerstags von 8.30 bis 11.30 Uhr unter 0341 22222006 oder soforthilfe-mitteldeutschland@lmbv.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Kay Würker

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