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Delitzsch In Döbernitz sieht jeder Garten ganz anders aus
Region Delitzsch In Döbernitz sieht jeder Garten ganz anders aus
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00:19 26.06.2017
Die Wettbewerbsjury des sächsischen Landeswettbewerbes „Gärten in der Stadt“ besichtigt die Anlage „Am Sportplatz“ in Döbernitz. Quelle: Foto: Stadtverwaltung Delitzsch
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Döbernitz

Die Kleingartenanlage „Am Sportplatz“ in Döbernitz hat beim Landeswettbewerb „Gärten in der Stadt“ durchaus Chancen, ganz vorn mit dabei zu sein. Zu diesem kurzen Statement ließ sich Peter Paschke, der Vorsitzende des sächsischen Landesverbandes, bei seiner Stippvisite vor Ort ein. Vor allem die unterschiedliche Nutzung der einzelnen Gärten habe ihm besonders imponiert. Es ist aber nur ein Kriterium, das in die Wertung des Wettbewerbs einfließt.

In Döbernitz sehe wirklich jeder Garten anders aus, so Paschke. Die Palette reicht von Blumengärten über Bauerngärten bis hin zu Gärten im mediterranen Stil mit vielen Gräsern. Aus Paschkes Sicht setze sich endlich durch, dass Gärten mit Pflanzen und nicht mit Rasen gestaltet werden. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern der Wettbewerbsjury hatte Peter Paschke die Döbernitzer Anlage bei einem Rundgang in Augenschein genommen. Dabei stellte die Vereinsvorsitzende Anke Reisdorf den Verein vor und beantwortete zahlreiche Fragen. In der Zeit von 1956 bis 1958 war die Fläche ein Versuchsfeld der Maschinen- und Traktoren-Station. Die Gärten in der jetzigen Zusammensetzung existieren seit 1958. Es gibt 28 Parzellen mit einer durchschnittlichen Größe von 250 Quadratmetern, 26 haben einen Stromanschluss. Die Brauchwasserversorgung wurde im Jahr 2000 mit einem eigenen Brunnen ausgestattet. In der Gründungszeit hatten vor allem Beschäftigte des Kreisbetriebes für Landtechnik die Gärten gepachtet.

Leerstehende Gärten gibt in der Anlage Am Sportplatz nicht. „Wir haben sogar eine Warteliste“, teilte Anke Reisdorf mit. Erst seit 2008 ist die Anlage als Verein organisiert. Beim Besuch der Wettbewerbsjury standen Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos) und Ortsvorsteher Roland Kirsten (CDU) den Döbernitzer Gartenfreunden zur Seite. Sie würdigten das besondere Engagement in einer der kleinsten Kleingartenanlagen Nordsachsens. Dort gibt es zwei Tafelgärten, geerntete Früchte landen bei der Delitzscher Tafel. In Kürze soll ein weiteres soziales Projekt hinzukommen. „Wir wollen mit dem Lebenshilfeverein, dem Bobby-Brederlow-Haus eine Kooperation eingehen“, erklärte Anke Reisdorf. „Ein solches Vorhaben gab es bisher noch nicht. Wir als Stadt werden es positiv begleiten“, ergänzte OB Wilde. Der Lebenshilfeverein bietet Eltern, Angehörigen und Betreuern von geistig und mehrfach behinderten und von Behinderung bedrohten Menschen Hilfe und Unterstützung an.

Peter Paschke verwies in dem Zusammenhang auf ein ähnliches Sozialprojekt im Chemnitzer Raum. Dort könnten sich die Döbernitzer erste Erfahrungen einholen, wie Gärten gestaltet sein sollten, wenn sie für Behinderte nutzbar gemacht werden. Soziale Projekte und das bürgerliche Engagement des Vereins stehen ganz oben auf der Bewertungsliste.

Für den alle vier Jahre stattfindenden Landeswettbewerb haben sich 22 Kleingartenvereine aus 15 Verbänden beworben. Die Abschlussveranstaltung und Auszeichnung findet am 29. November statt.

Von Ditmar Wohlgemuth

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