Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch In Gollmenz nervt die B 2
Region Delitzsch In Gollmenz nervt die B 2
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:50 17.09.2017
Vor allem große Lkw nerven so manschen Gollmenzer. Quelle: Christine Jacob
Anzeige
Gollmenz

Typisch Gollmenz? „Die Menschenleere“, blickt die ältere Dame kurz von ihrer Gartenarbeit auf. Man würde ja keinen mehr im Dorf zu Gesicht bekommen, bedauert sie, winkt ab und wendet sich wieder ihrer Arbeit zu.

„Menschenleer? Ja, das trifft’s“, schmunzelt ein Stückchen die Straße runter Gerald Richter. Seine kleine Kfz-Werkstatt hat er genau an der Bundesstraße 2. Für sein Geschäft ist die Lage gut, ansonsten würde der Verkehr meist nur nerven. „An den Krach gewöhnt man sich irgendwann“, sagt der 55-Jährige. Jedenfalls sei das bei ihm so, weil er ja schon sein ganzes Leben im Schönwölkauer Ortsteil lebt und das Haus auch nicht weit weg von der Straße steht. Nur, dass man manchmal nicht über die Straße kommt, das sei wirklich lästig. Es gibt keine Ampel, keinen Überweg wie einen Zebrastreifen. Besser werde es immer dann, wenn in Krensitz die Schranke unten sei und der Verkehr sich mal staut. Doch warum gibt es dann hier nicht so wie in den ebenfalls von der B 2 betroffenen Dörfern Wellaune oder Hohenossig eine Bürgerinitiative gegen den Krach, den Staub und die Gefahr? „Das Hauptdorf liegt bei uns ein Stück zurück“, begründet Gerald Richter. Das heißt, dass der Lärm etwas gedämpfter erscheint als in Hohenossig oder Wellaune. Und die Häuser direkt an der Bundesstraße seien ja meist leer.

Altes und neues Gollmenz

Aber vielleicht spielt auch die Menschenleere dazu? Keine Kneipe mehr im Ort, kein Konsum, der Imbiss ist auch Geschichte – dort hat man sich früher getroffen. Es ist nicht viel los im Dorf. Aber es wird gebaut in Gollmenz, das Dorf bietet immerhin Idylle wie den Teich und die von Grün geprägte Verbindung gen Luckowehna. Es gibt ein altes und ein neues Dorf, sagt man in Gollmenz. Das neue Dorf ist das Gebiet mit den vor wenigen Jahren neu gebauten Häusern und den vielen Zugezogenen, im alten Dorf kennt man sich manchmal schon seit Generationen. Es muss eben erst zusammenwachsen, was Gollmenz ist. Zwei Dorffeste jährlich feiert man im Ort. Das Osterfeuer und das Teichfest, bei dem dann alle beim Saubermachen mit anpacken und das Gewässer wieder in Ordnung bringen, sollen die Bürger an einem Strang ziehen lassen. Das soll den Zusammenhalt unter den rund 100 Einwohnern stärken.

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Für einen weiteren Bewohner des Delitzscher Tiergartens hat Julia Gottschlich, die Leiterin der Einrichtung, einen Paten gefunden. Die Stadtwerke Delitzsch haben nun zu dem Grizzlybären Knicki ein ganz besonderes Verhältnis. Der Grizzly lebt zusammen mit Braunbärin Susi und zwei Steppenfüchsen in einem Gehege im Tiergarten.

16.09.2017

Um den Werbeliner See bei Delitzsch gibt es neuen Zoff. Seit dieser Woche liegt der Entwurf zur endgültigen Ausweisung des Gewässers als Vogelschutzgebiet öffentlich aus. Die betroffenen Anrainerkommunen haben das verwundert zur Kenntnis genommen und fühlen sich ein weiteres Mal vom Landratsamt übergangen.

19.09.2017

Im August 2002 versanken viele Orte in der Jahrtausendflut. 15 Jahre später sind Millionensummen in den Hochwasserschutz geflossen. Aber sind wir heute wirklich sicherer? Die LVZ-Serie fragt nach. Heute: In Löbnitz.

16.09.2017
Anzeige