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Delitzsch In Hohenroda kann jetzt auch Milch getankt werden
Region Delitzsch In Hohenroda kann jetzt auch Milch getankt werden
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18:00 13.06.2016
Der Automat ist leicht zu finden. Jörg Reihe und Anika Weißwange profitieren schon jetzt – Landwirtschaft ist wieder in aller Munde. Quelle: Foto: Christine Jacob
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HOHENRODA

Die Milch macht’s. Jörg Reihe, den Chef der Agrargenossenschaft Hohenroda macht sie glücklich. Jedenfalls dann, wenn sie zu einem fairen Preis aus dem Hahn des Milchautomaten auf dem Betriebsgelände fließt. „Kaum hatte ich das Schild mit dem eigentlichen Eröffnungstermin abgepiepelt, war schon der erste Kunde da und hat den Liter gleich ausgetrunken“, strahlt der Landwirt. Eigentlich wollte Jörg Reihe den Automaten am Donnerstag nur mal testen, damit am Sonntag zum offiziellen Start alles klappt. Immer wieder kommen Kunden und tanken. Es ist kinderleicht: Rohmilch, sie wird gekühlt, kann nach Einwurf von Geld aus dem Automaten gezapft werden. Geöffnet ist der Automat in Hohenroda von 5 bis 23 Uhr. Flaschen gibt es für 50 Cent das Stück an einer Kasse des Vertrauens, ein eigenes Gefäß kann gerne mitgebracht werden. Eine Bedienungsanleitung erklärt die Schritte. Dort wird auch darauf hingewiesen, dass Rohmilch abzukochen ist – ob abkochen oder nicht entscheidet der Kunde auf eigene Verantwortung, es geht gut ohne. „Es schmeckt wie früher“, schwärmt Rinaldo Große. Der Hohenrodaer holt mit seinen drei Jahre alten Zwillingen frische Milch zum Frühstück. Bislang ist er dafür nach Brodau gefahren. Dort wurde vor gut einem Monat ein Milchautomat eröffnet.

Das Geschäft ist fair: Einen Euro muss der Kunde pro Liter hier wie dort zahlen – Preisdumping soll es nicht geben. „Der Preis ist ordentlich, das ist es wert“, sagt Antje Kunze. Sie ist mit ihrer Familie an diesem Sonntag extra aus Krostitz gekommen. Ihr Mann, heute ist er Kraftfahrer, hat mal Melker gelernt. Auch Frank Bohnet ist mit seiner Frau extra aus Krostitz gekommen, um Milch zu zapfen. „Ich wollte gerne mal wieder richtige Milch“, sagt Frank Bohnet. Da er in Hohenroda als Hausmeister im Kindergarten arbeitet, liegt die Zapfsäule künftig auf dem Weg.

Einen Imagegewinn für die Landwirtschaft bringe der rund 8000 Euro teure Automat in jedem Fall, ist Jörg Reihe überzeugt. An diesem Sonntag darf er noch etliche Neugierige über das Betriebsgelände führen. Nur dort, so die Vorschrift bislang, dürfen die Automaten stehen. „Das Gute ist, dass mit dem Milch tanken nun Leute in Kontakt mit der Landwirtschaft treten, die sonst nix damit am Hut haben“, hat er in den vergangenen Tagen beobachtet.

Von Christine Jacob

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