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Delitzsch In Kletzen soll zum Tag des Denkmals die Kirchenglocke erstmals wieder läuten
Region Delitzsch In Kletzen soll zum Tag des Denkmals die Kirchenglocke erstmals wieder läuten
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00:19 16.07.2017
Der Glockenstuhl in der Kletzener Kirche ist marode. Damit er saniert werden kann, ist die Glocke ausgehangen und vorübergehend an einem Balken neben der Holzkonstruktion befestigt worden. Quelle: Thomas Steingen
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Kletzen

Viele Jahre fristete die Kirche in Kletzen ein bescheidenes Schicksal, verfiel immer mehr. Doch seit sich vor zwei Jahren im Krostitzer Ortsteil ein Förderverein gegründet hat, der sich die Erhaltung des Gotteshauses auf die Fahnen geschrieben hat, geht es mit dem Wahrzeichen im Dorf wieder aufwärts. Waren es zunächst kleine Schritte wie ein Leuchter im Altarraum oder die Treppenbeleuchtung im Turm, hat der Förderverein mittlerweile viel bewirkt. So stehen in diesem Jahr die Erneuerung des Glockenstuhles und des Eingangsportals ins Haus.

Förderverein hat viel bewirkt

„Wir sind als Kirchgemeinde sehr dankbar, dass es in Kletzen Menschen gibt, die sich so engagieren, denn der Förderverein hat viel angeschoben“, sagt der zuständige Pfarrer Daniel Senf. Der Verein sammelt mit verschiedenen Aktionen nicht nur Spenden, sondern er bewarb sich beispielsweise mit dem Glockenprojekt in der Aktion „Angestupst“ von Sparkasse und LVZ und gewann im Telefon-Voting für die Sanierung der Kirche 1000 Euro. „Im Sog solcher Aktionen hat sich eine gewisse Eigendynamik entwickelt“, erzählt der Pfarrer. Es fand sich nämlich ein privater, nicht genannt werden wollender Spender, der 7000 Euro beisteuerte, damit die Glocke wieder läuten kann. Auch die Gemeinde Krostitz will sich mit 3000 Euro an diesem Vorhaben beteiligen. Das Material ist bestellt und soll dieser Tage angeliefert werden. „Mit der Erneuerung des Glockenstuhles und des Einbaus der Steuer- und Antriebstechnik ist die Firma Heidenauer Glockenläute- und Elektroanlagen beauftragt worden“, informiert der betreuende Architekt Lothar Reichenbach. Großes Ziel des Fördervereins sei es, so Vereinschefin Sigrun Schröter, dass die Glocke zum Tag des Denkmals am 10. September erstmals wieder ertönt. In der Folge soll sie dann immer samstags 18 Uhr das Wochenende einläuten. „Dazu muss der Gemeindekirchenrat aber erst noch eine Läuteordnung beschließen“, so der Pfarrer.

Ebenerdiger Zugang

Auch die Instandsetzung der historischen Sandsteinpforte mit der Schaffung eines ebenerdigen, behindertengerechten Zugangs in die Kirche hat der Förderverein in Gang gebracht. So sammelt er seit Längerem in einem von der Firma Drekopf bereit gestellten Container Zeitungen und Illustrierte. Der Erlös fließt in die Kirchenerhaltung. Aus dem Leaderförderbudget des Vereins Delitzscher Land gibt es für das Eingangsportal einen Zuschuss in Höhe von 13 865 Euro. Zusammen mit den 3000 Euro Eigenmitteln (von Kirche und Förderverein) kann das Portal saniert und der darüberliegende Zierrahmen mit Psalm wieder hergestellt werden. Die Arbeiten sind ausgeschrieben, die Vergabe soll demnächst erfolgen. Spätestens im September werde gebaut, schätzt Anja Töpler, Baureferentin im Kirchenkreis Torgau-Delitzsch.

Das größte Vorhaben ist jedoch die Außensanierung der Kirche, die eigentlich in diesem Jahr mit dem Dach beginnen sollte. 120 000 Euro sind als Kosten veranschlagt. Dafür stünden 30 000 Euro von der Landeskirche und 20 000 Euro vom Kirchenkreis zur Verfügung. „Weil aber beantragte Mittel von Stiftungen nicht bewilligt worden sind, bekommen wir die Finanzierung für dieses Jahr nicht hin. Deshalb muss dieses Vorhaben vorerst verschoben werden. Im Herbst werden wir aber einen neuen Vorstoß mit Fördermittelanträgen wagen“, kündigt die Baureferentin an und hofft, das Projekt 2018 in Angriff nehmen zu können.

Von Thomas Steingen

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