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In Mutschlena hat das Handwerk Tradition - auch wenn wenig geblieben ist

Unterwegs in ... In Mutschlena hat das Handwerk Tradition - auch wenn wenig geblieben ist

Als einen Rückzugsort beschreibt der Delitzscher Uwe Krause (56) Mutschlena. Als Kind besuchte er dort in den Ferien seinen Onkel Gert und die Tante Isa Krause, die dort dem Sattlerhandwerk nachgingen. Das Dorf war reich an Gewerken und landwirtschaftlich geprägt – was sich inzwischen gewandelt hat.

Felder säumen den Weg nach Mutschlena. Das ist ländlich geprägt. In dem Krostitzer Orsteil leben nurmehr 95 Menschen.

Quelle: Manuel Niemann

Mutschlena. Was ist eigentlich los auf dem Lande? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie Unterwegs in ... zeigt es.

Auf dem Weg nach Mutschlena fallen vor allem die weiten Felder auf, die sich entlang der Strecke ziehen. Rabenvögel durchsuchen die Stoppeln der frisch abgeernteten Felder und Mehlschwalben jagen im Gleitflug über diese hinweg. Andernorts ein selten gewordener Anblick, hier in Mutschlena scheint die Umwelt für die Vögel noch intakt. Das ist auch im Garten von Isa Krause zu merken, dort tummeln sich die zwitschernden Winzlinge in Sichtnähe auf den Obstbäumen. Krause lebt seit 1968 in den kleinem Ort, der mittlerweile ein Ortsteil von Krostitz ist.

Sattler in der dritten Generation

Seit 1913 ist die Familie ihres verstorbenen Mannes hier ansässig. Weil die anderen beiden Brüder den Betrieb des Vaters nicht übernehmen wollten, sattelte der gelernte Tischler um und wurde eben das – Sattler. Ein selten gewordenes Handwerk, das die Krauses in Mutschlena nun in der dritten Generation fortführen: Sohn Gert und Schwiegertochter Isabel betreiben es in der Dorfstraße 26 weiter und verkaufen Planen, Pferde- und Hundesportartikel. Sie sind damit einige der Wenigen, die ihr Gewerk hier noch ausüben. „Früher hatten wir hier noch einen Schmied, einen Stellmacher, einen Tante-Emma-Laden, ein Gasthaus und eine Post. Auch eine Schule gab es, das Gemeindeamt, einen Korbflechter, einen Schneider und zwölf Bauern“, erzählt die 69-jährige Isa Krause. Davon seien noch anderthalb Bauern, ein Sattler, eine Tischlerei und eine Pension übrig geblieben, scherzt sie.

Rückzugsort mit 95 Einwohnern

Der „halbe Bauer“ ist sie selbst oder die Kinder, sobald die Zwillinge, Enkel vier und fünf, geboren sind. Obwohl die Einwohnerzahl geschrumpft sei, viele gestorben oder weggezogen seien, gebe es viele Kinder im Dorf. Mit der Umsiedlerwelle hatte Mutschlena, schätzt Krause, um die 400 Einwohner. Inzwischen wohnen lediglich um die 95 Menschen hier. Isa und Sohn Gert Krause zählen sie an den Fingern zusammen – man kennt sich. Der Ort war durch die Landwirtschaft geprägt, die Ställe der Schweinemastbetriebe wurden jedoch nach der Wende abgerissen oder umgebaut wie die Tischlerei Ackermann nebenan. Uwe Krause, Isas Neffe, kennt das noch von früher. Der 56-Jährige besuchte seit seiner Kindheit seinen Verwandten auf dem Land. Das Stadtkind aus Delitzsch kehrt auch jetzt noch dem Trubel gern den Rücken. „Mutschlena“, sagt er, „ist ein Rückzugsort, wo man die Seele baumeln lassen kann.“

Von Manuel Niemann

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Mutschlena
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